120 Jahre später (Signale 67-88)

Wartburg-Halbrenner (1912) (Lars Büttner)

Comeback der Wartburg mit zwei Rädern

Die Fahrzeugmarke „Wartburg“ kehrt wieder zurück. Zumindest mit komfortablen und gleichzeitig hochwertigen Fahrrädern könnte dieses Comeback gelingen.

Vor einiger Zeit hat unser Vereinsmitglied Lars Büttner hier in IFA-Kurier & Wartburg-Signale über die 35 Jahre währende Geschichte der Zweiräder aus Eisenach berichtet.

Seinen Artikel läßt sich in der Ausgabe 60/81 von Oktober 2014 nachlesen.

 

SteuerkopfschildWartburg war ab 1897 eine von drei Fahrradmarken in Deutschland. Ob die Produktion der Zweiräder bereits mit der Gründung der Fabrik 1896 aufgenommen wurde, läßt sich nicht einwandfrei klären.

Doch er war nicht nur einfach so an der Historie der seinerzeit geschätzten und vielfach gelobten Wartburg-Fahrräder interessiert.

 

Im Gegenteil, Lars möchte diese Geschichte fortschreiben.

Zu diesem Zweck gründet er zur Zeit die Wartburg Velociped Manufactur. Unter diesem Namen sollen ab dem Frühjahr 2018 wieder „Wartburg“-Fahrräder produziert werden.

Dabei geht es nicht um ein High-Tech-Kohlefaser-Magnesium-Geschoß für Profirennfahrer.

Vielmehr möchte Lars zwei attraktive Modelle aus den 1910er Jahren als Vorbild für seine neuen Fahrräder nutzen: das Damenrad und den Halbrenner.

Er verspricht, dass die neuen Räder ihren Vorbildern sehr nahe kommen werden.

Trotzdem sollen die Räder höchsten technischen Anforderungen entsprechen und weitgehend auf Kunststoffteile verzichten.

Ebensowenig sollen Komponenten der Großserienhersteller aus Asien verwendet werden.

Geplant ist, fast ausschließlich Komponenten aus Deutschland zu verwenden.

Fast bedeutet, dass es eine Ausnahme geben wird: Beim Sattel. Für den gewünschten Ledersattel konnte hierzulande kein geeigneter Hersteller gefunden werden.

Durch diese Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass auch die neuen „Wartburg“-Räder wieder zu den Premium-Drahteseln am Markt gehören.

 

Dabei möchte Lars auf keinen Fall auf das Label „Made in Germany“ verzichten.

Noch viel lieber wäre es ihm, wenn er sogar „handmade in Eisenach“ auf seine Fahrräder prägen lassen könnte.

Das berichtet die Thüringer Landeszeitung in Ihrer Ausgabe vom 24.05.2016.

Dieses Ziel könnte durch den Zusammenbau wesentlicher Fahrzeugkompo-nenten und / oder die Endmontage der Räder in Eisenach selbst verwirklicht werden.

 

Die Finanzierung dieses Projektes hat mit Nostalgie nur wenig zu tun. Hier setzt Lars im ersten Schritt ganz auf die Neuzeit und nutzt das so genannte Crowdfunding. Bei dieser Art der Finanzierung stellen Unternehmer ihre Pläne und Ideen auf speziellen Internet-Plattformen vor und bitten um Beteiligungen durch interessierte Besucher.

 

Über diesen Weg sollen die ersten 300 Fahrräder produziert werden.

Vielleicht können echte Fans ja in absehbarer Zeit endlich wieder ein Neufahrzeug der Marke Wartburg erstehen...

 


Titelbild: Wartburg Halbrenner, Werbeanzeige, Lenkradschild und noch ein echtes Wartburg-Herrenrad der Frühzeit. (Alle Bilder: Archiv Lars Büttner)