Dicke Luf in Eisenach (Signale 50-71)

Dicke Luft in Eisenach

Außerordentliche Mitgliederversammlung eskaliert

 

Eisenach Überraschend erreichte uns die Nachricht, dass die außerordentliche Mitgliederversammlung des Vereins Automobilbaumuseum Eisenach e.V am 27. Januar 2012 in einer „riesigen Streiterei“ endete.

Darüber berichtete auch die Thüringer Allgemeine Zeitung.

 

Hintergrund ist offenbar der Vorschlag des Allgemeinen Wartburgfahrerclubs Eisenach, gemeinsam mit dem Verein Automobilbaumuseum Eisenach  Veranstaltungen, etc. zu organisieren. Zu diesem Thema hatte Enrico Martin, Vorsitzender des Allgemeinen Wartburgfahrerclubs Eisenach (AWE), einen Vorschlag seines Clubs im Herbst letzten Jahres vorgestellt. Ziel war die Verschmelzung beider Vereine zum beiderseitigen Vorteil.

Innerhalb des Museumsvereins gibt es jedoch Befürchtungen, dass die 24 jungen Leute „die Oberhand“ im Museumsverein mit seinen 360 Mitgliedern gewinnen könnten.

Dazu, was das bedeuten soll, konnte bislang aber noch keine endgültige Klarheit erlangt werden.

Als der Vorschlag abgelehnt wurde, kündigten die 24 Mitglieder des AWE an, nunmehr geschlossen in den Museumsverein einzutreten.

 

Der damalige Vorstand des Museumsvereins, bestehend aus Dr. Wolfram Pinkwart (Vorsitzender), Christian Pfeiffer (1.Stellvertreter und Geschäftsführer), Lars Leonhard (2. Stellvertreter), Stephan Golm (Schatzmeister), Michael Schubert (Beisitzer Mitglieder) und Andreas Rössel (Beisitzer Fahrzeuge), lehnte den Aufnahmeantrag jedoch ab.

Dazu heißt es in einer Veröffentlichung des Museumsvereins vom 06.12.2011: „Mit großem Unverständnis, aber auch erheblicher Enttäuschung mußten wir leider zur Kenntnis nehmen, dass in den letzten Tagen und Wochen in verschiedenen Medien, aber auch in der Öffentlichkeit eine Kampagne losgetreten wurde, welche den AME e.V., seinen demokratisch gewählten Vorstand und damit letztlich alle Mitglieder erheblich diffamiert, da ihnen mangelndes Demokratieverständnis vorgeworfen wird.

 

Auslöser waren die Ablehnungen von 24 Aufnahmeanträgen aus dem Kreis des Wartburgfahrerclubs. Diese Entscheidung dafür wurde vom Vorstand zusammen mit dem erweiterten Vorstand mit übergroßer Mehrheit mit der Maßgabe getroffen, die Mitglieder des Wartburgfahrerclubs als juristische Person, also als gesamten Club bei uns aufzunehmen. Das ist absolut üblich und wird in vielen Vereinen, nicht zuletzt auch bei uns vielfach schon so gehandhabt. Damit sind die befreundeten Clubs an unser Vereinsleben direkt angeschlossen, nehmen an den Mitgliederveranstaltungen teil und können auf die Vereinsentwicklung auch aktiv Einfluß nehmen, die gegenseitige Eigenständigkeit wird jedoch gewahrt.

 

Leider wurde das Angebot seitens des Allgemeinen Wartburgfahrerclubs Eisenach nicht akzeptiert, ebenfalls wurden zahlreiche mündliche und schriftliche Angebote zur Verbesserung, Optimierung und vor allem Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen AME e.V. und Wartburgfahrerclub zum Wohle unserer satzungsgemäßen Ziele von der Leitung des Wartburgfahrerclubs bisher vehement ausgeschlagen.

 

Wir bedauern das außerordentlich, wird doch hier nicht nur dem AME e.V., sondern auch der Idee der Bewahrung der Eisenacher Fahrzeugtradition erheblicher Schaden zugefügt. Auch halten wir es für kontraproduktiv, interne Meinungsverschiedenheiten provokativ überzogen in der Öffentlichkeit auszutragen.

Die mittlerweile eingegangenen Einsprüche gegen die Ablehnungen werden wir, wie bei uns satzungsgemäß vorgesehen, in der nächsten Mitgliederversammlung des AME e.V. den Mitgliedern zur Entscheidung vorlegen und hoffen, damit eine von allen Seiten akzeptierte Lösung zu finden.„

Die angekündigte außerordentliche Mitgliederversammlung fand am 27. Januar 2012 statt.

 

Allerdings fand die angekündigte Abstimmung gar nicht mehr statt. Wie die Thüringer Allgemeine Zeitung auf ihrer Homepage berichtet ist die Sitzung im Vorfeld der Abstimmung verbal eskaliert. Gegen 22:00 Uhr trat der Vorstand geschlossen zurück und verließ den Saal. Die Mitglieder blieben zurück.

Vorher hatte Eisenachs Oberbürgermeister und Mitglied des Museumsvereins Matthias Doht mehrfach versucht zu vermitteln und Vorschläge unterbreitet. Auch Horst Ihling wird mit den Worten zitiert: „Ich bin bitter enttäuscht, ich habe versucht zu vermitteln.“ Die Zeitung weiter: „Das ist für mich nicht nachvollziehbar", ärgert sich Michael Stück, der aufgrund des Jahrestreffens der Horch-Freunde in Eisenach nicht der Versammlung beiwohnen konnte. In der Geschichte des Automobilbauvereins sei bisher nur ein einziges Mal der Aufnahmeantrag einer Person abgelehnt worden. "Kriminelle Hintergründe waren damals ausschlaggebend", sagt Stück, der Gründungsmitglied ist.“

Natürlich sind auch die 24 Mitglieder des AWE enttäuscht.

 

Bevor in ihrer Sache entschieden werden kann, muss sich erst einmal der Museumsverein wieder selbst finden. Ein erster notwendiger Schritt sind Neuwahlen. Das könnte Ende März geschehen.

 

/ Stephan Uske
und Thüringer Allgemeine, sowie  der Homepage des AME e.V.