Tips zum Thema "Lastwagen"? (Signale 1975-3)

Natürlich gehört der WARTBURG 353 als PKW nicht zur Kategorie der sogenannten Nutzfahrzeuge. Mit 525 dm³ Fassungsvolumen ist aber sein Heckkofferraum überdurchschnittlich groß dimensioniert und faßt eine ganze Menge Gepäck. Indessen tauchen gerade bei sommerlichem „Saisonbetrieb", speziell zur großen Urlaubsfahrt, immer wieder Fragen über richtiges Beladen sowie zulässige Lasten und den Anhängerbetrieb auf.

 

Maßgebend ist einmal die Nutzlast, also die Differenz zwischen der Leermasse des 353 und der zulässigen Gesamtmasse. Sie beträgt 400 kg für die Limousine und 450 kg für Tourist, bei den de-luxe-Ausführungen jeweils 10 kg weniger. Abstriche sind ferner vorzunehmen für Zusatzwerkzeug, Ersatzteile, Reservekanister usw. Was dann — eingerechnet die Personen im Wagen — als verfügbare Nutzlast verbleibt, sollte freilich nicht unbedingt nur im Kofferraum verstaut werden, obwohl seine Größe dazu verleitet. Verteilung des Gepäcks mit in den Innenraum wirkt sich günstig auf das Fahrverhalten aus. Hecklastigkeit hingegen verringert die Bodenhaftung der gelenkten und mit dem Antrieb befaßten Rädern vorn. Überdies ist sowieso der Heckraumbeladung eine exakte Grenze durch die zulässige hintere Achslast mit maximal 680 kp bei der Limousine und 800 kp bei Tourist gegeben.

 

Sperrige Gegenstände werden gern auf dem Dach befördert. Dadurch aber rückt der Gesamtmasseschwerpunkt höher, was wiederum die Fahreigenschaften sehr negativ beeinflußt.

 

Deshalb darf die Dachlast einschließlich der Eigenmasse des Dachgepäckträgers keinesfalls mehr als 60 kp, bei Tourist 50 kp und bei Schiebedach-Einbau 40 kp betragen.

 

Zum Anhängerbetrieb ist unbedingte Voraussetzung, daß der nachträgliche Anbau einer typgeprüften Anhängerzugvorrichtung in einer autorisierten Werkstatt erfolgte und dann von der örtlichen VP-Zulassungsstelle abgenommen und im Zulassungsschein eingetragen ist. Die Anhängelast, das ist die Eigenmasse des Anhängers plus darin befindliche Zuladung, darf ungebremst maximal 500 kg und gebremst 650 kg nicht überschreiten. In jedem Falle ist man gut beraten, wen man etwa einen Wohnanhänger lieber eine Nummer leichter (was nicht immer auch kleiner bedeuten muß) wählt. Da die Hinterachse des Zugwagens ungleich mehr belastet wird — und es gilt da ebenfalls die maximal zulässige Achslast zu beachten —, soll die Deichsellast des Hängers nicht mehr als höchstens 10 Prozent der Gesamtmasse des Anhängers betragen. Um diese Deichsellast vermindert sich zwangsläufig auch die Nutzlast des Zugwagens. All das ist genau einzukalkulieren, sonst kann ziemlichen Ärger geben, wenn das komplette Gespann samt Wagenbesatzung irgendwo auf die Waage muß.

 

Und was schließlich das Fahren mit dem Urlaubshaus am Haken anbelangt, so ist das ein besonderes Kapitel für sich und keinesfalls das leichteste.