Oh, Du schöner Westerwald! (Signale 68-89)

Gute Laune trotz unmittelbarem Wetterkontakt und kleinster Leistung: NSU Quickly Foto: MSC Altenkirchen (www.msc-altenkirchen.de)

Raiffeisenfahrt 2016: Gutes Wetter - erfolgreiche Rallye

Tatsächlich darf der Westerwald für sich in Anspruch nehmen, eine der schönsten Gegenden Deutschlands zu sein. Zum Glück für Deutschland gibt es jedoch viele schöne Gegenden hier.

Deshalb ist es so wichtig, dass der Westerwald, neben der tollen Landschaft, den netten Menschen und gutem Essen noch etwas anderes zu bieten hat: Die Raiffeisen-Veteranenfahrt des MSC Altenkirchen lädt jeden Herbst die Besitzer historischer Kraftfahrzeuge aus allen Gegenden hier her.

Die Raiffeisenfahrt verdankt ihren Namen dem 1818 in Hamm an der Siegt geborenen Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Raiffeisen gründete im Jahr 1848 den „Flammersfelder Hilfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte“ und sorgte für ein besseres Auskommen deutscher Landwirte in allen Regionen.

 

Zum Automobil konnte Raiffeisen indes wohl keine Beziehung mehr aufbauen. Er starb 1888 in Heddesdorf (heute Teil von Neuwied). Seine Leistungen für die vielen armen Landwirtschaftsregionen Deutschlands wird hier, in seiner Heimat, aber nicht vergessen.

Zur Raiffeisen-Veteranenfahrt 2016 kamen fast 130 Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen der Baujahre von 1928 bis 1985 zusammen. Allen gemeinsam stand eine fast 100 km lange Tour mit beachtlichen Höhenunterschieden bevor.

Doch nicht nur die Strecke ist in jedem Jahr eine besondere Herausforderung. Zusätzlich müssen die Teilnehmer Fragen beantworten, Details aus Fotos am Rande der Strecke finden und Stempelkontrollen passieren.

Der Lohn der Mühe sind dann die zwei Pausen unterwegs. Allerdings gilt es auch dann noch weitere Prüfungen zu bestehen.

 

Bewundernswert, wie die unermüdlichen Zweiradfahrer dieser besonderen Veranstaltung die Treue halten. Der älteste Teilnehmer war 90 Jahre und fuhr auf seinem Motorrad die gesamte Strecke und gewann auch einen Pokal!

Da hatten wir es in unserem Wartburg durchaus gemütlicher. Konnten die Landschaft genießen und uns die Aufgaben zu viert einteilen.

Unsere Jungs schauten die ganze Zeit über nach Links und Rechts, um rechtzeitig die Objekte aus den Fotos zu erkennen. Tanja musste die Fragen beantworten und ich musste mich auf Strecke und Verkehr konzentrieren. So wurde aus der Rallye ein Vergnügen für die ganze Familie.

 

Die Familie der DDR-Kraftfahrzeuge wurde durch uns und sechs weitere DDR-Zweiräder vertreten. Mehrere MZ (ES 175/2 und TS 250), eine AWO 425S, ein Simson Habicht und eine Simson Schwalbe sorgten für ein wenig Ost-Flair im Westerwald.

Die beiden letzteren erreichten mit Platz 2 und 3 in ihrer Klasse (und 15 bzw. 21 gesamt) beachtliche Ergebnisse. Auch die AWO errang den 3. Platz (33 gesamt).

Auch wir konnten uns freuen. Immerhin erreichten wir Platz 4 in unserer Klasse und insgesamt Platz 20 der Rallye.

 

Den Gesamtsieg konnte ein Frauenteam aus Königswinter auf einem VW T2B für sich verbuchen. Auf den Rängen folgten ein Ford Mustang und ein Opel Ascona A.

Den Ehrenpreis für den jüngsten Fahrer konnte ein gerade 18 gewordener Flammersfelder entgegennehmen, der mit seinem toll restaurierten Porsche 912 und einem etwa gleichaltrigen Freund trotz Panne letztlich wohlbehalten ins Ziel kam.

Hoffentlich ein gutes Zeichen dafür, dass die 38. Raiffeisen-Veteranenfahrt nicht eine der letzten gewesen sein muss.

 

 


Titelbild: Gute Laune trotz unmittelbarem Wetterkontakt und kleinster Leistung: NSU Quickly Foto: MSC Altenkirchen (www.msc-altenkirchen.de)