Das Museum... (Signale 67-88)

Der Eingang des Huskvarna-Museum

...am anderen Ende der Welt - Besuch im Husqvarna-Museum in Schweden

In der Rubrik „Das Museum am anderen Ende der Welt“ stellen wir normalerweise interessante Museen vor, die sicherlich noch nicht Jeder besichtigen konnte. Einfach weil sie eben nicht ganz so einfach zu erreichen sind. Dieses Mal berichtet Heiko Both über das Husqvarna- Museum in Husqvarna/Schweden.

Nachdem in der „Signale“ schon sehr interessante Berichte von Kraftfahrzeugmuseen erschienen, möchte ich ein weiteres hinzufügen.

Das Husqvarna- Museum in Schweden.

Anlässlich einer Geschäftsreise hatte ich die Gelegenheit es zu besichtigen.

 

Ein Blick in die AusstellungDie meisten von uns werden die Rasenmäher, Motorsägen und Nähmaschinen von Husqvarna kennen.

Die Motorräder kennen wir durch die Erfolge im Motorsport, bei Straßenrennen in den 30igern, später lange Zeit durch Erfolge bei Gelände- und Motocrosswettbewerben. Unter dem Markennamen Husqvarna werden bis heute Motorräder produziert.

 

Doch gegründet wurde das Unternehmen, wie einige andere auch, für die Herstellung von Waffen.

Später folgten Öfen, Motoräder, Haushaltsgeräte, Küchenherde und sogar ganze Küchen, Motorsägen, Außenbordmotoren und vieles mehr.

Das ganze Programm wird in einer gut gemachten Ausstellung in einem der ältesten Firmengebäude präsentiert. Die Exponate sind durchweg Schwedisch und Englisch beschriftet und nach Themenbereichen geordnet.

Die Firma Husqvarna existiert seit 1757 und ist damit eine der ältesten Marken in Europa.

 

Für mich, als Fahrzeugliebhaber war natürlich die Motorradhistorie von besonderem Interesse.

Bis zum Ende des 2. Weltkrieges wurden nahezu ausnahmslos 4- Takt Motorräder gebaut, mit denen Husqvarna bei den großen Straßenrennen ganz vorn mitfuhr. Bekannte Fahrer errangen mehrfach Siege für die Marke mit dem gekrönten „H“. Eine Rekordmaschine für einen liegenden Fahrer mit kleinem Hinterrad von 1929 und die großartigen Rennmaschinen mit dem V2 Zylindermotoren aus den 30igern sind hier die Highlights.

 

Die Nachkriegszeit gehört bis heute dem 2- Takt Motor. So ähnlich wie auch bei DKW/MZ in Zschopau baute man bei Husqvarna robuste und leistungsstarke Motorräder, welche im Alltag und im Wettbewerb große Beachtung erfuhren. Auch leichte Maschinen für die Motorisierung des „kleinen Mannes“ wurden hergestellt.

In den 60iger Jahren beispielsweise, kaufte sich ein Husqvarna- Mitarbeiter ein neues Motorrad und legte damit Sommers wie Winters, über 650000km zurück, ehe er das Fahren aus Altersgründen aufgab und sie im Museum parkte.

Eine Reihe wunderschöner Mopeds mit durchaus technisch interessanten Lösungen lockern die Sammlung auf.

Die gesamte Palette der Motocrossmaschinen ist zu sehen, darunter natürlich auch die des schwedischen Nationalhelden und Weltmeisters in der Klasse bis 500cm³, Rolf Tibblin.

Interessante Motoren, auch als Schnittmodelle, ergänzen die Ausstellung.

 

Für die komplette Besichtigung hatte ich mir 4 Stunden Zeit genommen, wobei das noch knapp bemessen war, wenn man sich alles genau ansehen wollte.

Alles in Allen – überaus interessant und lehrreich.

 

Anreise:

Das Museum befindet sich in der Stadt Husqvarna an der Autobahn von Helsingborg nach Stockholm (Europastraße E4).

 

Öffnungszeiten:

Es ist das ganze Jahr über täglich geöffnet.

Montag bis Freitag ab 10:00 Uhr.

Die Schließzeiten variieren je nach Saison:

 

15:00 Uhr zwischen Oktober und April

 

17:00 Uhr von Mai bis September.

 

An Samstagen und Sonntagen hat das Museum ganzjährig von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet.

 

Eintritt:

60SEK (Erwachsene);

Ermäßigte 50 SEK,

Kinder ab 12: 30 SEK,

darunter frei.

 

 

/ Haiko Both