Detailwissen ( Signale 74-95)

Fahrgestell, Frontansicht, incl. Motor

Details 353

Die folgenden Bilder zeigen Details des 353. Genaue Aufnahmedaten sind mir unbekannt. Gehe aber davon aus, dass die Bilder um 1974 (oder z.T. früher) entstanden sind. Die Bilder sind in schwarz-weiß aufgenommen. Man kann jedoch erahnen, dass das abgebildete Fahrgestell und der abgebildete Motor farbig bunt lackiert waren, da dies auf schwarz-weiß-Bildern eine bessere Grauabstufung erzeugt.

Aus welchem Grund die Bilder entstanden sind und wozu sie letztendlich dienten, ist mir unbekannt. Denkbar wären Pressevorstellung (bspw. Bilder der Scheibenbremse), als Grundlage für Prospekte, zur Ausgestaltung von Messeständen
oder für das Werksarchiv.

Die Beschreibung der einzelnen Bilder und der Reihenfolge ihrer Darstellung erfolgt nach bestem Wissen. Mike Stück hat mir seinerzeit noch einige Tipps dazu gegeben, was auf den Bildern zu sehen ist.

Selbstverständlich nehme ich berichtigende Hinweise gern entgegen. Für den Fall, dass ich mit meinen Beschreibungen falsch liege.


 

Details Fahrgestell

Bild 1 – Fahrgestell, Frontansicht, incl. MotorBild 2 – Fahrgestell, vorn, Ansicht von rechts, incl. MotorBild 3 – Fahrgestell, Hinterachse, Ansicht von rechts, incl. AuspuffanlageBild 4 – Fahrgestell, Hinterachse, Ansicht von hinten auf rechtes Rad

 

Abgebildet auf dem Titelbild dieses Artikels ist das Fahrgestell eines 353 mit Trommelbremsen rundum. Also bis Baujahr Anfang 1975. Ab 03.März 1975 mit Fg.Nr. 10.06 948 wurde der 353W mit vorderen Scheibenbremsen ausgeliefert.

Die helle Farbe von Lenkrad und Schalthebel lassen auf ein sehr frühes Baujahr schließen. Doch kann die Farbgebung auch dem Kontrast des schwarz-weiß-Bildes geschuldet sein.

Den Schluss auf ein frühes Baujahr lassen aber auch die verwendeten Radkappen (gegen Reflexe auf dem Bild ist der Chrom silbern lackiert; mit Ringfelgen), die Diagonalreifen und der eckige Kühlwasser-Überlaufbehälter zu.

Auf dem Bild, welches die im Fahrgestell eingebaute Hinterachse zeigt, weist besonders die für die Aufnahme der Bilder unterschiedliche Farbgebung der Bauteile auf.

So erscheinen Fahrgestell, Längslenker, Schraubenfedern und Auspuff in verschiedenen Grauabstufungen.

Das Fehlen eines lastabhängigen Bremsventils lassen ebenfalls auf ein sehr frühes Baujahr schließen.

 

Auch Bild 4 weist die unterschiedliche Grauabstufung der Bauteile besonders deutlich auf.

Deutlich zu erkennen ist hier eine der Befestigungen der Karosserie am Fahrgestell; oben auf der Federaufnahme.

 


Details Motor

Bild 5 – Motor, FrontansichtBild 6 – Motor, Ansicht von schräg links hinten, mit angeflanschtem GetriebeBild 7 – Motor in eingebautem Zustand (hier Ausführung mit vierflügeligem Lüfter)

 

Abgebildet ist der Motor mit sechsflügeligem Lüfter, Gleichstromlichtmaschine und großer Ausführung der Kraftstoffpumpe, was (wie beim zuvor beschriebenen Fahrgestell), auf ein recht frühes Baujahr, bzw. Erstellungsjahr der Bilder, schließen lässt.

Ebenso wie beim zuvor beschriebenen Fahrgestell erscheinen die einzelnen Bauteile in unterschiedlichen Grautönen, was wiederrum darauf schließen lässt, dass verschiedene, bunte Farben benutzt wurden, um die Bauteile für die Aufnahme der Bilder zu lackieren.

Im folgenden Bild ist der Motor freigestellt. Das heißt, etwa zur Bildaufnahme vorhandene Unterlegklötze wurden weg retuschiert. In Papierform liegt mir dieses Bild übrigens seitenverkehrt vor. Ein Vorteil der digitalen Bildbearbeitung, dass es hier korrekt wiedergegeben werden kann.

Zu den Details Motor ist auch Bild 1 und Bild 2 zu beachten.

Auch auf Bild 6 sind die Gleichstromlichtmaschine und der sechsflügelige Lüfter deutlich zu erkennen.

Im Gegensatz zu Bild 5 wurde hier nicht freigestellt; der Unterlegklotz ist zu sehen. Unter dem Getriebe wurde für die Aufnahme ein Haltebügel installiert, auf dem das Getriebe für das Bild steht. Im Fahrgestell montiert gibt es diesen Bügel nicht.

Leider ist die Auflösung des Bildes (auch auf dem Papierabzug) nicht gut genug, um die eingegossenen Nummern erkennen und den Getriebetyp identifizieren zu können.

Bild 7 wird allen Wartburgfahrern bekannt erscheinen. Es zeigt den Motor im eingebauten Zustand. Hier allerdings in einer jüngeren Ausführung mit vierflügeligem Lüfter. Stellung des Ansauggeräuschdämpfers in Stellung Sommer.

Gegenüber Bild 7 steht der Ansauggeräuschdämpfer auf Bild 8 auf Stellung Winter. Hier ist zudem wieder die ältere Motorausführung mit sechsflügeligem Lüfter abgebildet.


 

Details Scheibenbremse

Bild 9 – Scheibenbremse in eingebautem Zustand (Vorderachse rechts, vermutlich Vorserienausführung)Bild 10 – Scheibenbremse in eingebautem Zustand (Vorderachse links; vermutlich Vorserienausführung)Bild 11 – Scheibenbremse in eingebautem Zustand als Funktions-Schnittmodell

Bei den vorliegenden Bildern finden sich auch solche, die die Scheibenbremse zeigen. Es steht zu vermuten, dass diese im Zuge der Vorstellung der Scheibenbremse an der Vorderachse, montiert ab März 1975 (siehe zuvor erwähnt), entstanden sind. Beispielsweise als Pressefotos.

Bild 9 und Bild 10 scheinen die Scheibenbremse in einer Vorserienausführung zu zeigen, da der Bremssattel vier Entlüfternippel aufweist. Auch hat das Abdeckblech der Bremsklötze meiner Ansicht nach so nicht den Weg in die Serie gefunden.

Bild 10 zeigt ebenfalls die Scheibenbremse in eingebautem Zustand. Hier auf der linken Seite. Das Bild selbst wurde offensichtlich stark graphisch bearbeitet, so dass es beinahe wie eine Zeichnung erscheint.

Auch hier lassen, die vier Entlüfternippel, das Abdeckblech und die Bremsklötze den Schluss zu, dass eine Vorserienausführung abgebildet ist.

Bild 11 zeigt möglicherweise die Vorstellung der Scheibenbremse auf einer Messe oder einer Pressevorführung. Passend zum Erscheinungsjahr der Scheibenbremse im Jahr 1975 empfinde ich den Haarschmuck der Herren; insbesondere des Herrn links vorn mit den Koteletten.

Hier wird die Serienausführung gezeigt. Nur ein Entlüfternippel und Haltebügel für die Bremsklötze.


Details Karosserie und Innenraum

Bild 12 – frühe Ausführung der Rückleuchte links, mit durchgehender Leuchtfläche des RückfahrscheinwerfersBild 13 – frühe Ausführung der Rückleuchte rechts, mit durchgehender Leuchtfläche des Rückfahrscheinwerfers – Schriftzug so wie abgebildet nicht in Serie gegangenBild 14 – Scheinwerfer-Wisch-Wasch-Anlage – laut Angabe von Mike Stück so nicht in Serie gegangen, bzw. evtl. Serienausstattung für skandinavische Länder

Die vorliegenden Bilder der Karosserie- und Innenraumdetails zeigen zum Teil Vorserienausführungen und solche, die nie in die Serien einflossen. Einige Bilder lassen sogar vermuten, dass Details eines Prototyps gezeigt werden.

Die beiden folgenden Bilder zeigen die Rückleuchten in erster Ausführung mit durchgehender Leuchtfläche der Rückfahrscheinwerfer. So kennen einige Wartburgfahrer die Rückleuchten ihres 353 in früher Ausführung.

Viel interessanter ist der Schriftzug „WARTBURG 1000“ auf Bild 13, der so nicht den Weg in die Serie gefunden hat. Also wurde hier ein Vorserienfahrzeug oder Prototyp abgebildet.

Auch Bild 14 scheint ein Detail eines Prototyps zu zeigen; denn laut seinerzeitiger Angabe von Mike Stück ist die abgebildete Wisch-Wasch-Anlage der Scheinwerfer nicht in der Serie verwirklicht worden. Allerdings hat Mike damals einschränkend gesagt, dass die Wisch-Wasch-Anlage möglicherweise für skandinavische Länder serienmäßig ohne Aufpreis aufgrund dortiger Zulassungsvorschriften geliefert worden sein könnte.

Bild 15 – Tankdeckel ohne Schloß – man beachte die vorderen Ecken; dort wo die Tankklappe angeschlagen istBild 16 – Tankdeckel mit Schloß – man beachte die Kante der Vertiefung und die malermäßige Überarbeitung des Bereichs

Auf den Bildern 15 und 16 ist der Tankdeckel im Detail abgebildet. Einmal ohne, einmal mit Schloss. Auffallend auf den beiden Bildern sind die Kanten der Vertiefung zur Aufnahme des Tankstutzens.

Auf Bild 15 sind die Rundungen der vorderen Kante, dort wo die Tankklappe verschraubt ist, auffällig ungleichmäßig. Auf Bild 16 ist der gesamte Bereich mit Farbe überarbeitet worden. Und die gesamte Kante der Vertiefung ist unregelmäßig gearbeitet.

Aus diesen Gründen lege ich die Vermutung nahe, dass hier Details eines Prototyps, bzw. zumindest eines Vorserienfahrzeugs gezeigt sind.

Bild 17 zeigt das Türschloss einer hinteren Tür im Detail, so wie ihn jeder Wartburgfahrer vom 353 kennt (außer denen, die einen Trans fahren).

 

Bild 17 – Tankdeckel mit Schloß – man beachte die Kante der Vertiefung und die malermäßige Überarbeitung des BereichsBild 18 – Luftdusche Armaturenbrett links – rechts am Bildrand Lichtschalter ohne Symbol

Die Luftdusche im Armaturenbrett links wird auf Bild 18 in der alten Ausführung (drehbar Kugel) gezeigt.

Interessant auch der Lichtschalter am rechten Bildrand, der kein Symbol aufweist. Sehr frühe Ausführung, Vorserienausführung oder Prototyp? Das kann ich nicht beantworten.

Auf dem folgenden Bild ist der Türöffner in alter, kleiner, runder Ausführung zu sehen. So kennen einige Wartburgfahrer die Türöffner eines 353 in früher Ausführung.

 

Bild 19 – Türöffner Tür rechts; alte AusführungBild 20 – Lederlenkrad; lauf Angabe von Mike Stück Versuch des Sattlermeisters Rimkus – man beachte auch die Öldruckleuchte oben rechts !

Die Besonderheit auf Bild 20 beschränkt sich nicht allein auf das schicke Lederlenkrad, welches lauf damaliger Angabe von Mike Stück ein Versuch des Sattlermeisters Rimkus ist und nicht in Serie ging.

Dem aufmerksamen Beobachter erschließt sich eine weitere Beobachtung, die zum Schluss führt, dass es sich hier nicht um einen serienmäßig motorisierten 353 handelt: Die Öldruckkontrollleuchte oben rechts.

 

Bild 21 – Versuchsfahrzeug 353 mit Dacia-Motor mit Zwangskühlluftführung (aufgenommen von Mike Stück)Bild 22 – Versuchsfahrzeug 353 mit 3-Zylinder 4-Takt Motor (Entwicklung unter Konrad von Freyberg)

Hier abgebildet ist ein Versuchsfahrzeug mit Viertaktmotor.

Es kann sich um ein 353-Versuchsfahrzeug mit längs eingebautem Dacia-Motor mit Zwangskühlluftführung handeln (Bild 21). Oder um ein 353-Versuchsfahrzeug mit 3-Zylinder / 4-Takt / von Freyberg-Motor; bspw. der, welcher sich im Fundus der Automobilen Welt Eisenach befindet (Bild 22).

Tippen würde ich eher auf den Dacia-353.

Auf Bild 20 ist deutlich die Lenkradschaltung zu sehen, die beide Fahrzeuge aufweisen.

Bilder 21 und 22 sind nicht Bestandteil der 1992 gekauften Fotos.

Das sind alle Detailbilder des 353, die ich habe. Zusätzlich zu diesen erwarb ich damals Bilder der Produktion des 353. Diese werden in einem gesonderten Beitrag gezeigt.