Zeitgeschichte (Signale 62-83)

Die gebundene Ausgabe der Vorwende-Signale

45 Jahre Wartburg-Signale

 

Im Frühjahr 2012 feierten wir den 20. Geburtstag der Wartburg-Signale. Jetzt plötzlich sind es schon 45 Jahre? Wo ist die Zeit nur geblieben? Keine Angst! Wir sind noch immer im Jahr 2015 und doch stimmen beide Jubiläen. Als der EDWFC 1992 die Erlaubnis erhielt, sein Vereinsorgan „Wartburg-Signale“ zu nennen, hatte dieser Name schon eine lange Geschichte.

Die Wartburg-Signale erschien im Frühjahr 1970 zum ersten Mal. Etwas kleiner als DIN A5, 8 Seiten Umfang und im Graustufendruck mit der Kontrastfarbe Blau.  Die Wartburg-Signale war eine offizielle Publikation der Kundendienstabteilung des VEB AWE und richtete sich weder an Endkunden noch an Werksangehörige. Ihre Zielgruppe waren vielmehr Messebesucher, Werkstätten, Kooperationspartner ,aber auch Presse, Rundfunk und das Fernsehen.

Die Redaktion bestand anfangs aus zwei Personen: Horst Ihling, dem damaligen Pressechef des AWE und Wolfgang Rödiger, einem freien Journalist und Buchautor aus Erfurt. Verteilt wurde das, alle zwei Monate erscheinende, Heft über die Werbeabteilung des VEB AWE und über Verkaufseinrichtungen des VEB IFA-Vertrieb.

Zu den oft sechs Ausgaben pro Jahr kamen noch einige, teilweise sehr aufwändig und umfangreich gestaltete, Sonderausgaben hinzu. So zum Beispiel 1976, als die Sonderausgabe der Wartburg-Signale in Farbdruck und einem Umfang von 36 Seiten den 80. Geburtstag des Eisenacher Automobilbaus feierte.

Den Lesern sollte über die Wartburg-Signale Informationen über Produktionserfolge, Messepräsentationen, technische Neuerungen, sportliche Erfolge, Servicestationen im In- und Ausland, Fahr- und Service- Tipps und über historische Fahrzeuge aus Eisenacher Produktion vermittelt werden. Im Jahr 1984 erschien die Wartburg-Signale zum letzten Mal in dieser Form.

Erst als sich  der neu gegründete EDWFC  1992 mit der Bitte um einen passenden Namen für seine Vereinszeitschrift an den Kundendienst der AWE GmbH i.L. wendete, kam von deren letzten Leiter, Michael Stück, der Vorschlag und die Erlaubnis zur Fortführung dieses Namens.

Wir sind sehr stolz darauf, das Michael diese Idee nie bereuen musste und, ganz im Gegenteil, der Wartburg-Signale und dem EDWFC immer in herzlichster Weise verbunden blieb.

Nach sieben Jahren Unterbrechung erschien also die „neue“ Wartburg-Signale ab 1992 durch den EDWFC.

Da die Herausgabe der Wartburg-Signale seither stets eine ehrenamtliche Freizeitbeschäftigung ihrer Redakteure war prägten die einzelnen Zeitungsmacher das Heft nachdrücklich. Außerdem lassen sich beim Vergleich der einzelnen Ausgaben untereinander die rasante technische Entwicklung der letzten Jahren und ihr Einfluss auf die Gestaltung und Ausführung der Hefte ablesen. Im Laufe der Jahre engagierten sich die in der Tabelle genannten Redakteure für die Wartburg-Signale.

 Die Themen richteten sich stets nach den Wünschen und Interessen der Mitglieder und Leser. So bestand die Wartburg-Signale immer aus einem Mix aus aktuellen Szene-Informationen, Historienberichten, Techniktipps und Modellvorstellungen. Von Anfang an spielte das Engagement des EDWFC auf der Techno Classica in den Ausgaben des Clubmagazins eine große Rolle.

Im Dezember 2001 erschien die Wartburg-Signale zum vorerst letzten Mal. Nach fast 10 Jahren in ehrenamtlicher Redaktionsarbeit bei wechselnden Redakteuren war die Motivation bei den immer weniger werdenden Mitgliedern des EDWFC für ihren Verein und ihre Zeitung zu arbeiten immer geringer geworden. Es war für den traditionsreichen EDWFC eine schwere Zeit.

Um den verbliebenen Mitgliedern wieder einen materiellen Gegenwert für ihren Mitgliedsbeitrag zu bieten und um die allgemeine Motivation anzuheben, musste die Zeitung wieder regelmäßig, in attraktiver Aufmachung und natürlich mit interessanten Themen erscheinen.

Die Redaktion wurde deshalb im Jahr 2000 von Dirk Flach und mir übernommen. Wir hatten schon als Redaktion des "IFA-Kurier" Erfahrungen sammeln können und erklärten uns dazu bereit, zusätzlich zum IFA-Kurier auch noch die Wartburg-Signale zu betreuen. Es erschien im Januar 2001 die letzte in der Redaktion von Ansgar Glahse hergestellte Wartburg-Signale. Die neue Redaktion half an dieser Ausgabe schon mit. Es gelang im Jahr 2001 wieder vier Ausgaben herzustellen und auszuliefern.

Die Belastung der Redaktion mit nunmehr insgesamt acht verschiedenen Zeitungen pro Jahr war allerdings doch zu groß. Denn immerhin bestand der Ehrgeiz darin beide Hefte (IFA-Kurier und auch Wartburg-Signale) ungefähr zeitgleich aber mit unterschiedlichen Themen herauszugeben. Das gelang auch. Die Personalunion der beiden Redaktionen ließ aber die Idee einer vereinsübergreifenden Zeitschrift sowohl für EDWFC- als auch für RWF&IFR-Mitglieder entstehen. Die beiden Hefte sollten deshalb zukünftig gemeinsam in einer Ausgabe erscheinen. Für den Fall, dass zukünftig der Wunsch nach wieder getrennten Ausgaben bestehen sollte, wurden beide Namen im neuen Heft eingebracht und die Zählung der Ausgaben ist fortlaufend seit Erscheinen der allerersten Ausgabe des jeweiligen Titels.

Am 15. Januar 2012, fast genau zwei Jahre vor seinem Tod hat Mike Stück uns zum Jubiläum 20 Jahre Wartburg-Signale beim EDWFC herzlich gratuliert. Dabei hat er uns bestätigt, dass wir inhaltlich und gestalterisch tatsächlich die Tradition dieser Publikation aufs Beste fortgeführt haben.

Unmittelbar nach Michaels Beerdigung im Februar 2014 fasste ich den Entschluß, möglichst viel über die Geschichte der Wartburg-Signale zu erfahren.

Bei einem Prospekthändler erwarb ich daraufhin eine beachtliche Menge Hefte.

Auf der Techno Classica 2014 erklärte sich dann Horst Ihling dazu bereit, uns weitere Originale Ausgaben der ursprünglichen Wartburg-Signale zur Verfügung zu stellen. Wir haben uns über die kurz darauf eintreffende Sendung toller historischer Ausgaben sehr gefreut. Vielen Dank noch einmal an Dich Horst und an Dich Matthias, für die Unterstützung!

Die vorhandenen Ausgaben wurden von mir in monatelanger Kleinarbeit editierbar digitalisiert und in einer „Gesamtausgabe“ gebunden.

Die Dateien haben wir der Stiftung Automobile Welt Eisenach zur Verfügung gestellt.

Auf unserer Homepage www.wartburg-signale.de machen wir die vorhandenen Ausgaben einem breiteren Publikum zugänglich.

Vielleicht können wir auf diesem Wege auch einen kleinen Beitrag zur Aufarbeitung und Erforschung der Eisenacher Historie beitragen.

Wir hoffen nun, dass wir die bestehenden Lücken in den Ausgaben, zu mindestens über Kopien, schließen können.

/ Stephan Uske

 

Vielen Dank an Horst Ihling und an Matthias Doht.

Und noch einmal vielen Dank an Michael Stück.