Dornröschenschlaf N°3 (Signale 60-81)

Hier sieht es nach Arbeit aus...

Wartburg-Restaurierung - Der Anfang ist gemacht

Seit im Herbst 2012 „Dornröschenschlaf N°2“ erschien ist einige Zeit vergangen. Zeit, in der auch die Restaurierung von Torstens Wartburg 311 Camping Fortschritte gemacht hat. Deshalb hier nun die Fortsetzung…

Meine vorgezogene Altersrente begann am 01. Juli 2013 und exakt an diesem Tage mit wochenlangen, Wanderungen in Norwegen, u.a. dem über 640 km langen Olavsweg von Oslo nach Trondheim.

Dann war es Herbst.

Dann Winter.

Dann, im März 2014 war ich 3 Wochen als ehrenamtlicher Beringungshelfer auf der Greifswalder Oie.

Im gleichen Monat musste mein Vater vom Notarzt reanimiert werden, lag auf der Intensiv und ist nach Reha und mit Herzschrittmacher seit Juni wieder fitte 87 Jahre.

Da war ich natürlich viel bei meinen Eltern in Jena.

Und es gab zudem eine klitzekleine sekundäre Aufgabe vorab, denn ich möchte meinen Carport zum Entrosten und Bearbeiten von Karosserieteilen nutzen.

So habe ich doch nicht, wie jahrelang beabsichtigt, mit Rentenbeginn, sondern ein knappes Jahr später erst mit den Arbeiten an meinem 311 begonnen; schrittweise, aber zielstrebig bin ich jetzt dabei.

Zuerst möchte ich meine Absichten erklären, vermutlich sind diese weniger üblich.

Ich möchte kein Ausstellungsfahrzeug, sondern quasi mit 35 Jahren Verspätung den Wartburg-Camping in den nächsten 10 Jahren 2.000 bis 5.000 km jährlich fahren.

Entsprechend rostfrei unten (plus Hohlraumversiegelung), technisch in Ordnung und sauber innen muss er sein, braucht TÜV und H-Kennzeichen.

Die Verkabelung ist teils brüchig und mit Bypässen, die muss ich erneuern.

Ganz nebenbei will ich den 311 technisch kennenlernen (in der 11. Klasse wollte ich wirklich

mal Kfz-Ingenieur werden).

Und ich habe auch richtig Glück:

Unser Mitglied EBERHARD GORONTZI ist ein wunderbarer Mentor, ich hätte und würde gewiss weiterhin "ganz schön alt aussehen" ohne seine vielen Hinweise und Antworten auf meine email-Fragen.

Manch Schwierigkeiten hätte ich mir nicht einmal im Traum vorstellen können; ein Beispiel nur: Die Vorderräder ließen sich keinen Millimeter drehen, waren wie festgeschweißt.

 

Stand Anfang Juni 2014

 

Türen, Motorhaube, Stoßstangen, Kotflügel (teuflisch die 2 Schrauben der vorderen Kotflügel an der A-Säule), Seitenteile, Tank sind entfernt.

Die Karosse ist abgehoben und das Fahrwerk rausgeschoben.

 

Ihr wisst ja, wie ein 311 "gerupft" aussieht; die Teile sind vorerst geeignet untergebracht in der Garage, in der Werkstatt, auf dem Boden und in der Wohnstube.

Bin halt Junggeselle …

 

Ich fuhr das Auto noch 1998 und es war bis dahin von meinen Vorgängern und mir werkstattrepariert worden (mit Rechnungen).

Ein erstes Fazit nun:

 

· alle Sitze sind offenbar kurz vor meinem Kauf neu gepolstert worden, da Muss ich nichts tun

· alle Chromteile sind gleichmäßig mit Rostpunkten versehen

· Radkästen, Kotflügel, etc. sind dick mit Elaskon versehen

· mit Hammerstil beklopft sind nirgends dünne Blechstellen zu finden, auch nicht Schweller, Tank

· Rost ist an allen unteren Kanten der Karosse und der Türen

· die Hecktür hat eine Beule, die provisorisch überstrichen wurde

· beim Ablassen hatte der Tank Bodensatz aus Öl, auch aus der Benzinleitung tropfte pures Öl

· viel Rost an den Bremsträgern

 

Auch Bedenkliches sah ich:

 

· der hintere Hilfsträger für die Stoßdämpfer und hinteren Befestigung der Karosse war nicht mit dem Rahmen verschraubt

· die vorderen 2 der 6 mittleren Karosserieauflagen waren defekt, hier lag die Karosse nur auf

 

Als nächstes werde ich den Rahmen kärchern und entrosten, um zu entscheiden, ob er sandgestrahlt werden sollte.

Alles vom Rahmen abzubauen, ehrlich gesagt, davor fürchte ich mich schon.

 

Später mehr dazu.

Bis hoffentlich zum Wiedersehen in Sünna,

 

/ Torsten Lucas