Bundesweit gestreut (Signale 52-73)

BF3

...und doch manchmal ganz nah

 

02. Oktober 2012, spätabends: Wegen Brückenarbeiten ist die Autobahn am Mainspitz-Dreieck die Nacht über gesperrt.

So bleiben etwa ein Dutzend Schwertransporte mit Beton-Segmenten von Windkraftanlagen im Hafen von Bendorf (Rhein bei Koblenz) stehen.

Mit Ihnen sind die gleiche Anzahl Schwertransport-Begleitfahrzeuge zur Untätigkeit verdammt. Der nächste Tag ist Feiertag und da startet der Konvoi dann 22:00 Uhr.

Nun, zu diesen sog. BF3-Fahrzeugen zählt auch ein Fahrzeug der Firma SGS, der Fahrer ist Torsten Lucas.

Bis Lauterbach sind es 173 km und die dann wieder zurück nächsten Abend, dies musste nicht sein. Wandern im Westerwald ist viel angenehmer.

Die grauen Zellen aktiviert, erinnerte ich mich unserer Mitgliedsliste. Nachgeschaut – und siehe da, Stephan und Tanja wohnen in Bonefeld, keine 20 km entfernt.

Ein Anruf, gefragt, ob willkommen, und schon eine knappe halbe Stunde später hat mich das Navi in die Waldstraße 4 (mein "dummes" Navi kennt allerdings nur die Hausnummer 3) geführt.

Nach so etwa 2 Stunden beredten Zusammenseins und nach erfolgreicher Suche von Stephan und Tanja nach der regionalen Wanderkarte ging ich in mein wohnmobilähnliches Gefährt schlafen.

Mit Tipps und Karte versehen fuhr ich morgens (ich wollte wirklich nicht stören – nachträglich sagte mir Tanja, dass für mich mit gedeckt war an ihrem Frühstückstisch)  2 km zurück zum Parkplatz "Monte Mare".

Die Umgebung von Stephans Domizil ist wunderschön, dies kann ich allen versichern.

Ich bin zunächst das Laubachtal, ein tief eingeschnittenes linkes Seitental der Wied nahe dem Bachgrund abwärts gewandert. Am Talausgang liegt die Laubachsmühle, ein Restaurant natürlich. Dort gibt es eine regionale, ja vermutlich im wörtlichen Sinne: lokale Spezialität: Neuwieder Heckrind. Die Roulade war ein Genuss – der Preis erstaunlicherweise völlig normal.

Zurück zum Fahrzeug nahm ich einen Wanderweg, der fast immer an der oberen Talkante entlang führt.

Kurz Stephan angerufen, seine Wanderkarte musste ja zurück, sagte er mir, dass "Bauch-grollen" ihn vom geplanten Zoobesuch abgehalten hat und ich doch kommen möge.

Es wurde ein vielfältiger Nachmittag. Mein Schleppi zeigte eine Fotoserie von meinem Wohnort und führte durch meine Behausung in der Burganlage von Lauterbach.

Ein gemeinsamer Spaziergang durch und um Bonefeld gehörte selbstverständlich ebenso zu diesem Nachmittag.

Und dann gab es noch einen besonders interessierten jungen Herrn. Er hieß Oliver.

Ohne jede Überredungs-versuche habe ich einen künftigen BF3-Fahrer geworben.

Die vielen Knöpfe und Schalter hatten eine unwiderstehliche Anziehungs-kraft, tja, und jedes Mal musste natürlich ausgestiegen werden, welche der vielen gelben Leuchten sich denn nun drehten oder blinkten.

Das Erinnerungsvermögen eines 3jährigen ist ganz erstaunlich für einen bereits "erkalkten" 62jährigen.

Bei meinem Abschied in der Dämmerung öffnete das Auto dann auch noch die Dachklappe und zeigte die leuchtenden Verbotszeichen (was der nachfolgende Verkehr so gar nicht mag: Überholverbote).

 

Ehrensache, dass das Auto "in voller Beflaggung" in der Waldstraße davon fuhr.

 

 

/ Torsten Lucas

t.lucas@arcor.de