Kluges Wirtschaften (Signale 1974-3)

...mit jedem Gramm - Das Eisenacher Werk mobilisiert erneut wertvolle Beiträge

 

Mit dem thematischen Hauptpunkt der Tages-ordnung, „Verwirklichung der vom VIII. Parteitag der SED gestellten Aufgaben zur Erhöhung der Materialökonomie und Verbesserung der Ersatzteilversorgung", führte der Betrieb auf Einladung des Direktors für Beschaffung und Absatz und des Vertriebsleiters am 27. März im AWE-Klubhaus die 1. Zentrale Arbeitsberatung der Aufarbeitungsbetriebe des VEB Automobilwerk Eisenach durch.

Für den organisatorischen Ablauf sorgte die Abteilung Kundendienst des Werkes, in der auch die Regenerierung operativ verankert ist. Teilnehmer an dieser bedeutsamen Arbeitsberatung waren neben Vertretern des Ministeriums für Verkehrswesen, Hauptverwaltung Kraftverkehr, der VVB Automobilbau und des IFA-Vertriebs über 60 Angehörige aus den Aufarbeitungsbetrieben.

 

Erstmals wurde die Form der zentralen Arbeitsberatung gewählt, um gemeinsam

— eine Bilanz über den erreichten Stand in der Aufarbeitung von WARTBURG-Ersatzteilen zu ziehen,

— die Kriterien herauszuarbeiten, die eine weitere Steigerung der Arbeitsproduktivität in den Aufarbeitungsbetrieben beeinflussen, und

— die Aufgaben zu formulieren, die erforderlich sind, um die gemeinsame Kraft auf die Erfüllung der Beschlüsse des VIII. Parteitages auszurichten.

 

Ausgehend von der Verpflichtung, mehr Ersatz-teile bereitzustellen — allein in voller Erfüllung ihres Gegenplanes haben die Eisenacher Automobilwerker im vergangenen Jahr für 2,9 Mill. Mark Ersatzteile über den Plan gefertigt —, führt die Wiederverwendung regenerierter und industriell instandgesetzter Ersatzteile zur Steigerung des Nationaleinkommens und wirkt sich positiv auf die Neuteile-Produktion aus und ist heute als Bestandteil des Versorgungssystems ein nicht mehr wegzudenkender Faktor für die Sicherung des Ersatzteilaufkommens geworden.

 

Auf diesem Sektor hat das Sachgebiet Regenerierung der Abteilung Kundendienst des Werkes während jetzt 14jähriger Tätigkeit gute  Erfolge, speziell zur Entlastung der werkseitigen Neuteile-Produktion zu verzeichnen. Dazu einige Feststellungen: Während in den Anfangsjahren noch die Aufarbeitung von verschiedenen Teilen im Herstellerbetrieb durchgeführt wurde, ist heute die Produktion des Werkes davon vollkommen entlastet. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für das Regenerierungsvolumen ergab, daß von 3,567 Mill. Mark im Jahre 1965 auf 20,950 Mill. Mark im Jahre 1973 eine Steigerung von annähernd 600 Prozent erreicht wurde. Die gewichtige Rolle der Regenerierung — und diese ist keineswegs aus einer etwaigen Not geboren, was auch daraus hervorgeht, daß eine ganze Reihe WARTBURG-Exportländer von der Regenerierung Gebrauch machen und entsprechende Technologien anfordern — in der Materialökonomie als volkswirtschaftlichem Schwerpunkt wird davon unterstrichen, daß 1973 im Regenerierungsprogramm für WARTBURG-Ersatzteile 740,8 t an Stahl und Gußteilen eingespart wurden (und aus 1 t Walzstahl lassen sich z. B. 33 Waschmaschinen, aus 10 t sieben Lastkraftwagen herstellen)! In der Regenerierung sichert das Werk als WARTBURG-Finalproduzent die qualitätsgerechte Aufarbeitung, bestätigt durch das IFA-Gewährszeichen, auf der Basis eigener Fertigungs- und Prüftechnologien ab. Daß dies Fakten sind, bestätigen die Erfahrungen u. a. mit aufgearbeiteten Radnaben und Kugelgelenken die, was auf der Arbeitsberatung ebenfalls nicht verschwiegen wurde, nach Einschätzungen von Kunden höhere Laufleistungen erreichen als Serien-Neuteile.

 

Andererseits, um damit gleich auf die bei der Beratung erörterten Ansatzpunkte für die weitere intensivierte Arbeit einzugehen, brachte gerade die Durchsetzung der strengen Qualitätsanforderungen Probleme in den Kooperationsbetrieben. Dennoch wird im Rahmen der ständigen Überwachung der Regenerierungsbetriebe erst recht besonderes Augenmerk auf die Qualität der regenerierten und aufgearbeiteten Ersatzteile gelegt, um das erlangte Vertrauen der Kunden weiterhin zu festigen. Dies geschieht auf der Grundlage der von der VVB Automobilbau herausgegebenen Direktive über die Einführung des IFA-Gewährszeichens in Verbindung mit der Anwendung ökonomischer Hebel zur Steigerung der Qualität regenerierter Ersatzteile.

 

Trotz tatkräftiger Unterstützung der Regenerierungs-Vertragspartner auch beim Ausbau vorhandener Kapazität gab es in der Vergangenheit auch Probleme infolge nicht 100prozentiger Abstimmung zwischen Ersatzteil-Neuproduktion und -Regenerierungsaufkommen. Daher wurde nun mit dem Ersatzteilvertrieb des Werkes, der im vergangenen Jahr bereits die Regenerierungskapazitäten für die einzelnen Ersatzteilpositionen sowie die Verbrauchsnormen vorgegeben erhielt, für 1974 die exakte Abstimmung vorgenommen, um das Regenerierungsprogramm voll in die Ersatzteilplanung zu integrieren. Durch diese komplexe Behandlung wird abgezielt auf völlige Auslastung der Aufarbeitungskapazität und weitere Entlastung der Ersatzteil-Neuproduktion im Werk zugunsten gesteigerter Finalproduktion.

 

Nächste Schritte zur Erschließung weiterer Reserven im Aufarbeitungsprogramm ergeben sich aus dem Auftrag des Generaldirektors der VVB Automobilbau, gemeinsam mit den Betrieben und der Hauptdirektion der IFA-Vertriebe die Arbeit am Programm der Regenerierung und industriellen Instandsetzung neu zu organisieren. Maßnahmen sind festgelegt in der Direktive Nr. 10/73. Dort ist auch klar ausgewiesen, daß die Finalproduzenten verantwortlich sind für die komplexe Ersatzteilversorgung einschließlich der Versorgung mit Teilen aus Regenerierung und Aufarbeitung.

 

Auf dieser Strecke wird sich künftig schritt- weise der Warenweg ändern, indem das Ersatzteilvertriebslager des Finalproduzenten die aufgearbeiteten Teile wie die neuen Ersatzteile bilanziert und vertreibt. Zunehmend wird auch die IFA-Vertriebsorganisation in den Handel solcher Teile einbezogen.

 

Werksseitig sieht der Plan zur Erweiterung des Aufarbeitungsprogramms für 1974 vor, das Volumen der Regenerierung und industriellen Instandsetzung gegenüber 1973 um weitere 11 Prozent = 2 Mill. Mark Neuwert IAP zu erhöhen. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, durch welche Dispositionen diese hohe Steigerungsrate zu erzielen ist.

 

In diesem Zusammenhang besteht auch eine Schwerpunktaufgabe in der Ermittlung von Aufarbeitungskapazitäten, die in der Lage sind, ein Verfahren zur Instandsetzung von Verschleißteilen durch Metall-Aufspritzen zur Anwendung zu bringen. Eigens deshalb beinhaltete die Tagesordnung dieser 1. Zentralen Arbeitsberatung einen entsprechenden Vortrag über „Die Anwendung der MetallspritzTechnik bei der Aufarbeitung von Kfz.-Ersatzteilen".

 

Besondere Beachtung auf der zentralen Arbeitsberatung erhielt und verdient schließlich die Initiative des Werkes, die Wettbewerbsbe-wegung auch auf die WARTBURG-Aufarbeitungsbetriebe zu übertragen. Den Teilnehmern an der Beratung wurde ein ausgearbeiteter Aufruf für alle Aufarbeitungsbetriebe zur Diskussion vorgelegt. Die beschlossene gemeinsame Führung dieses sozialistischen Wettbewerbs eröffnet neue Möglichkeiten zur weiteren Effektivitätssteigerung im WARTBURG-Regenerierungsprogramm.