Nutzlose Umweltzonen? (Signale 55-76)

Studie des IMZU sieht Wirkungslosigkeit als erwiesen an

Die Regelung der Umweltzonen sehen einige Ausnahmen vor. So sind unter anderem Oldtimer mit H– oder 07er Kennzeichen von der Plakettierung befreit und dürfen die Umweltzonen befahren. Immer häufiger indes kommt die Diskussion darüber auf, diese Sonderregelungen für Oldtimer zu kippen.

Wohl dem Oldtimerfreund, der auf dem Lande lebt und auch keine Oldtimerveranstaltung in einer der zahlreichen Umweltzonen Deutschlands besuchen will.

Für alle anderen wird die Umweltzone unter Umständen zu einem noch größeren Ärgernis als bisher.

Der Parlamentskreis Automobiles Kulturgut setzt sich auch aktiv mit diesem Thema auseinander und hat ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben. Im folgenden drucken wir die Zusammenfassung dieses Gutachtens hier ab:

Die Wirkungslosigkeit der sog. „Umweltzonen“ ist nach den vorliegenden Daten der betroffenen Kommunen seit 2010 erwiesen. Die Messverfahren wurden nicht verfeinert und man bleibt Beweise derWirksamkeit schuldig. Deshalb fordern viele Organisationen und Automobilclubs ein Ende dieser Maßnahme,

die mit erheblichen Nachteilen für viele Bürger verbunden ist.

 

Zur Begründung:

 

1. Die Atmosphäre besteht zu 78% aus Stickstoff und zu 21% Sauerstoff. Im verbliebenen Restprozent ist Co2 als Spurenelement mit einem Gesamtanteil von 0,038% enthalten. Nicht einmal 10% dieser Menge wird nach übereinstimmender Meinung aller Fachleute von menschlichen Aktivitäten verursacht, d.h., selbst wenn der Mensch all seine Aktivitäten einstellt, würden nicht einmal 4

Tausendstel der Co2-Emissionen wegfallen. Der Einfluss des Straßenverkehrs beträgt wiederum ebenfalls 10% dieser 4 Tausendstel, d.h. In Umweltzonen könnte lediglich mit einer Reduzierung von Co2 um 4 Zehntausendstel Prozent gerechnet werden.

 

2. Der Feinstaub-Anteil ist in den Umweltzonen nicht gesunken, sondern so wie in Berlin, Frankfurt oder Stuttgart sogar gestiegen. Mangels geeigneter Messverfahren ist die Ursache noch unbekannt, atmosphärische Phänomene werden von den bestehenden Anlagen nur unzureichend erfasst und überregional nicht miteinander verknüpft und analysiert. Nicht verkehrliche Einflüsse werden nicht erkannt: In Frankfurt etwa sind im Bereich des Messpunkts Friedberger Landstraße (Nordend) zwischen 2007 und Ende 2010 fast 6.000 Holzpellet- und Kamin-Öfen in Betrieb genommen worden

- ein Zusammenhang scheint wahrscheinlich.

 

3. Laut UBA und anderen Quellen werden 12% des Feinstaubs vom Straßenverkehr emittiert. Oldtimer haben einen Verkehrsanteil von nicht einmal 0,03 %. Mit der Verbannung klassischer Fahrzeuge aus Umweltzonen könnten folglich im Idealfall 0,003% der Feinstaubemissionen vermieden werden.

Diese Menge liegt unterhalb der Nachweisgrenze. Dieselpartikel älterer Fahrzeuge sind zudem gröber als Feinstaub.

 

4. Einfluss und Wirkungsweise von Co2 in Atmosphäre und Weltklima sind immer noch weitgehend unerforscht, Schaden oder Nutzen nicht klar beziffert. In den letzten 10 Jahren hat sich weltweit weder die mittlere Jahrs-Durchschnittstemperatur signifikant erhöht, noch sind Meeresspiegel gestiegen. Die Ursachen für die verstärkten Wetterphänomene im äquatorialen Meeresgürtel sind nicht erwiesen und dem anthropogenen Anteil an der Atmosphäre deshalb nicht klar zuzuordnen.

 

Die Einrichtung und Umsetzung der bestehenden Umweltzonen hat bislang erhebliche gesamtwirtschaftliche Belastungen zu Ungunsten der Steuerzahler ausgelöst. Angesichts der nachgewiesenen Wirkungslosigkeit

der sog. „Umweltzonen“ sind diese Kosten und die damit verbundenen Nachteile für Fahrzeughalter, Anlieger, Wirtschaft und Bewohner der Umweltzonen nicht länger vertretbar. Die Maßnahmen gefährden

zudem Arbeitsplätze und Wirtschaftsbetriebe und entwerten das Eigentum zahlreicher Fahrzeughalter. Dies ist eine gesetzwidrige Ungleichbehandlung.

Der in manchen Kommunen praktizierte Versuch der positiven Beeinflussung der von der EU geforderten Messergebnisse durch Verlagerung des Verkehrs um die Messpunkte herum, um Sanktionen gegen die

jeweiligen Kommunen zu vermeiden, hat sich als untauglich erwiesen und ist zudem rechtlich höchst zweifelhaft.

 

Regierung, Parteien und politische Mandatsträger sind gefordert, sich in ihremWirkungsbereich auch auf EU-Ebene für die Aufhebung der sog. „Umweltzonen“ einzusetzen und eine Ausweitung dieser nachweislich ungeeigneten, aber sehr teuren Maßnahme zu unterbinden.

 

 

Berlin und Frankfurt, 12. Februar 2013

 

/ Joh. Hübner

Institut Mobile Zukunft IMZU,

Frankfurt/M.

www.institut-mobile-zukunft.de