Der Vorstand (Signale 49-70)

Martin Völz, Erster Vorsitzender des EDWFC e.V.

Die Saison ist abgeschlossen. Meine Wartburg-Fahrten haben mir überwiegend Spaß gemacht. Am geilsten war meine Nachtfahrt zur TC nach Essen. Putzmunter war ich bei Null Grad Außentemperatur um 5.00 Uhr vor Ort. Dann ein kleines Nickerchen und pünktlich zum Frühstück war ich bei meinen Gastgebern.

Der BaSa-Ihling-Trans wurde auf unserem Messestand ausgestellt, paßte gut zur Baustelle, stand aber im Schatten des frisch restaurierten Framos.

An Vorkommnisse auf der Rückfahrt kann ich mich nicht erinnern. Vermutlich bin ich mit dem Trans in diesem Jahr etwa 5000 km gefahren. Die mühevollste Fahrt ging nach Rostock mit einer Füllung E10 im Tank und kräftigem (West)Gegenwind, der tragischerweise auf der Rückfahrt als Rückenwind nicht mehr zur Verfügung stand. Der von mir vor einiger Zeit neu eingebaute, überholte Motor neigt seit je her zum Klingeln und bei dieser Fahrt war es besonders heftig. Doch oh Wunder, nach dem ich Super mit niedrigem Alkoholgehalt getankt hatte, lief der Motor den Rest der Strecke wesentlich weicher und klingelte weniger. Ich habe die ganze Saison über mal E10 und mal Super getankt. Mal klingelte es im Motorraum mehr, mal weniger. Doch ein Zusammenhang zur Spritsorte war nicht auszumachen. Der Verbrauch beträgt je nach Strecke und Belastung immer zwischen 9,5 und 10,5 l/100km bei diesem Auto. Bisher hat sich auch noch nichts im Benzinsystem aufgelöst, was nicht eh früher oder später kaputt gehen müßte. Der Geber vom Mäusekino, der ja komplett aus Plaste unbekannter Zusammensetzung besteht, verrichtet immer noch zuverlässig seinen Dienst. Auch beim roten 312 Camping habe ich mich getraut, den ungeliebten Sprit hin und wieder über die etwa 3000 gefahrenen Kilometer zu verwenden. Bisher ohne nachteilige Erfahrungen. Also alles technischer Hokus Pokus. Genützt hat die vermehrte Alkoholzumischung Dank dilletantischer Öffentlichkeitsarbeit nur dem Staat und den Mineralölgesellschaften. Es zahlt der Autofahrer. Wieder ein Beispiel dafür, daß das Gegenteil von "gut gemeint" "schlecht gemacht" ist.

Das Fahren und Ankommen mit dem Wartburg ist das Eine, das Andere sind die Ziele und Begegnungen dort. Besondere Freude hatten die Töchter unserer Freunde in Thüringen, die ich zum Abi-Ball mit dem frisch geputzten Camping vor fuhr. Leider waren wir etwas zu früh, um richtig Aufmerksamkeit zu erregen. Der Weg zu unseren Freunden führte mich über Dornburg. Wegen des nicht überragenden Sommerwetters war es nicht voll! Ich fühlte mich an die 90er Jahre erinnert, als man sich im vertrauten kleinen Kreis traf. Und diese Leute trifft man immer wieder noch dort. Es war ein nett verplauderter Tag. Schön auch meine Fahrt durch Mecklenburg und die Lüneburger Heide zum EDWFC-Treffen. Unterwegs hielt mich ein wahrhaft abgefahrener Oldtimer in Richtung Westen auf! Ich hatte ihn bereits zufällig etliche Tage zuvor durch Prenzlau Richtung Osten fahren sehen. Es war ein Mercedes 170V in Wehrmachtsausrüstung mit hinter gehängter Wehrmachts-Feldküche und authentischem Zubehör. Wo für den der Feldzug geendet hat, hätte mich schon interessiert, auch , ob das Auto echt ist; doch was redet man sonst mit den Militaria-Oldtimerfans? (Über Volkspolizeiuniformierte Volkspolizeifahrzeugfahrer lasse ich mich hier jetzt nicht aus.) Unser Treffen war für mich deshalb so schön, weil wir so familiär zusammen sein konnten, Dank einer großen Ferienwohnung. Gemeinsam mit gleichgesinnt Interessierten durch ein Museum zu schlendern und sich auszutauschen ist eindrücklicher, als wenn man allein dort ist. Der Kaffee auf dem Oldtimerboulevard in Celle schmeckte mir deshalb so gut, weil wir zusammen dort saßen und uns an den zur Schau gestellten Autos und Treckern erfreuten.

Es sind überdurchschnittlich viele Wartburg-Kilometer in diesem Jahr zusammen gekommen und sie haben Spaß gemacht. Nachdenklich macht mich manchmal, wie sinnvoll es ist, Rohstoffe nur zu solchen Zwecken zu verbrauchen. Vermutlich wird es mir nicht gelingen, ganz auf das "sinnlose" Autofahren zu verzichten, zu sehr begleiten mich die Familienwartburgs in meinem Leben und ich fahre auch gern. Da tröstet es ein wenig, daß meine Tochter ohne eigenes Auto lebt.

 

Man sieht sich,   Euer Martin

 

n Euer Martin Völz