Das Museum... (Signale 65-86)

In der Rubrik „Das Museum am anderen Ende der Welt“ stellen wir normalerweise interessante Museen vor, die sicherlich noch nicht Jeder besichtigen konnte. Einfach weil sie eben nicht ganz so einfach zu erreichen sind.

Dieses Mal machen wir wieder einmal eine Ausnahme. Im August 2014 besuchten wir nämlich ein ganz besonderes Museum, welches hier unbedingt erwähnt werden muss.

Das Schloss Wildeck stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert und ist eng mit der Entstehung der Stadt Zschopau verbunden. In den Jahren seit seiner Entstehung hatte das heutige Schloss schon viele Aufgaben. Wer will kann sich in der Bibliothek mit Lesestoff versorgen oder im Hochzeitszimmer des Standesamtes Zschopau den Bund fürs Leben schließen. Heute beherbergt das Schloss darüber hinaus unter anderem verschiedene Museen. So zum Beispiel ein Druckerei–, ein Stein– und ein Münzereimuseum.

Am interessantesten ist für Fans der Motorradhistorie des Ortes die hier ebenfalls beheimatete Ausstellung zur Geschichte des Fahrzeugbaus.

Vor vielen Jahren habe ich die Zweiradaustellung in Zschopau schon einmal besucht. Damals handelte es sich jedoch eher um eine Art „Traditionskabinett“ für MZ Motorsport.

Im Jahr 2014 fand ich hingegen eine wirklich sehenswerte Ausstellung zur MZ-Geschichte vor.

Die Exponate verteilen sich über mehrere sehr schön gestaltete Räume auf zwei Etagen.

Der Fokus liegt noch immer auf dem Motorsport auf MZ und das Rückgrat der Ausstellung sind die Sammlung „Rassmussen“ und die von Harald Uhlig aus Rennerod im Westerwald.

Einige andere interessante Leihgaben runden die eher kleine Ausstellung ab.

Eine Reise nach Zschopau lohnt sich allein der schönen Landschaft wegen. Allerdings sollte, wer einmal hier ist, auf gar keinen Fall versäumen eben dieses Museum zu besuchen und sich einen Eindruck von der Technikgeschichte der Sachsen zu machen.

Der Rundgang beginnt im Erdgeschoß. Hier begrüßen 14 eher konventionelle Nachkriegs-Zweiräder die Besucher. Alle Maschinen befinden sich optisch in einem hervorragenden Zustand.

Im Nachbarraum kann man den Geist des Motorsports spüren. Wunderschöne Maschine, abseits der Serie hergestellt und in ihrer aktiven Zeit erfolgreiche Sportgeräte in internationalen Wettkämpfen haben sich hier versammelt.

Man möchte den kleinen Raum eigentlich gar nicht mehr verlassen.

Doch auch im Obergeschoß warten noch einige Exponate der „Sammlung Rassmussen“ auf den Besucher.

Wer sich jetzt fragt, wer oder was Rassmussen ist, dem sei verraten: Es handelt sich um eine Sammlung die durch die Familie des DKW-Gründers Jörn Skafte Rassmussen dem Museum im Schloss Wildeck zur Verfügung gestellt wurde.

Hier spielt MZ naturgemäß noch keine Rolle. Hier dominiert DKW. Das Unternehmen, das dem Motorrad als Massenfortbewegungsmittel auf die Welt geholfen hat und das einstmals der größte Produzent eben dieses Massenverkehrsmittels gewesen ist.

Mir sei noch ein Hinweis auf ein eher kleines Exponat gestattet: Der DKW „Teufelchen“ erlaubte es dem Nachwuchs der stolzen DKW-Fahrer schon von Kleinauf ein positives Verhältnis zur Marke DKW zu entwickeln.

Neben dem in den tollsten Farben lieferbaren Teufelchen gab es noch weitere Modelle, wie den Blitz, den Pfeil und den Sausebraus. Allesamt hergestellt in dem allerhöchstens unter wirklich eingeweihten Automobilisten bekannten Fahrzeugproduktionsstandort Naumburg an der Saale.

Diese Fahrzeuge waren, anders als im heutigen Missverständnis, noch echte Kinderspielzeuge und keine Sammlerobjekte.

 

Schloss Wildeck

Schloss Wildeck 1 | 09405 Zschopau

 

Eintritt:

5,00 EUR (ermäßigt 3,00 EUR)

2 Erwachsene u. mind. 1 Kind 10,00 EUR.

Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt.

 

Öffnungszeiten Schloss mit Ausstellungen täglich:

Apr-Okt:   10.00 - 17.00 Uhr

Nov.-Mär:   10.00 - 16.00 Uhr

Schließtage: 24.12., 25.12. und 31.12.

 

Das Alternativprogramm zur Technik erlaubt einen Spaziergang durch den schönen Garten des Schlosses und schließt einen bedarfsweisen Besuch des zum Schloss gehörenden Spielplatzes nicht aus.

 

/ Stephan Uske