Der Vorstand (Signale 44-65)

Martin Völz, Erster Vorsitzender des EDWFC

...informiert die Mitglieder des EDWFC e.V.

In manchen alten Schlagern wird es besungen: "Wunder gibt es immer wieder" oder in fast genauso alten Popsongs: "Wunder geschehen". Dazu bedarf es auch Wundermittel. Für den Menschen bieten die Pharmahersteller Diverses an,

für Maschinen sind es die Ölhersteller. Dort ist eines der Hauptmittel MOS2. Eher zufällig hatte ich aufgeschnappt, daß es das schon zu DDR-Zeiten gab und das es so manchem Trabbimotor das Leben verlängert haben soll. Auch heute findet man kleine Fläschchen mit dieser Aufschrift im Regal unter diversen Additiven, die dem Motor das Leben leichter machen sollen. Fachwelt und Laien streiten in seitenlangen Gutachten oder Internetforen wie gut oder schlecht diese Produkte sind. Wenn man alles gelesen hat, weiß man nur, daß diese Wundermittel manchmal wohl Verbesserungen bringen und manchmal nicht.

Ich habe den Test gemacht und weiß nun: man muß dran glauben! Auch bei der Heilung von Krankheiten soll der Glaube an ein Medikament ja mehr bewirken als das Medikament selbst.

So ist es auch mit dem MOS2: ich glaube, dass mein Motor jetzt viel besser läuft als vorher! Dagegen weiß ich ganz genau, was der Spaß kostet!

In der Vergangenheit hatte ich das Mittelchen schon einmal an einem Wartburg-Motor, der längere Zeit gestanden hatte und eher rauh lief, angewandt. Als ich den Wagen dann verkauft hatte, fiel mir im Nachhinein auf, daß er auf seiner letzten Fahrt zum Käufer so richtig gut am Gas hing. Also: in diesem Jahr probierte ich es wieder. Testauto war diesmal mein Ihling-Trans. Da ich mir einige längere Fahrten vorgenommen hatte, die auch bis Dornburg führten, waren genügend Kilometer zu absolvieren. Also rein damit in den Tank, ein halbes Fläschchen auf 60 Liter Benzin, vorher gut mit dem zuzumixenden 2-Takt-Öl vermischt. Da ein Mischungsverhältnis für 4-Taktmotoren als Ölzugabe angegeben ist, habe ich erst gar nicht versucht, irgend etwas auszurechnen. Nach der ersten verbrauchten Tankfüllung hatte sich am Motorlauf nichts geändert, so schien es mir. Es war das gleiche Verhalten wie bei allen überholten Motoren: bei kühlen Außentemperaturen laufen sie recht ruhig, bei höheren verstärkt sich die Klingelneigung und die Rauhigkeit des Motors. Die zweite Tankfüllung verteilte sich auf kürzere Strecken, da merkt man sowieso nichts. Doch auf der langen Autobahnfahrt nach Dornburg lief es schon wunderbar ruhig. Der Motor klingelte etwas weniger und schien bei weitem weniger Schwingungen bei bestimmten Drehzahlen zu haben. Wie das Wundermittel wirkt, weiß ich nicht genau, es verliert sich irgendwo in den Oberflächenrauheiten des Materials. Ich fuhr sehr zufrieden durch das Land und glaube nun, dem Motor etwas gutes getan zu haben.

Ich wünsche Euch ein paar schöne Winterbastelstunden in der Garage, auf daß die Autos in der nächsten Saison wieder gut über die Straßen rollen.

 

Es grüßt herzlich Euer Martin Völz