Unterversichert? (Signale 54-75)

F5 steht für Aktualisieren...

Ist die eigene Oldtimerpolice noch aktuell?

Das Thema Unterversicherung ist in Deutschland ein kaum erkanntes Thema. Im Fall der Fälle kann es aber gerade bei Oldtimern zu bösen Überraschungen kommen. Die regelmäßige Aktualisierung des Marktwertes ist daher ein Muss.

 

F5 steht auf der PC-Tastatur für aktualisieren und ist jedem Nutzer eigentlich hinlänglich bekannt. Dieser Begriff aber ist den meisten Versicherern, die klassische Fahrzeuge betreuen, ein Dorn im Auge. Eine leitende Führungskraft eines namhaften Versicherungsunternehmens bringt es auf den Punkt. Die meisten langjährigen Kunden hätten überalterte Verträge und damit zu niedrige Versicherungswerte, was aber über die Regelung des Zehn-Prozent-Aufschlages im Fall der Fälle aufgefangen werde: Das heißt, der Versicherer zahlt zehn Prozent mehr als der Wert des Oldtimers bei damaligen Vertragsabschluss. Warum sie aber an Aktualisierungen nicht interessiert seien? Ganz einfach, der Kunde erhielte dann einen neuen Vertrag, der ihn zumeist besser stelle als beim Altvertrag. Zwar sind die zu bezahlenden neuen Summen als Gesamtes gesehen höher, dies werde aber durch die Neugestaltung des Vertrages entweder aufgefangen oder sogar preiswerter. Bevor also die neue Oldtimer-Saison beginnt lohnt in jedem Fall eine unverbindliche Anfrage beim aktuellen Versicherer. Nicht zu vergessen hier der Hinweis, dass sich zwischenzeitig viele Unternehmen um diese lukrative Kundschaft bemühen – Stichwort äußerst geringe Schadenquote. Darüber hinaus belegen Zahlen eines großen deutschen Versicherers, dass hier Normalkunden im Durchschnitt 2,4 Verträge allgemeiner Natur, Oldtimer-Besitzer dagegen 4,1 Verträge abgeschlossen haben. Also ein durchaus lohnenswertes Geschäft.

 

Frank Wilke, Analyst beim Marktbeobachter classic-car-tax: „Die Versicherer kennen das Problem der Unterversicherung seit langem, aber anscheinend nehmen sie im Schadensfall lieber verärgerte Kunden in Kauf. Wir könnten mit Hilfe unserer Computertechnik ganze Versicherungsbestände schnell und kostengünstig aktualisieren, damit jeder Oldtimerfahrer im Schadensfall angemessen entschädigt wird – die Gespräche hierüber verlaufen aber leider extrem schleppend.“

 

Peter Schneider, Vizepräsident des Bundesverbands für klassische Fahrzeuge DEUVET, ergänzend: „Auch wir können eine zumindest zweijährige Aktualisierung nur dringend empfehlen. Eine Unterversicherung führt gerade bei nicht selbst verschuldeten Unfällen möglicherweise zu erheblichen finanziellen Einbußen. Insbesondere bei Oldtimern, für die Ersatzteile nicht mehr verfügbar sind und daher aufwändig nachgefertigt werden müssen.“

 

/ Dieter Ritter

dieterdritter@yahoo.de

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