Mord aus Leidenschaft (Signale 48-69)

23-jähriger Mann tötete seine Ex-Freundin wegen deren Trabant 601

Ob er eine Schönheit ist oder nicht, das liegt ganz im Auge des Betrachters. Bei Menschen ist das nicht anders als bei Autos. Und so wurde ein roter Trabi im August 2009 zum Mittelpunkt eines tödlichen Dramas.

Am Nachmittag des 20. August 2009 lockte ein junger Mann seine 20jährige Immer-mal-wieder-Freundin in seine Wohnung. Zu den Geschehnissen dort gab der in diesem Jahr in Görlitz Angeklagte unterschiedliche Versionen zu Protokoll.

Die Tatsachen sprechen indes eine deutliche Sprache. In einer großen blauen Tonne wurde die, in Beton eingegossene, Leiche der jungen Frau aus einem sächsischen See geborgen. Um einen Unfall beim Liebesspiel soll es sich gehandelt haben, so der Angeklagte. Die Staatsanwaltschaft jedoch sah Habgier als das Hauptmotiv und plädierte auf Mord. Habgierig soll der 23jährige auf den Trabant gewesen sein. Nicht zum Fahren wollte er ihn besitzen. In einer Halle sollte er stehen und angestrahlt werden…

Der Kauf soll in letzter Minute geplatzt sein. Die Unterschrift auf dem Kaufvertrag wurde als Fälschung identifiziert. Die Tatversionen des Angeklagten wurde widerlegt und das Gericht erkannte auf Habgier und Heimtücke. Es verurteilte ihn am 10. Juni 2011 zu lebenslanger Haft.

Bis zum Ende der Verhandlung hat der junge Mann keine Aussagen vor Gericht gemacht.