Messerundgang (Signale 43-64)

Der Sieger des 2010er Clubwettbewerbs war auch der Sieger der vergangenen Jahre

Unterwegs auf der Techno-Classica 2010

Seit vielen Jahren beteiligen wir uns an der Weltmesse für Oldtimer und klassische Automobile in Essen. Und immer wieder trifft man alte Bekannte, die sich ebenfalls seit vielen Jahren auf der Techno Classica engagieren.

Natürlich sind es (aus unserer Sicht) zu allererst die Clubstände. Jedes Jahr ist es fast wie früher an Weihnachten: Was haben sich die kreativen Clubs für die neue Messe einfallen lassen?

Diese Spannung hat gute Gründe. Nicht erst seit vor einigen Jahren die Mercedes-Clubs mit einem wirklich überwältigendem Schrottplatz aufgewartet haben, hängt die Messlatte im alljährlich stattfindenden Clubwettbewerb enorm hoch. Den repräsentativen Rahmen der Techno Classica bilden natürlich die großen Oldtimer-Händler mit ihren glänzenden (und teuren) Super-Oldies. Das eigentliche Salz in der TC-Suppe kommt aber von den privat engagierten Clubmitgliedern der vielen Oldtimer-Clubs.

Und so ist es stets eine Freude, nachzusehen, was die Fiat 600-Freunde auf die Beine stellen. Dieser Club hat in den vergangenen Jahren mehrfach und zumeist wirklich verdient den ersten Platz gewonnen. Seine Standthemen sind stets sehr unkonventionell und arrangieren die kleinen italienischen Autos mal auf einer Kuhweide nebst Metzgerladen und mal auf einer Pizza.

Ebenso spannend ist ein Besuch bei den Opel-Kadett-Freunden und bei den Queerlenkern (tatsächlich mit doppeltem „e“ in der Mitte). Besonders empfehlenswert jedoch ist der Besuch eines uns benachbarten Standes, dem des Internationalen Tatra-Registers. Die Tatrafreunde sprühen jedes Jahr nur so vor Ideen.

Als Freund der DDR-Kfz kommt der geneigte Techno-Classica-Besucher natürlich auf keinen Fall um einen Besuch bei den erfreulich zahlreich vertretenen Ostfahrzeugen herum.

Seit nunmehr drei Jahren kommt aus dieser Ecke nämlich der Gewinner der Clubwettbewerbe.

Die Fotos auf diesen Seiten sollen einen kleinen Einblick für alle diejenigen bieten, die es 2010 nicht nach Essen geschafft haben. Da wäre zuerst der diesjährige Stand der Tatra Freunde International zu erwähnen. 2010 griffen sie wieder ein Thema aus dem wahren Leben der Tatra-Fahrer-Gemeinde auf: Ein brennender Tatra zierte ihren Stand, und zur Belohnung gab es Platz drei im Clubwettbewerb.

Bei den DDR-Fahrzeugen wurde wiederholt eine wirklich breite Palette schöner Fahrzeuge ausgestellt.

Das Internationale Trabantregister zeigte einen Trabant P50/60 neben einem Trabant 601, die Trabi Freunde NRW „reisten“ mit einem Trabi Kombi nach Rimini, die IG Wartburg Trabant Barkas präsentierte einen schön restaurierten Wartburg 311 und beim Allgemeinen IFA Club Europa war ein IWL Troll der Hingucker des Standes.

Schon wieder ging der Preis der Clubjury in diesem Jahr an die Trabifrönde Niederrhein. Mit gewohntem Enthusiasmus bauten die Trabifrönde einen Looping für die Vogelfamilie aus Suhl, der an den bereits 2007 verstorbenen Motorradstuntman Evel Knievel erinnern sollte und „IWL Kniebl“ getauft wurde. Ein unheimlicher Aufwand in Vorbereitung und Ausführung - belohnt mit dem Hauptpreis im Clubwettbewerb.

Bei den anderen Markenclubs gilt es besonders die OPEL Kadett-Freunde hervorzuheben. Mit einer ungewöhnlichen Idee präsentierten sie ihre gepflegten Fahrzeuge als Schöler der Feuerzangenbowle in einem Klassenraum. Witzige Idee: Die Fahrzeuge hielten regelrechte Dialoge zur Kfz-Anatomie ab und das jeweils „redende“ Fahrzeug ließ seine Hauptscheinwerfer aufblinken…

Schön anzusehen war der Citroen-Stand mit Paris-Dakar-Szenen und der Fiat-Panda-Club, der zur „Rettung des Panda“ aufrief.

Weitere Clubstände warteten mit einem Dracula-Schloss nebst Schlossherren und Opfer auf und bei Fiat gab es am Messesamstag sogar Live Tanzvorführungen.

Alles in Allem also wieder ein rundes Programm für alle Fans historischer Automobile.

Stephan Uske