Der Vorstand (Signale 42-63)

Martin Völz, Erster Vorsitzender des EDWFC e.V.

...informiert die Mitglieder des EDWFC e.V.

Heute erhielt ich wieder einmal einen Anruf, daß ein Wartburg abzugeben sei. Hin und wieder kommt das vor. Den Kontakt finden die Anrufer meistens über die Internetseite unseres Clubs.

Ich empfehle in diesen Fällen dem potentiellen Verkäufer immer, es in den einschlägigen Angebotsmedien zu versuchen. Bei der Frage nach dem Wert des Wartburgs versende ich dann die Preiszusammenstellung aus "Markt" und "Autobild", die ich vor einiger Zeit zusammenstellte. Der Anruf hat mich veranlaßt, selbst im Internet zu schauen, wie das Angebot denn eigentlich so ist. Um nicht in Versuchung zu geraten, habe ich das bisher nie gemacht. Ich fand weniger Angebote, als ich erwartete! Überraschend war, daß es in Mittweida wohl so etwas wie ein Wartburg-Autohaus gibt. Dort hat es sich Jemand zur Aufgabe gemacht, Fahrzeuge zu retten und wieder unter das Volk zu bringen. Vom Restaurationsobjekt bis zum sofort einsatzfähigen Schmuckstück ist alles dabei. Das ist gut so. Das sichert der natürlicherweise abnehmenden Substanz ein Stück überleben. Ich vermute, daß manches Erbstück, mit dem sich niemand aus der Familie mehr abgeben möchte, sonst den Weg zum Schrottplatz antreten würde. Andererseits ist es manchmal nicht leicht, für ein gutes Fahrzeug einen Interessenten zu finden, der einen halbwegs angemessenen Preis zahlt. Ohne die Firma in Mittweida zu kennen, finde ich es positiv, daß es auch Handelsprofis gibt, die sich des Wartburgs annehmen.

In der vergangenen Woche war ich nach langer Zeit wieder bei meinem heimatlichen Schrotthändler. Ich hoffte, ein paar stabile Gepäckverzurrösen aus einem Transporter oder Kombi zu finden. Die Hoffnung war vergebens. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß ein gammliger 1.3er rumstand, doch der weckte nicht mein Interesse. Verführerisch dagegen ist der Audi 80, den ich fand. Mein Audi 80 Kombi ist nun 15 Jahre alt und hat unsere Familie fast klaglos 400.000 km über deutsche und europäische Straßen gebracht. Dabei ist er, meistens von mir, auch etwas ramponiert worden. Nun steht da dank staatlicher Abwrackprämie ein Teilespender. Seit längerem spiele ich schon mit dem Gedanken, meinen Audi wieder aufzuhübschen. Nun habe ich die nötigen Teile dafür gefunden. Für 2011 ist das Projekt vorgemerkt. Ich mag mich einfach nicht von diesem dankbaren Auto trennen. Wie viele Generalinstandsetzungen oder Pflegezuwendung hätte ein Wartburg wohl über 400.000 km Laufleistung im Alltag benötigt?

Da bin ich doch froh, daß das Wartburg Fahren heute zu den kleinen Höhepunkten zählt. Ich habe mich nicht gescheut, ein paar verschneite Straßen unter die Räder des 353 Tourist zu nehmen. Schön war es, ein wenig den Winter hinter dem brummenden Zweitakter zu genießen. Mühevoller dagegen war es, den Jikov-Vergaser meines Wartburg Transporters endlich richtig einzustellen. Es funktionierte wirklich erst, als ich mittels eines Abgastestgerätes die Volumenprozente Kohlenmonoxid entsprechend der Datenblattvorgabe eingestellt hatte. Doch der erste Langstreckentest ist noch nicht erfolgt. Ich warte auf das Frühlingswetter. Es muß jetzt kommen! Ich bin vorbereitet. Ihr auch?

 

Mit dem Wunsch Euch alle bald wieder zu sehen verbleibe ich mit herzlichen Grüßen

Euer Martin Völz