Wartburg-Automobile (Signale 1984-S)

Ab 1976 erwies sich Dieter Heimbürger, assistiert von Copilot Roland Weitz, als der erfolgreichste WARTBURG-Fahrer seit Bildung der AWE-Sportabteilung.

...weiterhin ausgezeichnet im Rallyesport vertreten

Mit dem Serienanlauf des 353 W im März 1975 realisierte der VEB Automobilwerk Eisenach den Schritt zur jüngsten WARTBURG-Generation. Der Zusatz W, in der heutigen Modellreihe die Grundausführung benennend,

stand für 353er Weiterentwicklungen vor allem auf dem Gebiet aktiver Sicherheit. Auch anschließend erfolgten durch fortgesetzte Modell-pflegemaßnahmen ständige Typ-Optimierungen.

 

Abermals weit gefächert war die Einsatzpalette der WARTBURG 353 W und WR. Bereits im ersten Produktionsjahr des 353 W gab es bei Antritten zu 12 Rallyes 14 Klassensiege und 4 Mannschaftssiege. Daß (wie z. B. auch 1979) mehr Klassensiege ver-bucht als Rallyes gefahren wurden, ist kein Widerspruch, sondern erklärt sich aus einem sehr wesentlichen und strikt durchgehaltenen Eisenacher Teilnahme-Prinzip. Die Sportabteilung brachte zu den Veranstaltungen von den maximal eingesetzten vier Wagen stets zumindest ein Gruppe-1-Fahrzeug an den Start, einen WARTBURG 353 W in völliger Technik-Identität mit dem täglich vom Endmontageband laufenden 1000-cm³-Serienwagen. Bezeichnend ist, daß auf diese ein bzw. zwei Serienwagen neben Klassensiegen auch, zusammen mit den Eisenacher Gruppe-2-Tourenwagen (die in den letzten Jahren als WARTBURG 353 WR das Hubraumlimit von 1150 cm³ ausschöpften, aber bei diversen Wettbewerben sogar in die Klasse bis 1600 cm³ eingestuft wurden), mehrere Mannschaftssiege der AWE-Equipe entfallen. Der enge Rahmen des vorliegenden Sport-Reports läßt nun freilich keinen ausführlichen Bericht über alle Einsätze ab 1975 zu, allenfalls einige Ausschnitte von den nach wie vor zwischen Moskau und Atlantikküste und vom Polarkreis bis zur Adria angelegten Aktionen.

 

Da war beispielsweise die Saison 1978, und zu ihr seien auch gleich noch ein paar Einsatzbedingungen skizziert. Über vereiste Paßstraßen führte die Jugoslawien-Rallye, die drei 353 W kamen alle an vordersten Stellen ins Ziel. In Griechenland herrschten Außentemperaturen um 40 °C, als die Akropolis-Rallye das Teilnehmerfeld von 160 auf 38 reduzierte, die AWE-Equipe jedoch komplett das Ziel erreichte und u. a. die 2. Plätze bei den National- sowie den Fabrikmannschaften belegte. Bei der 1066-km-Rallye Tatra betrug die Ausfallquote 81:7, das WARTBURG-Team wurde zweitbeste Fabrikmannschaft. Die schwere Materialschlacht auf 3200 km zur britischen RAC-Rallye, Finale der 1978er Rallye-WM, beendeten die vier WARTBURG-Starter mit dem 4. und 5. Platz bei den Serientourenwagen bis 1300 cm³, dem 5. und 7. Platz in der Spezialtourenwagenklasse bis 1600 cm³ und dem geradezu sensationellen Platz 2 im Gesamtklassement der Fabrikteams. Und als die Rallye Russischer Winter abgewinkt wurde, auch mit WARTBURG-Klassensieg, zeigte das Thermometer auf —40 °C.

 

Abermals weit gefächert war die Einsatzpalette der WARTBURG 353 W und WR. Eine erneute Stabilisierung der Eisenacher Rallye-Technik, bezogen vor allem auf Belastbarkeit, zeichnete sich 1980 ab. Bei 31 Einsätzen wurden bloß fünf technisch bedingte Ausfälle registriert. Die so erhöhte Konkurrenzfähigkeit ergab eine relative Steigerung der Plazierungen auf WARTBURG 353 W bzw. WR, u. a. mit hervorragendsten Resultaten bei der Rallye Jugoslawien und der belgischen Rallye du Condroz.

 

1981 ging der vom VEB Automobilwerk Eisenach gestiftete und seit 1975 alljährlich bei der Internationalen Rallye Wartburg ausgefahrene „Wanderpokal der besten Fabrikmannschaft der Automobilindustrie der Sozialistischen Länder" endgültig in WARTBURG-Besitz.

 

Das Jahr 1983 begann für die AWE-Equipe mit dem ersten Einsatz in Spanien und dort gleich, zur Rallye du Race, mit dem aufsehenerregenden WARTBURG-Sieg auf einem 1000-cm³-Serienwagen in der Klasse bis 1300 cm³. Dann auch wieder WARTBURG-Triumph durch Sieg in der 1150-cm³-Klasse sowie Sieg und 2. Platz bei den Wagen bis 1300 cm³ im 2264-km-WM-Lauf Rallye Akropolis mit ihren 46 Geschwindigkeitsprüfungen über 843 km und der Ausfallquote 137:36. Klassensieg sowie 4. und 6. Platz und Fabrikmannschaftssieg bei der zur EM zählenden Jugoslawien-Rallye gehörten ebenfalls zu weiteren und äußerst eindrucksvollen Ergebnissen im vorigen Jahr.

 


Titelbild: Ab 1976 erwies sich Dieter Heimbürger, assistiert von Copilot Roland Weitz, als der erfolgreichste WARTBURG-Fahrer seit Bildung der AWE-Sportabteilung.

Bild 1 und 2: Abermals weit gefächert war die Einsatzpalette der WARTBURG 353 W und WR.