Vergasereinstellung (Signale 1974-1)

Ein Wartburg vor der Wartburg

...beim Wartburg 353

 

Unter gleicher Titelzeile in der Rubrik Lesermeinung stand in Heft 12/1973 der Zeitschrift „Der Deutsche Straßenverkehr" eine Leserzuschrift, und die Diskussion über Möglichkeiten der Vergasereinstellung des WARTBURG 353 im Zusammenhang mit Zündkerzenausfall,

besonders des Zylinders 1, wurde vom Werk aufmerksam verfolgt. Dazu nun ist werksseitig zunächst festzustellen, daß die Grundeinstellung des Vergasers in langen Versuchsreihen erprobt wurde und ein Optimum an Wirtschaftlichkeit und Leistung des Motors 353/1 bietet.

 

Mit der Fixierung dieser Vergasereinstellung wurde gleichzeitig die Einhaltung nationaler und internationaler Bestimmungen zur Emission schädlicher Abgasebestandteile gesichert. Auch deshalb darf die vom Werk festgelegte Grundeinstellung und Düsenbestückung nicht verändert werden. Nach TGL 25105, die max. 4,5 Vol. % CO im Abgas zuläßt, erfolgt im Werk die Leerlaufeinstellung auf 2 bis 3 Vol. % CO. Dabei kann die Leerlaufregulierschraube am Vergaser bis zu zwei Umdrehungen geöffnet sein.

 

Unter normalen Betriebsbedingungen gewährleistet diese Einstellung einwandfreien Rundlauf und optimale Funktion des Motors. Bei häufigem Kurzstreckenbetrieb, dabei mit durchschnittlich geringer Motorerwärmung, kann es vereinzelt zu Zündkerzenausfällen kommen. Wenn derartige Erscheinungen auftreten, empfiehlt das Werk im Ergebnis von nochmals auf Grund von Kundenhinweisen durchgeführten Untersuchungen:

 

1. Abmagerung des Leerlaufgemisches.

Dazu sollte die Leerlaufgemischregulierschraube ausgehend von der geschlossenen Stellung, zunächst nur eine Umdrehung geöffnet werden. Die Leerlaufdrehzahl ist dann ausschließlich mittels der Leerlaufanschlagschraube einzuregulieren. Wenn es dann im Fahrbetrieb zum Stehenbleiben des Motors oder zu Übergangsschwierigkeiten kommt, kann die Ge-mischregulierschraube stufenweise weiter geöffnet werden. Umgekehrt kann bei Extremfällen die Leerlaufgemischregulierschraube auch weniger als eine Umdrehung geöffnet werden, da natürlich ärmere Gemischeinstellung hinsichtlich Verhinderung von Zündkerzenausfällen bei häufigem Betrieb in niedrigen Last- und Drehzahlbereichen die günstigere Voraussetzung bringt.

 

Zu beachten ist, daß vor der Vergasereinstellung der Papierluftfiltereinsatz bezüglich Verschmutzung überprüft werden muß; denn hoher Verschmutzungsgrad bewirkt Kraftstoffanrei-cherung, das Gemisch wird zu „fett", was sich auch in höherem Verbrauch auswirkt.

 

2. Einsatz von Zündkerzen mit dem niedrigeren Wärmewert 225 statt 240.

Diese Maßnahme ist dann zu empfehlen, wenn der Wagen ausschließlich im Kurzstreckenbetrieb  (Stadtverkehr) gefahren wird.

Abschließend muß noch darauf hingewiesen werden, daß nach den durchgeführten Untersuchungen sich für den Motor 353/1 das Mischungsverhältnis 1:50 bezüglich der Standzeit der Zündkerzen sehr günstig ausgewirkt hat und unbedingt eingehalten werden sollte.