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Allerlei zum Mache-es-selbst (Signale 1974-1)

Allerlei zum Mache-es-selbst (Signale 1974-1)

Gespeichert von Stephan am Di., 01.01.1974 - 14:35

Die Zeiten sind längst vorüber, da die Leistungen einer Automobilfabrik mit der Auslieferung des Motorwagens an den Käufer endeten und dieser bei einer Panne auf einen Dorfschmied angewiesen war oder auf das Geschick seines Chauffeurs. Heute steht hinter jedem WARTBURG ein hochwirksames System von Kundendienst und Dienstleistungen.

 

Daneben erwuchsen, nicht zuletzt herbeigeführt durch polytechnische Bildung schon der Jugend, weitgehendes Interesse und technisches Verständnis für das, wie das Kraftfahrzeug funktioniert und was es zur Pflege und Instandhaltung bedarf.

 

Schon nehmen Karikaturisten die ausgiebige Freizeitbeschäftigung mit dem Familienauto, dies als „des Mannes liebstes Spielzeug" aufs Korn. Aber die Angelegenheit hat einen wertvollen und durchaus ernst zu nehmenden Kern. Hier verbindet sich ein modernes Hobby mit „Liebe" zum eigenen Wagen, seiner Werterhaltung und dem Einsparen von Zeit und Geld für sonst erforderliche Leistungen in Pflegestation oder Werkstatt.

 

Parallel zum organisierten „professionellen" Service bezieht der VEB Automobilwerk Eisenach selbstverständlich auch eindeutig Stellung zum Mache-es-selbst, eine Stellungnahme, die grundsätzlich diktiert wird von den Belangen des WARTBURG-Kunden. Dabei wird nicht strikt auf ausschließliche Zuständigkeit der Vertragswerkstätten hingewiesen und das Freizeit-Handwerkeln nicht generell als unnütze Dilettanterie abgetan. Letzteres wäre ohnehin abwegig, da mittlerweile vorliegende Erfahrungen besagen, daß insbesondere die von ADMV-Clubs, Garagengemeinschaften und anderen gesellschaftlichen Institutionen geschaffenen Selbsthilfeeinrichtungen beste Erfolge aufweisen. Es sei also ausdrücklich zur Nutzung der Gemeinschaftsarbeit in gesellschaftlichen Selbsthilfestützpunkten geraten, wo Rat und Tat zusammenkommen und oft Fachkräfte helfend eingreifen.

 

Denn auch der warnende Zeigefinger muß erhoben werden. Guter Wille allein schafft nicht alles, und Rot wird als Warnschranke unbedingt signalisiert vor Hantierungen an Teilen und Aggregaten, die direkt die Verkehrssicherheit beeinflussen.

 

Wegen positiver Einschätzung richtig angesetzter Selbsthilfe leistet das Werk dem zweckvollen Mache-es-selbst tatkräftige Unterstützungen. Der einschlägige Vorschub umfaßt u. a.: die geschaffene Bezugsmöglichkeit der WARTBURG-Reparaturhandbücher über den IFA-Vertrieb, die Herausgabe eines neuen Pflegehandbuches, die Belieferung der IFAFachfilialen mit Spezialwerkzeugsortimenten zur Ausleihe, die Bereitstellung vergrößerter Ersatzteilsortimente ebenfalls über die IFA-Fachfilialen und die Bereitschaft, Verantwortliche von Selbsthilfeeinrichtungen im Rahmen der Kundendienstlehrgänge im Werk kostenlos zu schulen. Zu erwähnen ist auch das Einwirken auf die WARTBURG-Vertragswerkstätten, durch zweckdienliches Verhalten gegenüber Selbsthilfeaktionen auch vom Servicesektor her die Zusammenarbeit effektiver zu gestalten. Und schließlich geben Experten des Werkes selbst wertvolle Tips an die Fachpresse. Eingehendste Veröffentlichungsreihe aus diesem Gebiet ist die 1971 in der „Kraftfahrzeugtechnik" begonnene Artikelserie „Selbst geholfen — Instandsetzungshinweise für WARTBURG 353".