Techno Classica 2010 (Signale 43-64)

Jungbäuerin Miriam Flach bei der großen Wäsche

Dirk Flach über „seinen“ Messestand auf der Weltmesse für Oldtimer in Essen

Auf der Jahreshauptversammlung des EDWFC in Eisenach im August letzten Jahres wurde beschlossen, dass das diesjährige Techno Classica Thema der von mir vorgeschlagene „Bauernhof“ als Szene mit der Möglichkeit zur freien künstlerischen Gestaltung werden sollte.

Guck mal wer da sitzt? Das Herzhäuschen hat vielen Besuchern enorm viel Spaß bereitet und nicht selten musste sich jemand davon überzeugen, ob da nicht wirklich jemand sitzt.Rund 3 Monate später befasste ich mich so richtig mit dem Thema und dessen Umsetzung. Schnell hatte ich die Grundlage der Szene dargestellt. Der Techno Classica-Besucher sollte in einen Bauernhof blicken. Das hieß also, dass ich nach einer geeigneten und zeitgemäßen Bauernhof-Fassade suchen musste. Also rein ins Internet und nach Bauernhoffassaden gesucht. Kurze Zeit später fand ich eine Internetseite nur mit Bildern von Fassaden. Beim Vergleich der Fassaden kristallisierte sich sehr schnell heraus, dass eine Backsteinfassade die wohl am einfachsten umsetzbare Vorlage wäre.

Zunächst hatte ich vor, diese Fassade auf die Wand zumalen. Allerdings verwarf ich diese Idee, nachdem mehrere potentielle Maler abgesagt hatten. Einer dieser Maler gab mir den Tipp, nach einer geeigneten Fototapete zu suchen. Also wieder hinein ins Internet und nach einer bezahlbaren Lösung gesucht und natürlich auch gefunden.

Den Preis den ich herausgefunden hatte, konnte Stephan, der einen Koblenzer Baumarkt besuchte, noch mal um die Hälfte unterbieten. So kamen wir überein die Tapete dort zu sichern.

Zur weiteren Ausgestaltung entwarf ich eine Liste, die ich einigen Mitgliedern zuschickte. Diese bekamen den „Auftrag“ nach Material und Dekorationen zu fahnden, um einen realitätsnahen Bauernhof darzustellen. Richtig ins Zeug bei der Suche legte sich Jörg Siebert, der jede Menge guter Ausstattungsgegenstände auftat und mir fast täglich von seinen Erfolgen und weiteren Ideen berichtete. Auch Olaf Heineken schickte mir einige Bilder von möglichen  Gegenständen, die er so auf seinem Hof herum stehen hatte. Diese nahm ich unter die Lupe und präsentierte sie auch noch mal auf dem Stammtisch der Rheinländer Wartburg Freunde. Hier sprachen wir über die Bilder. Wir entschieden uns und so bestätigte ich Olaf eine Auswahl, die er mitbringen sollte.

Auch Jörg hatte unterdessen immer mehr Gegenstände zusammengetragen.

Tor oder doch kein Tor? Die Dekoration wurde allenthalben gelobtInzwischen hatte er sogar einen „Deal“ mit der Bad Kösener Stofftier Manufaktur Kösener Spielwaren abgeschlossen. Diese stellen uns sechs hochwertige Stofftiere in Lebensgröße zu Verfügung. Unter anderem eine Henne, einen Hahn, eine Katze und mehrer Kücken.

Deshalb an dieser Stelle einen herzlichen und riesigen Dank an Jörg und an die Bad Kösener Stofftier Manufaktur für diese großartige Unterstützung!

Unterdessen hatte ich schon manche weitere Sachen besorgt  bzw. für einen kurzfristigen Abruf bereitstellen lassen.

Zum Dezember Stammtisch des EDWFC in Essen präsentierte ich dann schon mal den Stand der Dinge und händigte gleichzeitig den anwesenden Mitgliedern eine neue und überarbeitete Liste aus. Mit dem einen oder anderen habe ich dann diese Liste besprochen. Wieder zurück vom Stammtisch feilte ich weiter an der Darstellung der Ausstattungsgegenstände auf dem Stand. So kamen die einzelnen „Szenen“ zustande in die die Gegenstände eingebaut wurden.

So sollten zum Beispiel die Hühner auf einer Hühnerleiter präsentiert werden. Zu der vorhandenen Zinkwanne kam mir die Idee eine Waschszene zu gestalten.

 

Was die Ausgestaltung anging, schien rund 6 Wochen vor der Techno Classica alles soweit zu stehen.  Dann aber „brachen“ uns nach und nach die Fahrzeuge weg. Zwar war das Aufgrund der jeweils vorliegenden Situationen der Einzelnen nachvollziehbar, doch musste bei allem Verständnis sofort ein tragfähiger „Plan B“ her.

An dieser Stelle möchte ich Jürgen Wollhofer, der uns seinen Wartburg 353 lieh und Ansgar Glahse, der uns seinen Motorroller Troll sogar selbst nach Essen brachte, für die kurzfristige Bereitstellung ihrer Fahrzeuge recht herzlich danken. Auch Jochen Graeve ist zu danken. Wie schon in den vergangenen Jahren scheute er den Einsatz nicht und holte Ausstellungs-fahrzeuge aus Deutschland zusammen und brachte sie anschließend wieder zurück. In den Zeiten knapper Freizeit und hoher Benzinpreise ein wirklich außergewöhnliches persönliches Engagement.

In diesem Jahr holte Jochen einen Selbstbau-Traktor nebst passendem Anhänger aus Frankfurt am Main. Dieses wirklich einzigartige Fahrzeug  war ein Leihgabe des Museumsvereines aus Eisenach. Dafür danke ich hier stellvertretend Michael Stück.

Gerade noch rechtzeitig vor der Messe hatte ich also doch noch einen „Plan B“ umsetzen können.

Es war am Ostermontag, als es endlich mit drei voll gepackten Autos und einem Anhänger in  Richtung Messe Essen losging. Hier angekommen mussten erst einmal  die Autos entladen und die weitere Vorgehensweise besprochen werden. Schnell war klar: in puncto Material hatte ich doch tatsächlich etwas übersehen. Für die geplante Fachwerk-Backstein-Fassade unseres Bauernhofes fehlten uns die Balken für das Fachwerk. Doch dank Stephans Vorschlag konnten wir das Problem lösen. Die Lösung bestand aus Styroporplatten, die Stephan am Ende so aussehen ließ, als wären das Scheunentor, die Bauernhoftüre, der Stall, die Hühnerleiter und das Fachwerk richtig massiv.

Leider gestaltete sich auch die Abholung des 353 von Jürgen etwas schwierig, da Jochen keine Zeit hatte, uns den Wagen zu bringen. Also, was nun? Ran ans Handy und telefoniert. Schließlich war es schon Dienstagabend und am kommenden Mittag sollte die Messe eröffnet und der Stand natürlich fertig zur Präsentation sein.

Mehrere Telefonate mit Olaf und Jochen bescherten uns endlich die Lösung.

Gemeinsam mit Olaf fuhr ich am Mittwochmorgen los, um den Autotransport-Anhänger bei Jochens Werkstatt abzuholen. Zu unserem Glück benötigte Jochen ihn gerade nicht selbst. Es war ungefähr 10.30 Uhr als wir bei Jürgen eintrafen und den Schlüssel für den Wartburg und die Tiefgarage abholen wollten. Jürgen gab uns sowohl den Schlüssel als auch seine beiden Söhne mit, da diese wussten wo die Tiefgarage war.

An der Tiefgarage angekommen, probierten wir jeden Schlüssel mehrfach. Jedoch keiner passte. So koppelten wir den Hänger wieder ab und Olaf fuhr mit den Söhnen von Jürgen wieder zurück. Ich indes wartete beim Anhänger auf Olafs Rückkehr. Gegen 11 Uhr war Olaf wieder da zum Glück und Dank Mary mit den richtigen Schlüsseln.

Nun wieder hinab in die Tiefgarage. Wir wussten, der Standplatz des Wartburg war fast ganz unten. Nach kurzem Suchen fanden wir die Box und schlossen sie auf. Da stand er, der diesjährige Messewartburg.

Ein kurzer Versuch ob der Wartburg vielleicht aus eigener Kraft die Garage verlassen könnte schlug leider fehl.

Also wurde das Abschleppseil gesucht. Nur, wo war es? Im Wartburg war nichts davon zusehen!

Gott sei Dank hatte Olaf noch seine Spanngurtkiste an Bord seines VW Busses. Diese mussten nun als Abschleppseil herhalten. Olaf befestigte sie rasch an Wartburg und VW Bus und ich schloss währenddessen die Standplatzbox.

Nun nahm ich Platz im Wartburg und Olaf zog mich die Tiefgarage hinauf. Oben angekommen luden wir den Wartburg auf den Anhänger. Die Zeit wurde langsam knapp, da man nur noch bis 13 Uhr mit Fahrzeugen durch den Aufzug in das Obergeschoss unserer Messehalle fahren konnte. Also mussten wir uns sputen. Nur vier Minuten vor Ablauf der Zeit erreichten wir das Messegelände und luden den Wartburg ab.

Währenddessen hatte Jochen noch Strohballen besorgt und vorbeigebracht. Stephan und Jörg hatten auch super viel geschafft an diesem Morgen. Nachdem das Auto auf den Stand gebracht worden war, machten Olaf und ich uns wieder auf den Weg, um den Anhänger wieder (zu Jochen) zurück zu bringen. Als wir ihn vor Jochens Werkstatt abgestellt hatten, gab es endlich ein kurzes Frühstück.

Dann noch mal ein Stopp an einer Dönerbude für Olafs Mittagessen. Kurz vor 15 Uhr erreichten wir wieder die Messe. Nun ging es noch darum, gestalterische Kleinigkeiten vorzunehmen. Ich denke, es muss so ungefähr 17 Uhr gewesen sein, als der Stand endgültig fertig war.

Bezüglich des Fußbodens war ich etwas skeptisch gewesen. Jedoch: der Stand sah toll aus. Dies sah auch die Jury, welche alljährlich die Clubstände bewertet, so.

 

Während in den vergangenen Jahren, in denen wir mit unseren Clubs gemeinsam einen Stand betreiben, unsere beiden Vereine jeweils getrennt auf den Listen der Jury bewertet werden mussten, hatte es der Veranstalter in diesem Jahr erstmals geschafft, den EDWFC und die RWF in einer Zeile der Jury-Listen zusammenzufassen.

Dadurch gingen uns erstmalig keine Punkte verloren und wir belegten einen hervorragenden vierten Platz!

Daran hatten, neben der liebevollen Gestaltung aller Details und den schönen Fahrzeugen auch ein „echter“ Bauer (dargestellt von Jörg) und eine ebenso echte Bäuerin (dargestellt von Miriam Flach) ihren Anteil.

Nicht zuletzt waren die Besucher der Messe aber auch von den vielen bunten Ostereiern begeistert, die uns Jochen besorgt hatte und die wir an die großen und kleinen Besucher verteilen konnten.

Durch eine Änderung des Reglements bekommt auch der Viertplatzierte im Clubstand-Wettbewerb einen Geldpreis und so konnten wir uns zusätzlich über 500 Euro für unsere Clubkasse freuen.

Der Abbau ging in diesem Jahr recht zügig von statten. So früh wie Miriam und ich zu Hause waren, hatten wir es in den all den Jahren vorher noch nie geschafft.

 

Zum Schluss möchte ich noch einmal allen Mitgliedern danken, die sich rund um den diesjährigen TC Stand gekümmert haben. Einen solch tollen Stand zu planen, umzusetzen, zu betreuen und abzubauen – da gehört schon etwas dazu. Danke auch an Folke Brockmann, der wieder tatkräftig mit auf- und abgebaut hat und an Jens Walden, der ebenfalls mitbaute und uns auch in diesem Jahr während der Messe wieder „Asyl“ gewährte!

 

Was nächstes Jahr kommt? Keine Ahnung!

 Ideen geistern schon durch den Raum. Ich lass mich überraschen. Mein Thema ist mit Erfolg umgesetzt worden nun bin ich gespannt, wessen Thema das Nächste sein wird.

Dirk Flach