E10-Verträglichkeit (Signale 55-76)

E 10-Kraftstoff zeigt keine negativen Auswirkungen

E 10-Kraftstoff zeigt keine negativen Auswirkungen

Eine zu Jahresbeginn 2013 erschienene Studie über die Verträglichkeit des stärker mit Ethanol versetzten Kraftstoffs E10 bestätigt die Beobachtungen einiger IFA-Fahrer. Nämlich dass sich eine Unverträglichkeit dieses Kraftstoffes für unsere Oldtimer derzeit nicht erkennen lässt.

Im Anhang eines Protokolls des Parlamentskreises Automobiles Kulturgut erreichte uns deshalb folgendes Schreiben:

 

Ein Langzeitversuch des Instituts Mobile Zukunft IMZU (Frankfurt/Main) hat zwischen 2011 und Ende Februar 2013 unter ausschließlicher Verwendung von E-10-Kraftstoff bei den 20 analysierten Fahrzeugen der Baujahre zwischen 1939 und 2008 keine mess- und sichtbaren negativen Auswirkungen gezeigt.

Im Einsatz sind folgende Fahrzeuge:

 

· VW Golf 2, 1990 Messdistanz 134.000 km;

· Alfa Romeo 156 TS, 2006 Messdistanz 101.000 km;

· Opel Kapitän, 1964 Messdistanz 22.000 km;

· Citroen SM, 1974 Messdistanz 8.000 km;

· Volvo 960, 1998 Messdistanz 80.000 km;

· FIAT Bravo 1.4 LPG, 2008 Messdistanz 148.000 km;

· Mercedes 280 SE, 1974 Messdistanz 29.000 km;

· Wolseley 14/60, 1941 Messdistanz 6.590 km;

· BMW 2002, 1977 Messdistanz 51.000 km;

· Porsche Carrera 3.0, 1988 Messdistanz 67.500 km;

· Renault Espace 2.2, 1995 Messdistanz 112.000 km;

· Jaguar XJ 6, 1991 Messdistanz 19.200 km;

· IFA-DKW F 9, 1954 Messdistanz 2.300 km;

· VW-Käfer, 1956 Messdistanz 6.200 km;

· Mercedes 350 SL, 1978 Messdistanz 47.800 km;

· BMW 525 e, 1974 Messdistanz 24.000 km;

· Alfa Romeo Montreal, 1976 Messdistanz 16.000 km;

· Ford Scorpio 2.8, 1996 Messdistanz 37.500 km;

· Honda CB 450, Messdistanz 12.000 km;

· BMW R60/6, 1992 Messdistanz 18.000 km.

 

Der Mix der 20 Fahrzeuge berücksichtigt verschiedene Motorenkonzepte und unterschiedliche Nutzung saisonal, oder auf Kurz- oder Langstrecken, sportlich und alltäglich, teils mit längeren Standzeiten.

Die gefahrene Gesamtdistanz von insgesamt 942.900 Kilometern wurde mit handelsüblichen Kraftstoffen von freien und markengebundenen Tankstellen gefahren.

Alle Inspektionen und Reparaturen wurden ebenso wie die gefahrenen Kilometer dokumentiert. Alle 6 Monate, also bislang 4 Mal, wurden Zwischenuntersuchungen aller Antriebskomponenten und der Kraftstoffversorgung auch unter Anwendung bildgebender und endoskopischer Verfahren durchgeführt.

Der einzig gravierende Schaden betraf den Alfa Romeo 156 Twin Spark, bei dem erst eine Totaldemontage des Motors erwies, dass der Kompressionsverlust nicht, wie vermutet, durch einen Kopfdichtungsschaden, sondern durch einen unterhalb des Kolbenbodens quer im Kolben verlaufenden Bruch in Zylinder 2 hervorgerufen worden war. Die Analyse wurde dokumentiert und die Teile wegen des ungewöhnlichen Schadensbildes verwahrt. Der Schaden ist nicht auf Verwendung von E-10-Kraftstoff zurückzuführen.

Mit Stand Ende Februar 2013 sind im Versuch mit 20 Fahrzeugen (darunter 2 Motorräder) keine sicht- oder messbaren Beeinträchtigungen durch die Verwendung des Kraftstoffs E 10 deutlich geworden.

Die Fahrzeuge werden weiterhin eingesetzt und beobachtet.

Der Abgleich mit den führenden Internet-Plattformen und –Foren ergab unter den 137 gefundenen Eintragungen keine signifikanten Mitteilungen von allgemeingültigem Wert, sondern lediglich subjektive Darstellungen mit mehrheitlich vermuteten Zusammenhängen, ohne dass diese bestimmten Fahrzeugen und/oder Schadenbildern und Ursachen zugeordnet werden können.

Die beobachteten Fachzeitschriften Auto Bild, Motor-Klassik, Oldtimer-Markt und –Praxis, Swiss-Klassik (CH), Onschatbare Klassieker (NL), la Vie d’Auto (F) und andere enthielten keine qualifizierten Hinweise auf Schäden durch die Verwendung von E10.

 

 

/ Joh. Hübner

Institut Mobile Zukunft IMZU,

Frankfurt/M.

www.institut-mobile-zukunft.de