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Die restaurierte Westfassade des Museums awe

Automobile Welt Eisenach vergrößerte Ausstellungsfläche

Zum Jahreswechsel erhöhten sich die Eintrittspreise für die Ausstellung der Automobilen Welt Eisenach um 20%. Nunmehr sind an der Kasse 6 Euro fällig, wenn sich der interessierte Besucher über die Industriegeschichte in und um Eisenach informieren möchte. Was hier wie eine schlechte Nachricht beginnt ist in Wirklichkeit eine frohe Kunde.

 

Seit die Stiftung Automobile Welt Eisenach das Automobilbaumuseum vor fast zwei Jahren übernommen hat, ist hier viel geschehen.

Die Sanierung des Gebäudes wurde ebenso vorangetrieben, wie der Ausbau im Inneren mit einem neuen Fahrstuhl oder die Umgestaltung der kompletten Ausstellung in Modulen. Dabei wurden nicht einfach nur die bekannten Ausstellungsstücke etwas herum gerückt. Zu Ostern 2015 wurde mit der feierlichen Eröffnung des Modul „Ehrhardt“ gezeigt, wohin die Reise gehen soll: mit Blick auf den historischen Kontext der Industrialisierung wird in Eisenach exemplarisch die Geschichte der Änderung der Produktionsmethoden - vor allem, aber nicht nur - im Automobilbau vorgestellt.

 

IFA-Kurier & Wartburg-Signale berichtete ausführlich darüber.

Noch vor dem Sommer konnte dann die Ausstellung zur gegenwärtigen Automobilproduktion in Eisenach durch Opel eröffnet werden.

Dieses „Gegenwartsmodul“ befindet sich im Westteil des Obergeschosses und erweitert die Ausstellungsfläche um 50%!

Zum Jahresende 2015 konnte dann auch noch das „Garagenmodul“ im Ausstellungsbereich „Pflegen - Warten - Reparieren“ im Ostteil des Erdgeschosses eingeweiht werden. Hier haben die Freunde des Allgemeinen Wartburgfahrerclub Eisenach - nicht nur als Organisatoren des „Heimwehtreffens“ bekannt - mit viel Liebe zum Detail eine typische Garagenwerkstatt der DDR nachempfunden.

 

Noch im Frühjahr 2016 soll ein weiteres Modul in Zusammenarbeit mit der BMW Fahrzeugtechnik eröffnet werden.

Und für Sommer 2016 ist eine Sonderausstellung zum 50. Geburtstag des Wartburg 353 in Vorbereitung.

Das geplante kleine Café im Mittelgeschoß ist bereits fast fertig, Fußböden wurden neu verlegt.

Im Hintergrund liefen und laufen viele weitere Aktivitäten zur zukünftigen Gestaltung des Museums und zur Nutzbarmachung vorhandener Exponate und Räumlichkeiten.

So soll unter anderem im Westen des Obergeschosses ein Saal für Festlichkeiten mit 250 Plätzen entstehen.

Die Stiftung ist optimistisch, dass dieser Raum eher als ursprünglich gedacht eröffnet werden kann.

Fast das gesamte letzte Jahr war das Museum eine Baustelle. Trotzdem lief der Betrieb weiter.

Das sich die Anstrengungen lohnen zeigt sich gleich mehrfach.

 

Unmittelbar zu messen ist das leicht gestiegene Besucherinteresse. Über 30.000 Besucher kamen letztes Jahr in das Eisenacher Museum.

Ein weiterer Indikator ist das Interesse und die Unterstützung des Museums durch ehemalige Werksangehörige oder deren Angehörige durch Übergabe von interessanten Artefakten aus der Historie des Automobilwerkes.

Ob es sich dabei um über 100 Jahre alte Fotografien des Werkes und seiner Belegschaft handelt oder um Originalzeichnungen zu Designentwürfen oder auch um originale Embleme aus der Frühzeit des VEB AWE.

Die Bemühungen des Museums, seiner Träger und Förderer zur Bewahrung der interessanten Geschichte werden allgemein wahrgenommen und anerkannt.

 

Vor diesem Hintergrund ist die, eingangs erwähnte, Anhebung des Eintrittspreises nicht nur zu verschmerzen.

Immerhin bietet das Museum Automobile Welt Eisenach für 20% Preiserhöhung über 50% (und ab Sommer 100%) mehr Ausstellungsfläche. Von der deutlich gestiegenen Attraktivität der Präsentation, dem zeitgemäßen und komfortablen Ausbau des Gebäudes und dem deutlich erweiterten Fokus des gesamten Museums ist da noch gar nicht die Rede.

In diesem Sinne besteht nun definitiv kein Grund, sich an dem neuen Eintrittspreis zu stören.

 

Das zweite Fazit dieses Artikels betrifft die Teilnehmer und Kenner der Eisenacher Automobilbau-Szene: Wegen der vielen und fortdauernden Änderungen lohnt sich ein Besuch im Museum Eisenach auf jeden Fall.

Auch Experten der Materie dürfen sich über die eine oder andere neue Information in der Ausstellung freuen.

Da lohnt der Besuch sogar mehrmals im Jahr.

In diesem Sinne sehen wir uns -  im Automobilbaumuseum in Eisenach!

 


 

Titelbild: Die restaurierte Westfassade des Museums "awe"