Herzlichen Glückwunch! (Signale 73-94)

V.l.n.r.: Martin Völz, Ansgar Glahse, Dirk Ekkhard Köhne. Im Vordergrund der „med“ (Foto: Ellen Glahse)

Am 20.04.2018 feierte mein „med“ seinen 29. Geburtstag

Bild 25 – Detail med-spezifische Ausstattung – vollständig flach zusammenlegbare RücksitzbankVorwort

In den letzten Ausgaben der „Signale“ habe ich euch die Historie meines med und einen Teil seiner Besonderheiten vorgestellt.

Hier geht es jetzt weiter mit diesen Besonderheiten, beginnend bei der Rücksitzbank, weiter.

Bild 26 – Detail med-spezifische Ausstattung – Liegefläche mit Polsterung – beidseitige Haltebügel auf Höhe der RadkästenEntgegen der Serienausstattung des 353 Tourist ist die Rücksitzbank des med komplett flach zusammenlegbar (siehe Bild 25). Bezogen ist die Rücksitzbank, analog zu den Frontsitzen, mit einem braunen Kunststoffbezug. Zwei 3-Punkt-Statikgurte sind hier installiert.

Dadurch ergibt sich eine etwa 180cm lange Liegefläche vom Laderaum über die zusammengelegte Rücksitzbank bis zu den Lehnen der Frontsitze (siehe Bild 26 / 27). Diese Liegefläche verfügt dann über ein Polster aus Schaumkunststoff. Bei aufgestellter Rücksitzbank ist dieses auf der Ladefläche halb zusammengerollt gelagert.

Bild 27 – Detail med-spezifische Ausstattung – Liegefläche; Darstellung aus Beilage zur Betriebsanleitung medIm Bereich der hinteren Radkästen sind beidseitig Haltebügel angebracht, an denen sich der transportierte Liegendkranke währen der Fahrt festhalten kann (siehe Bild 26).

Die beiden hinteren Türen weisen gegenüber der Serienausstattung des 353 Tourist folgende med-spezifische Besonderheiten auf:

Die Türscheiben sind nicht versenkbar. Anstatt an den Kurbelautomaten sind die Türfenster nur mit zwei Streben je Tür abgestützt.

Bild 28 – Detail med-spezifische Ausstattung – Aufbau hinterer TürverkleidungenIn die Türverkleidungen sind Vertiefungen eingearbeitet; links zur Aufnahme eines EKG-Geräts, rechts zur Aufnahme einer Inhalationseinrichtung. Armlehnen sind nicht vorgesehen (siehe Bild 28 & 31).

 

Leider ist meine Suche nach einer passenden Inhalationseinrichtung als auch nach einem passenden EKG-Gerät erfolglos. Gern nehme ich dazu Angebote an; Funktionsfähigkeit nicht erforderlich. Stattdessen habe ich hier z.Zt. Verbandmaterial gelagert.

 

Bild 29 – Detail med-spezifische Ausstattung – Kasten mit medizinischem Material im Dachhimmel oberhalb der LadeflächeÜber der Ladefläche im Dachhimmel ist beim med ein herabklappbarer Kasten zur Aufnahme von medizinischem Material eingebaut. Hier finden sich neben Verbandmaterial auch Spritzen und Wundschnellverbände (Pflaster), sowie kleine medizinische Geräte (siehe Bild 29).

Bild 29 – Detail med-spezifische Ausstattung – Kasten mit medizinischem Material im Dachhimmel oberhalb der LadeflächeIch warten noch auf den Tag, an dem ich bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle den Verbandkasten vorzeigen soll… Aber natürlich befindet sich auch ein Norm-Autoverbandkasten im Laderaum des med, allerdings versteckt.

Links und rechts auf der Ladefläche des med sind med-spezielle Boxen installiert (siehe Bild 30 & 31).

Links zur Aufnahme von weiterem medizinischen Gerät (bei meinem med sind hier zusätzliches Verbandmaterial und Desinfektionsmittel untergebracht), rechts dient der Kasten eigentlich als Abfallbehälter (bei meinem med befinden sich hier eine Gasmaske russischer Produktion und der Norm-Autoverbandkasten.

Bild 31 – Detail med-spezifische Ausstattung – Abbildung aus der Beilage zur Betriebsanleitung med – Lage verschiedener med-spezifischer EinbautenDahinter, also zur Heckklappe hin, gehören eigentlich Arztkoffer in den med. Auch diese fehlen bei meinem med leider. Stattdessen habe ich hier eine Tasche mit Beatmungsutensilien, Verbandkästen und anderes, bei ebay ersteigertes medizinisches Gerät abgestellt (siehe Bild 31 & 32).

Gern nehme ich auch hierzu Angebote für passende Arztkoffer an.

Bild 32 – Detail med-spezifische Ausstattung – Laderaumboden – Bergewerkzeug – Krankentrage – Helme – Sekret-AbsaugpumpeDer Laderaumboden des med entspricht nicht dem eines serienmäßig ausgestatteten 353 Tourist. Er ist mittels Riemen und Haken am Dach und am Laderaumboden in verschiedenen Stellungen zu arretieren, so dass man auch wenn ein Liegenkranker transportiert wird, an den Inhalt, bzw. an das Reserverad herankommt (siehe Bild 32 & 33).

Unter dem Laderaumboden ist sogenanntes Bergewerkzeug und zusammensteckbare Stangen für die faltbare Krankentrage angebracht. Die Krankentrage selbst befindet sich auf dem Reserverad zusammengelegt (siehe Bild 32.)

Bild 33 – Detail med-spezifische Ausstattung – Abbildung aus der Beilage zur Betriebsanleitung med – verschiedene Stellungen LaderaumbodenUnter dem Laderaumboden sind im med verschiedene Halterungen und medizinisches Gerät untergebracht. Hier finden sich eine Sauerstoffflasche zur Beatmung und eine fußbetriebene Sekret-Absaugpumpe. Zusätzlich sind hier Warndreieck, Ersatzteilsets, Feuerlöscher und das unvermeidliche Zweitakt-Öl zu finden.

 

Zusätzlich zur zusammengelegten Krankentrage gehört eine Trage für wirbelsäulenverletzte Personen zum med. Diese ist aus orangefarbenem und grauem Gummimaterial gefertigt, mit Polystyrol-Kügelchen gefüllt und mit einem Absaugventil versehen. Seitlich sind Trageseile angebracht (siehe Bild 34).Bild 34 – Detail med-spezifische Ausstattung – Trage für wirbelsäulenverletzte Personen („Gummiboot“)

Zum Einsatz wird die an der Wirbelsäule verletzte Person auf dies Trage gelegt und die Luft aus dieser heraus gesaugt. Dadurch verfestigt sich die Trage und passt sich der Körperform der verletzten Person an. Nun kann die Person auf der Trage transportiert werden, ohne dass weitere Verletzungen der Wirbelsäule auftreten.

Diese von mir „Gummiboot“ genannte Trage ist recht sperrig und nimmt viel Platz weg. Daher lasse ich sie meist in der Halle.

Damit sind die ein- und angebauten, sowie die platzierten spezifischen Ausstattungsdetails des med beschrieben. Bleibt noch die Aktenlage.

Da der med im Alter von nur 32 Monaten zu mir kam, sind die zugehörigen Unterlagen, wie originaler Fahrzeugbrief, Zulassung und Kfz-Steuerkarte als auch die Bedienungsanleitungen vorhanden.

 

Bild 35 – Detail med-spezifische Ausstattung – Unterlagen / BetriebsanleitungenWie auf Bild 35 zu sehen sind dies die (serienmäßige) Bedienungsanleitung des 353, das (serienmäßige) Heft der Wartburg Service-Stationen, als auch die Beilage zur Betriebsanleitung Wartburg 353 med vorhanden.

Diese befinden sich in einer schwarzen Mappe aus textilverstärktem Kunststoff (Material ähnlich Sitzbezug), die mit einem Druckknopf verschlossen wird.

Ergänzt werden die Unterlagen durch eine Faltkarte „Wartburg Service-Stationen“ und durch eine „Tankstellenkarte der DDR“, sowie durch Unterlagen zur Zusatzheizung (siehe Bild 35).

Ein Serviceheft (Checkheft) wurde mir leider nicht übergeben.

 

Abschluss

Bleibt mir zum Abschluss nur noch zu hoffen, euch mit meiner Beschreibung meines med ähnlich viel Freude bereitet zu haben, wie ich beim Schreiben hatte.

Bild 36 – Wartburg med HD im AutomuseumUnd dazu aufzurufen, mich gern zu informieren, wenn euch ein weiterer Wartburg med in der Ausführung HD begegnen sollte. Meines Wissens existiert nur noch ein weiterer HD in einem Automuseum in der Nähe von Prenzlau. Und diesem fehlte bei unserem Besuch dort nicht nur der Motor, sondern auch der größte Teil der spezifischen Ausstattung (siehe Bild 36).

Wartburg med SMH sind dagegen häufiger anzutreffen. Daher wage ich die Aussage, dass mein med HD einzigartig ist. Für mich ist er das auf jeden Fall !

Auf Bild 37 ist mein med zu sehen, wie er aktuell aussieht. Als nächstes sind einige Roststellen zu beseitigen. Bspw. an der Dachkante über dem dritten Seitenfenster, in den hinteren Radhäusern und im vorderen Fußraum. Vom Schlacht-Tourist werde ich die Felgen überarbeiten, lackieren oder pulverbeschichten lassen und auf meinem med montieren. Und vielleicht auch das Thermostatgehäuse, das seit etwa 10 Jahren immer mal wieder leicht undicht ist, abdichten. Und vielleicht wechsle ich auch nach fast 25 Jahren mal die Kontakte… Obwohl… don’t touch a running system…

 

Bild 37 – mein Wartburg med HD aktuellGern könnt ihr euch auf einem nächsten Treffen mal meinen med näher ansehen, mal rückwärts sitzend mitfahren und Fragen stellen.

Nur eine Frage ist absolut unnötig. Die, ob ich meinen med verkaufen würde.

- Ende -