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Nachruf (Signale 42-63)

Nachruf (Signale 42-63)

Gespeichert von Stephan am Mi., 24.03.2010 - 14:33
Pater Pax auf dem Wartburgtreffen in Eisenach. Neben ihm Folke Brockmann.

Franziskanerbruder und Wartburg-Fan Pater Pax verstorben

Zu Beginn dieses Jahres erreichte uns über den Newsletter des Allgemeinen Wartburg Club Eisenach und Folke Brockmann die Nachricht, dass der in der Wartburg-Szene bekannte belgische Franziskanerbruder Pater Pax am 26. Februar dieses Jahres verstorben ist.

Pater Pax wurde 84 Jahre alt und dürfte vielen Wartburgfahrern durch Fernsehberichte u´nd die Teilnahme an Wartburg-Treffen bekannt sein.

Wilhemus-Jules-Joseph de Rooij wurde am 4. Dezember 1925 als fünftes Kind einer

Familie mit 10 Kindern in Tilburg-Niederlande geboren.

1947 trat er dem Franziskaner Orden der Minderbrüder (Minoriten) ein.

Sein Name Pax ist die Abkürzung für seinen Klosternamen „PACIFICUS“ (Überbringer

des Friedens). 1953 wurde er zum Priester geweiht und vollendete sein Studium in Theologie und Philosophie.

Seit 1958 wohnte er dann dauerhaft im Kloster in Halle / Belgien in der Volpestraat.

Als Buchhalter von 3 Klöstern, Sprechzimmer, Beichtstuhl und Geschäftsführer von zwei Zeitschriften hatte er sehr viel zu tun.

Ab 1954 fuhr er verschiedene Fahrzeuge. Austin 40, Austin 70, einen Roller von Bella Zündapp einen Citrön CV und seit

1962 dann nur noch Wartburg, bis an sein Lebensende!

Fast 1 Million km legte er mit verschiedenen Modellen Eisenacher Automobilgeschichte im Laufe der Jahre zurück.

Auf die Frage,  warum er eigentlich immer nur Wartburg fährt, antwortete der Pater, dass der Wartburg für ihn als Mönch ein billiges und dabei doch robustes Auto sei, welches er auch selbst reparieren konnte.

Das belgische Wartburg-Urgestein und den Eisenacher Wartburg Club verband eine lange und enge Freundschaft, die schließlich auch zur Taufe des durch die Eisenacher gebauten Stretch-Wartburg auf den Namen „PAX“ führte.

Das war eine lange geplante Überraschung für den sympatischen Belgier, der mittlerweile aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und in ein Altersheim übergesiedelt war.

Pater Pax ließ es sich auch nicht nehmen, trotz seiner schweren Erkrankung und seines hohen Alters noch einmal zur Geburtsstätte der Wartburg-Automobile zu kommen und sogar mit eigenem Wartburg auf dem Platz des 10. Heimweh-Treffens aufzulaufen.

Bei eben diesem Treffen, im Sommer letzten Jahres, wurde der Stretch-Wartburg enthüllt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Viele waren überrascht, aber Pater Pax war vollkommen außer sich vor Freude.

 

Es sollte jedoch leider seine letzte Reise nach Thüringen werden.

 

Unsere Szene ist nun um ein wirkliches Original ärmer. Wir trauern um einen Menschen und Freund, der aus materiellen Erwägungen zum Wartburg kam und als Fan und Freund dem Wartburg treu blieb.

Wir werden ihn mit seinem freundlichen Wesen in Erinnerung behalten und ihn vermissen.

Vielleicht nimmt ja doch noch einmal jemand seine Idee auf und bringt einen Wartburgmotor dazu, mit Weihwasser zu fahren. Das war im Scherz Pater Pax‘ Ansinnen, denn damit hoffte er die Betriebskosten seines Wartburg noch einmal deutlich minimieren zu können.

Stephan Uske

 

Vielen Dank an Enrico Martin , der im Newsletter des Allgemeinen Wartburgfahrerclub Eisenach /AWE) die Wartburgfahrer informierte und  an Folke Brockmann, der den Newsletter an die Redaktion weitergeleitet hat.

Titelfoto: Folke Brockmann