Das doppelte Jubiläum (Signale 38-59)

IFA-F8

Im Jahr 2009 kann der F8 gleich zweimal einen runden Geburtstag feiern. Den 70. als DKW F8 und seinen 60. als IFA F8. Wir gratulieren zu beidem.

Im Jahr 1939 präsentierte die Auto Union den Nachfolger ihres Frontantriebs-Pkw DKW F7. Die optischen Änderungen waren nur geringfügig. Der F8 war lediglich etwas länger und wenig breiter als sein Vorgänger, während der Radstand etwas verkürzt worden war.

 

Der DKW F8 wurde von einem Zwei-Zylinder-Zweitaktmotor mit 18 PS (Reichsklasse) oder 20 PS (Meisterklasse und Front Luxus Cabriolet) angetrieben. Die Übersetzung erfolgte über ein Dreigang-Getriebe mit Krückstockschaltung.

 

IFA-F8 in der seltenen Export-AusführungDie Karosserie bestand aus einem Holzkonstrukt, das mit Kunstleder bespannt wurde. Diese Karosse wurde auf ein Fahrwerk mit einem Zentralkastenrahmen aufgesetzt. Nur das Front Luxus Cabriolet und das Exportmodell “Meister Super” erhielten eine Karosserie  aus Holzrahmen mit Stahlbespannung.

 

1940 sollte der DKW F8 durch den DKW F9 ersetzt werden. Die Pläne waren fertig, jedoch verhinderte der Kriegsausbruch die Realisierung. 1940 wurde die Produktion der Reichsklasse und des Front Luxus Cabriolets  eingestellt, bis 1942 endete die Produktion aller  F8-Modelle.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg startete auch in Zwickau der Wiederaufbau sehr schnell. Bereits 1945 wurden hier Reparaturaufträge der Sowjetischen Militäradministration ausgeführt. Schon 1946 plante man die Produktion von Pkws wieder aufzunehmen.  Dieser erste Nachkriegs-Pkw sollte der DKW F8 werden.  Aus den Resten, des im Krieg stark zerstörten Audi-Werkes wurde nach der Zwangsenteignung das VEB Kraftfahrzeugwerk Audi.

 

IFA F8 LimousineIm Jahr 1947 wurde die Wiederaufnahme der Produktion des Vorkriegs-F8 auf der Leipziger Messe angekündigt. Zu diesem Zeitpunkt noch als DKW-IFA F8. Ein Jahr später wurden den sowjetischen Besatzern drei Prototypen präsentiert.

 

Die Serienproduktion begann im Frühjahr 1949 und dauerte bis 1955. In diesem Zeitraum wurden ca. 25.000 IFA F8 hergestellt.

 

Die Technik entsprach weitgehend dem Vorkriegs-DKW der Meisterklasse. Der Motor war ein 700cm³ Zweitakter, der über einen Thermosyphon gekühlt wurde. Das Kraftstoff-Luft-Gemisch wurde durch einen Flachstromvergaser der BVF (Berliner Vergaser Fabrik) bereitgestellt.

 

Der IFA F8 verfügte über ein Dreigang-Getriebe mit Freigang zwischen jedem Gang. Grundsätzlich war der Motor ein sehr naher Verwandter, des bereist seit 1933 in den DKW-Front-Wagen verwendeten Aggregats und er sollte bis zum Ende der Zweitakt-Ära in Zwickau immer wieder eingesetzt werden.

 

So basierte auch der Trabant 601-Motor von 1989 noch immer auf dieser grundsätzlichen Konstruktion.

Im IFA F8 leistete er 20 PS und beschleunigte damit den zweitürigen Kleinwagen auf bis zu 85 km/h.

 

Gebaut wurde der IFA F8 in vielen verschiedenen Karosserievarianten. So unter anderem als Limousine, als Kombiwagen, als Cabriolet, als Liefer– und als Pritschenwagen. Das Cabriolet gab es in mehreren Versionen. So unter anderem in der Export-Variante, in der nicht nur die Kotflügel und Motorhaube aus Stahlblech bestanden, sondern die gesamte Karosserie. Äußerlich war der Export schon durch seine “runde Nase” deutlich vom Standard-F8 zu unterscheiden.

 

Ab 1953 wurden Motorhaube und Dach des F8 zum Teil aus dem später im Trabant massenhaft eingesetztem Duroplast gefertigt.

 

Ab 1950 begann die Fertigung des, ebenfalls schon vor dem Krieg konstruierten, IFA F9. Dessen Produktion wurde aber bereits 1953 nach nur 1880 Stück nach Eisenach verlegt. Somit ist der IFA P70 der eigentliche Nachfolger des F8. Immerhin hatte ihm der zumindest die Bodengruppe und den Motor vererbt, sowie die Idee, die Karosserie aus Duroplast herzustellen. Bestanden beim F8 zum Schluss Kotflügel  und Motorhaube aus dem Phenolharz-Gemisch, war es beim P70 später schon die gesamte Karosserie.

 


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