Großer Bruder - kleiner Bruder (Signale 56-77)

Unterschiede zwischen Ost und West

Auch 22 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es Unterschiede

Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) im September 2013 mitteilte, gibt es noch immer erstaunliche Unterschiede zwischen den westlichen und den östlichen Bundesländern. Zumindestens soweit es die Zulassungszahlen von Kraftfahrzeugen mit H-Kennzeichen betrifft.

Glücklicherweise liefert man auch gleich noch eine mögliche Erklärung dazu.

Doch lassen wir den VDA im Folgenden selbst zu Wort kommen.

 

Berlin, 09. September 2013. Der Trend bezüglich historischer Kraftfahrzeuge in den neuen Bundesländern hat sich auch im vergangenen Jahr nicht wesentlich verändert. Das ist der jährlichen Information des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zu Fahrzeugzulassungen zu entnehmen. In allen fünf Ländern nahm der nominale und prozentuale Anteil am Bestand aller in Deutschland registrierten Fahrzeuge mit H-Kennzeichen leicht zu.

Nach wie vor ist in den östlichen Ländern jedoch eine weitaus geringere Akzeptanz für Oldtimer festzustellen, als in den westlichen Nachbarländern. So entspricht hier der Anteil aller registrierter PKW mit 15,2 Prozent in etwa dem Bevölkerungsanteil (15,6 Prozent), der Anteil der PKW mit H-Kennzeichen beträgt jedoch lediglich 17.304 Fahrzeuge und damit 8,5 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Oldtimer. Eine mögliche Erklärung findet sich in der großen Anzahl der in diesen Ländern sehr beliebten Wartburg und Trabant Fahrzeuge, die aufgrund ihres geringen Hubraums nur selten das H-Kennzeichen nutzen.

Spitzenreiter in der Zulassungsstatistik aller Bundesländer für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen ist unverändert Nordrhein-Westfalen (65.883 Fahrzeuge) knapp gefolgt von Bayern (52.222) und Baden-Württemberg (45.001).

Der KBA-Bericht veröffentlicht auch jährlich die Altersstatistik aller Fahrzeuge mit H-Kennzeichen.

Diese besondere Registrierung ist Fahrzeugen vorbehalten, die mindestens 30 Jahre alt sind und sich im originalen, technisch einwandfreien Zustand befinden. Seit einigen Jahren erhöht sich die Anzahl aller dieser Fahrzeuge um ca. 10 Prozent p. a. Eine genaue Betrachtung der Altersgruppen zeigt auf, dass die Fahrzeuge der Altersgruppen 30 bis 39 Jahre

relativ konstant bleiben, alle Fahrzeuge älter als 40 Jahre jedoch überproportional zunehmen.

So stieg die Anzahl der Oldtimer unter 40 Jahre in den letzten drei Jahren um 5.083 Fahrzeuge (4,4 Prozent), die Anzahl der Fahrzeuge älter als 40 Jahre jedoch im selben Zeitraum um 47.348 Einheiten (40,0 Prozent).

Der Fachbereich Historische Fahrzeuge des Verband der Automobilindustrie (VDA) ist eine zentrale Servicestelle für seine Mitglieder in Sachen Oldtimer. Er ist zuständig für die

Erarbeitung von Positionsbestimmungen bei politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen und vertritt die Automobilindustrie in den relevanten Gremien und bei den zuständigen Behörden, damit Oldtimer auch künftig problemlos auf öffentlichen Straßen fahren können.

/ Stefan Röhrig
Pressemitteilung des VDA