Wolselock Holmes (Signale 67-88)

Wolselock Holmes ermittelte in Halle 5.0 sehr erfolgreich. Er erhielt Platz 1. (Stephan Uske)

Und der Mopedmord -  Ein TC-Messerundgang

Die Techno Classica überzeugt seit ihrer Gründung stets aufs Neue mit dem Einfallsreichtum der nicht-kommerziellen Aussteller, denn sie ist in jedem Jahr auch der Club-Treff für Oldtimer-Freunde aller nur denkbaren Marken.

Unbeschadet eines, im Vorfeld der diesjährigen Messe in einigen Oldtimer-Zeitschriften geäußerten, Unmutes einiger Clubvertreter über die Politik des Techno-Classica-Veranstalters S.I.H.A., waren die Präsentationen der Clubs wieder auffallend zahlreich und phantasievoll.

 

Auch wenn ich selbst noch nie am Clubwettbewerb und der dazugehörenden Jury-Arbeit beteiligt war, habe ich seit einigen Jahren meinen eigen Favoriten für den 1. Platz des Clubwettbewerbs: Die Oldtimerfreunde Dortmund. Auf nur 30m² stellen diese in jedem Jahr höchst anspruchsvolle und gleichermaßen humorvolle Präsentationen auf die Beine. Dabei steht immer der Gegenstand ihres Hobbys, der Oldtimer, im Vordergrund, ist nie nur Beiwerk. Die Themen sind stets auf das ausgestellte Fahrzeug bezogen und handwerklich hervorragend umgesetzt.

 

In den vergangenen Jahren ließen sich auf dem Stand dieses Clubs schon die bekannten Kinderbuch-Figuren Pettersson und Findus besuchen oder eine funktionierende Paniermehlmühle. In diesem Jahr ging man noch einen erheblichen Schritt weiter und ließ einen Mord geschehen.

 

Aufgeklärt wurde das Verbrechen an einem Moped durch den berühmten Detektiv Wolselock Holmes.

Mit Hut, Fliege und Pfeife „untersuchte“ der als Detektiv dekorierte Wolseley das „Verbrechen“.

 

Den Fans und endlich auch der Jury gefiel die Präsentation indes so gut, dass die Dortmunder in diesem Jahr endlich einmal ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen durften. Herzlichen Glückwunsch!

Auf den weiteren Plätzen fand sich die IG T3, die mit einer überlangen Stretch-Limousine auf Basis eines VW T3-Busses nach Las Vegas unterwegs war.

 

Auf Platz 3 das Fusselforum. Jene Truppe, die eines ganz besonders gut kann: vermeintlichen Schrott neu zu dekorieren. Das half den Fussel-Tunern auch bei der Gestaltung ihres komplett anderen, aber nichtsdestotrotz sehr sehenswerten Standes.

Da Schrottplätze in der Oldtimerszene ganz offensichtlich positiv belegte Orte der Hoffnung auf Schnäppchen sind, verwundert es auch nicht, wenn auf Platz 4 ebenfalls eine Schrottplatzszene auftauchte: Der Unimog-Veteranen-Club stellte einen Unimog mit Schrottkran in passender Kulisse aus. Das sah gut aus.

 

Etwas weniger war ich vom 5. Platz begeistert. Den holte sich in diesem Jahr das Fiat 500 Forum mit einem ModellautoBausatz. Schon Mal gehört? Stimmt. Im letzten Jahr gewann der Stand, durchaus zu Recht, einen vordersten Platz. In diesem Jahr kam eine etwas abgewandelte Wiederholung. Der Jury hat es gefallen.

Auf dem 5. Platz fanden sich die Opel Kadett B und Olympia A Liebhaber aus dem Ruhrgebiet wieder. Hier wurde eine sehenswerte Autoreise-Zug-Szene nachgestellt.

Liebevoll in einem Badezimmer hatten die VW-Typ3-Liebhaber ihr Fahrzeug arrangiert. Platz 7 dafür von der Clubjury.

 

Erwähnenswert an dieser Stelle noch Platz 8. Die Borgward-IG hatte ihre Fahrzeuge optisch verkleinert und damit ein Kinderzimmer geschaffen.

Die Ausstellung unserer Vereine zum 50. Geburtstag des Wartburg 353 war von ihrer Entstehung, der Umsetzung und Gestaltung von vornherein nicht als ein Stand mit Ambitionen im Club-Wettbewerb prädestiniert. Trotzdem erhielten wir so viele Punkte, dass wir es auf Platz 18 und damit unter die ersten 20 Stände schafften. Wir waren darüber ehrlich erstaunt und haben uns natürlich sehr gefreut.

 

Vor uns, auf Platz 13 fand sich noch ein anderer Club der IFA-Szene. Das IFA-Kollektiv Rheinland hatte sich ein Thema rund um die Leipziger Messe gestaltet. Das war 2016 die beste Platzierung für Fahrzeuge aus der Produktion der ehemaligen DDR.

Aber auch wenn bei Weitem nicht alle gut gestalteten Stände ausreichend Punkte für einen Platz auf dem Siegertreppchen erhalten können, bleibt doch festzuhalten, dass die Qualität der Stände und ihrer Gestaltung durch die Clubs erfreulich gut war. Auch die Vertreter der DDR-Fahrzeug-Szene haben sich da positiv hervorgetan. Der Trabant-Stammtisch Velbert zum Beispiel präsentierte einen IFA F8 im Restaurierungszustand in einer Garage. Die IG Wartburg-Trabant-Barkas  stellte einen Trabant Kübel, ein Ostermann-Cabrio und eine Schwalbe aus und hatte damit viele interessante Fahrzeuge auf ihrem Stand versammelt.

 

Auch das Melkus-Register glänzte auf seinem kleinen Stand gleich mit zwei, wirklich sehenswerten Exponaten.

 

Noch etwas soll an dieser Stelle positiv hervorgehoben werden. Die S.I.H.A. Ausstellungen und Promotion GmbH hat sich in den letzten Jahren nie durch zu große Offenheit gegenüber den privaten Ausstellern ausgezeichnet. In diesem Jahr gab es erstmals ein klares Bekenntnis zum Standort Essen und ein paar Informationen zur TC 2017. Danach sollen die Hallen 6.1, 7.1 und 8.1 2017 noch vorhanden sein. Auch ein kleiner Abschnitt der Halle 9.1 soll vom Abriss verschont werden und als Brücke zwischen Halle 6.1 und 8.1 dienen.

 

Zum Ausgleich der entfallenen Standflächen wird die Messe Essen Zelte aufstellen. Bestehende Plätze sollen wieder an die gleichen Aussteller zugewiesen werden.

Bis 2017….

 


Titelbild: Wolselock Holmes ermittelte in Halle 5.0 sehr erfolgreich. Er erhielt Platz 1. (Stephan Uske)