Tolle Truppe (Signale 66-87)

Mitglieder des Allgemeinen Wartburgfahrerclub Eisenach (AWE)

Neuer Ausstellungsbereich im Museum AWE eröffnet

„Warten - Pflegen - Reparieren“. Wer viele Jahre, ja Jahrzehnte auf seinen Wartburg warten musste, wer eine unglaubliche Summe für den Kaufpreis zahlen musste und wer auf ein nur wenig Kundenorientiertes Serviceangebot mit bis zur Unsichtbarkeit reduziertem Ersatzteilangebot traf, der wollte und musste sich selbst helfen können.

 

In unermüdlicher Arbeit entstand eine waschechte Wartburg-GarageDiesen Teil der Lebensrealität der DDR können die blankpolierten Autoträume und Prototypen in einem normalen Automobilmuseum nicht vermitteln. Hier sieht immer alles perfekt aus und im Vergleich mit der heutigen Realität und ihrem Überangebot eben auch an Kraftfahrzeugen für den Individualverkehr, sowie der mittlerweile gängigen Praxis der Finanzierung beim Pkw-Kauf können sich vor allem junge Besucher kaum ein Bild von dieser eingangs beschriebenen Realität machen.

 

Das Museum Automobile Welt Eisenach geht deshalb einen ganz konkreten Schritt in die Richtung, eben auch diesen Aspekt der automobilen Welt in den Fokus seiner Besucher zu rücken.

 

Pünktlich vor Weihnachten, wie ein etwas vorgezogenes Geschenk, übergaben die Mitglieder des Allgemeinen Wartburgfahrerclub Eisenach das, von ihnen aufwändig gestaltete, Diorama einer typischen Wartburg-Garage.

 

Reparaturidylle vergangener TageSo eine Garage war bei Weitem nicht nur Schutz und Unterstand für das vierrädrige Familienmitglied. Hier mussten auch Wartungs– und Pflegearbeiten durchgeführt werden und oftmals wurde hier auch so genannter Goldstaub gelagert. Das waren die nur unter großen Mühen oder mit guten Beziehungen erhältlichen Ersatzteile.

 

Die Präsentation des Museums besteht aus einer richtig gemauerten Garage, deren eine Längsseite „durchsichtig“ ge-staltet wurde.

Mit großem Aufwand, viel Liebe fürs Detail und einem guten Auge für eine interessante und historische korrekte Gestaltung wurde diese Garage aufgebaut und eingerichtet.

 

Blick in die fertige Garage mit einem Wartburg 353 Tourist bei der BremsenreparaturIn nur drei Wochen wurde hier ein echtes „Denk-mal“ zur zeitgeschichtlichen Einordnung der automobilen Realität der letzten beiden Jahrzehnte der DDR geschaffen.

Reparatur– und Pflegemittel, sowie ein reichhaltiges Sortiment an Ersatzteilen, aber auch so kleine augenzwinkernde Details, wie die beiden Zeitschriftenposter von unbekleideten jungen Frauen in der Türinnenseite des -  selbstverständlich nur zufällig - geöffneten Garagenspinds runden das Bild gekonnt ab.

 

Dabei ging die Detailversessenheit der Erbauer sogar so weit, auch Installations– und Baumaterialien aus der dargestellten Epoche zu verwenden.

Auf diese Weise ist ein eindrucksvolles Exponat für das sich ständig erweiternde Museum entstanden, dass im ganz zu Anfang erwähnten Ausstellungsmodul „Warten - Pflegen - Reparieren“ einen besonderen Blickfang darstellt.

 

Ein großer Dank an die unermüdlichen „Wartbürger“ des AWE!

 


 

Titelbild: Mitglieder des Allgemeinen Wartburgfahrerclub Eisenach (AWE) Foto: Salzmann

Bild 1: In unermüdlicher Arbeit entstand eine waschechte Wartburg-Garage (Foto: Enrico Martin)

Bild 2: Reparaturidylle vergangener Tage (Foto: Enrico Martin)

Bild 3: Blick in die fertige Garage mit einem Wartburg 353 Tourist bei der Bremsenreparatur (Foto: Enrico Martin)