Auto erfreut den Menschen! (Signale 65-86)

Martin Völz auf der Bühne

Von Autos und Menschen, die sie fahren

Trotz aller Schlagzeilen, die Neuwagen, ruhender sowie mäßig fließender Verkehr verursachen: Das alte Auto ist immer Publikumsliebling. Kein Dorffest ohne Oldtimer, zu Märkten und Treffen pilgert die ganze Familie oder die versammelte Mannschaft.

Sympathie allenthalben, ein markiger Abgasgeruch wird hingenommen. Um die Akzeptanz unseres Hobbys brauchen wir uns wohl in absehbarer Zeit keine Sorgen zu machen.

 

Das Jahr 2015 ist schon wieder Geschichte. Doch ein paar angenehme Erinnerungen, die mir die Wartburg-Liebhaberei bescherte, bleiben.

Zunächst die Reparaturen: beim 312 waren wieder mal die Bremsen zu überholen und ein paar Kleinigkeiten zu machen. Auseinander- und wieder zusammenbauen – es gelang mit Erfahrung und Geduld, sowie der Ersatzteilhilfe eines Wartburg-Freundes. Die Temperaturprobleme beim Ihling-Trans bekam ich dagegen eher zufällig in den Griff. Im vorigen Jahr verbrauchte ich 2 Zylinderkopfdichtungen weil der Motor zum Überhitzen neigte. Wir einigten uns mit meinem Freund, dass das nur am Kühler liegen könnte. Nachdem ich mit einigen Flüchen den Frontkühler gewechselt hatte, überhitzte der Motor immer noch. Das Mäusekino zeigte überdurchschnittlich hohen Verbrauch an und irgendwie verschluckte sich der Motor beim Gas geben und strebte gar nicht so recht vorwärts. Notgedrungen widmete ich mich zum wiederholten Male dem Jikov-Vergaser. Ich las zum wiederholten Male ganz gründlich das Kapitel im Handbuch und experimentierte etwas und siehe da, nach dem (richtigen) Zusammenbau (- das ist eine andere Geschichte) funktionierte es zum ersten Mal seit ich dieses Auto besitze, dass es richtig Spaß machte, damit zu fahren.

 

Dann die Fahrten: unterwegs ging nichts kaputt! Wie schön, mit Gelassenheit zu Treffen oder Privat unterwegs zu sein. Merke: der Langsamste in der Kolonne hat nach vorne fast immer freie Fahrt! Höchste Konzentration verlangt nur das spontane Fotoshooting der Vorbeifahrenden, denn wenigstens einer der Fahrzeuglenker sollte spurtreu bleiben. Den hochgehaltenen Daumen als Ausdruck der Freude und Anerkennung kennt wohl jeder.

Und nicht zuletzt: Die Treffen. Die Tage in Essen bei der TC waren wie immer – schön, anstrengend, begegnungsintensiv. Höhepunkt war meine Reise nach Eisenach. So gute Atmosphäre hatte ich nicht erwartet.

 

Unser Clubtreffen fand im kleinen Kreis statt, dafür aber mit einer Überraschung: Wir lernten unser Mitglied Detlef  Branicki und seine Gattin kennen! Auf der Rückreise vom Ostseeurlaub kamen sie unangemeldet in die Versammlungsrunde. Mit Beiden kamen wir angenehm ins Gespräch und ich bedaure sehr, dass Detlef wegen Hausbau und familiärer Verpflichtungen bisher noch nie in unserer Runde war. Hoffentlich ändert sich das.

Der Grund für Ort und Termin unseres Jahrestreffens war, dass ich in einer Theatergruppe mitspiele, die einmal im Jahr Szenen aus der Geschichte Prenzlaus aufführt. In diesem Jahr widmeten wir und aus historischem Anlass der jüngsten Vergangenheit, der DDR. Wir haben das Publikum gut unterhalten und waren mit der gelungenen Aufführung sehr zufrieden.

Und was hob die Lokalzeitung in ihrem Artikel heraus? Die Autos, die ich organisiert hatte. Da war ein F8 Lieferwagen, der 1958 den Konsum belieferte, da war der Wolga, der 1969 den Bezirksparteisekretär zur Einweihung des größten VEB der Stadt brachte, da waren 3 verschiedene LADA (bei jeder der drei Aufführungen ein anderer) die ein Freund aus Schwedt beisteuerte, um 1976 die Berliner Stasi zum Kirchenkonzert von Wolf  Biermann zu chauffieren und nicht zuletzt ein "Genex"-Trabbi, mit dem der junge Familienvater seine Frau vom Tischtennistraining abholen wollte. Eine "Schwalbe spielte auch eine Rolle. Jedes Auto wurde mit Wohlwollensäußerungen vom Publikum begrüßt.

 

 Ich habe mich sehr gefreut, dass ein wesentlicher Teil unserer aktiven Clubmitglieder auch deswegen in Prenzlau waren und danke auch denjenigen, die etwas länger blieben und unserer Theatertruppe noch bei der Bühnenberäumung halfen.

Auf  der Mitgliederversammlung wurde erörtert, ob es uns gelingen könnte, zur nächsten TC in Essen echte Raritäten aus Eisenach auszustellen. Die Bereitschaft von Autobesitzern dazu liegt vor. Leider wird daraus nichts werden, da wir den Transport und eine eventuelle Zwischenunterbringung in Essen nicht organisieren können. Das ist zwar sehr schade, wir hoffen aber, dass das nachgeholt werden kann. So lasst uns überlegen, was im nächsten Jahr 2016 machbar ist.

 

So blicke ich auf ein ereignisreiches Jahr zurück, in dem mir mein Hobby Freude und Abwechslung brachte. Ich wünsche, Euch erging es ebenso.