Auf der Suche nach Eis (Signale 44-65)

Autofriedhof in Leipzig

...ein Wartburg-Friedhof gefunden - oder: Warum man immer eine Kamera griffbereit haben sollte

Ich hatte mal wieder Zeit, mein Fahrrad auszuführen und die nähere Umgebung bei mir auszukundschaften. Mein Ziel war die 12 km lange Umrundung des Cospudener Sees in Leipzig.

Bei gefühlten 40 Grad im Schatten hat auch meine Nachbarin nicht nein gesagt, da ein kurzes Anbaden sich ergeben würde. Los ging es mit einer kleinen Flasche Wasser und dem Gedanken, es kommen eh genug Stopps, an dem man Eis kaufen kann. Nach 5 min Fahrt um den See war schon wieder Schluss, da meine Nachbarin sofort ins Wasser wollte und wir eh genug Zeit hätten. Gesagt, getan. Bei 20 Grad warmen Wasser war das Abtauchen halbwegs angenehm. Nach einer halben Stunde fanden wir die erste Eisdiele in Form eines alten VW-Bulli mit typisch italienischen Eis. Die Kugeln am Stück runtergeschleckt und es ging weiter. Nach der erfolgreichen Seeumrundung kam wieder der Eishunger. Der Biergarten am Cospudener Hafen hatte offen und eine zweite Eisportion mit Schuss wurde vertilgt. Auf dem Heimweg hat sich bei mir die Blase gemeldet. Auf der Suche nach einem „Pinkelbaum“ stand ich auf einmal vor einem Wartburg-Friedhof. Mein erster Gedanke war, den musst Du fotografieren für die Wabu-Zeitung. Schnell in den Busch zum Pipi und dann ein kurzer bettelnder „Hundeblick“ zu meiner Nachbarin mit dem Hinweis, es dauert nicht lange, meine Kamera zu holen. Wir (ich) sind schnell zu mir nach Hause gefahren, die Kamera gecheckt, ob die Batterien voll sind und wieder zurück. Das zwischen dem Friedhof und meiner Wohnung 10 km liegen habe ich gewusst und gar nicht meiner Nachbarin gegenüber erwähnt. Die 20 km habe ich gar nicht gemerkt, nur eine gewisse Begleiterin meckerte über den ersten Muskelkater. Jedenfalls habe ich mir das Gelände erstmal von weiten erstmal angeschaut, da dies ein Privatgrundstück ist und eine Werkstatt zu sehen war. Mein Fahrrad hab ich dann in „Fluchtstellung“ abgestellt und bin ran an den Zaun. Die Werkstatt war total verwaist, das Objektiv hat genau zwischen die Zaunslatten gepasst, und ich schoss diverse Fotos. Alle zu sehenden Fahrzeuge müssen schon ewig dort stehen, da diverse Büsche und Gräser in die Autos wachsen. Leider war kein Nachbar zu erreichen, der mir weitere Infos über den Besitzer sagen konnte. Aber egal, ich denke mal, dass in den nächsten 5 Jahren die Autos weiter dort stehen.

 

Den nächsten „Fahrzeugfriedhof“ habe ich schon im Hinterkopf. Das wird aber eine Tagestour mit dem Rad. Oder, wenn ich kein Bock habe, fahr ich mit dem Auto in einer Stunde dorthin. Zu sehen sind diverse DDR-LKWs, die dort vor sich hingammeln. Fotos und Text folgen bei Gelegenheit.

Jörg Siebert