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30 000 Wartburg (Signale 1973-6)

30 000 Wartburg (Signale 1973-6)

Gespeichert von Stephan am Di., 31.12.1974 - 21:12
Übergabe des 30.000sten Wartburg an die SFRJ

Als Ende September, wie bereits ganz kurz berichtet, in der Wagenreihe der laufenden Tagesproduktion eine Schiebedach-Limousine WARTBURG 353 de luxe auf dem Band der Endmontage Takt um Takt der Fertigstellung entgegengerückt war

und nach letzten Funktionskontrollen auf der „rollenden Landstraße" dann im Beisein von Werktätigen des Betriebes, Fernsehen und Zeitungsreportern als bisher 30 000ster nach der SFR Jugoslawien exportierter WARTBURG in feierlicher Form der aus diesem Anlaß im Werk weilenden jugoslawischen Delegation übergeben wurde, fand damit ein Ereignis statt, das gravierende Entwicklungen und maßgebende Tatsachen dokumentierte.

 

Die Eisenacher Automobilwerker sind seit Jahren plantreue Partner der Volkswirtschaft der DDR und steigern in konsequenter Orientierung auf die Beschlüsse des VIII. Parteitages der SED bei Intensivierung der Produktion und fortgesetzter sozialistischer Rationalisierung ständig die Stückzahl und Qualität WARTBURG 353. Die dabei entwickelten Initiativen, die Leistungen und erzielten Ergebnisse in der Produktion bildeten die entscheidenden Voraussetzungen für erhöhte Abdeckung des DDR-Bedarfs und für zunehmende Ausfuhren des auf internationalen Automobilmärkten anerkannten und begehrten WARTBURG 353. Personenkraftwagen dieses modernen Automobiltyps gehören seit Jahren zum Bild auf jugoslawischen Straßen.

 

Bezeichnende Zuwachsraten

Exporte von WARTBURG 353 nach der SFR Jugoslawien setzten sofort nach Anlauf der Serienproduktion dieses neuentwickelten Eisenacher Automobiltyps im Sommer 1966 ein. Bereits ab 1967 gab es progressive Steigerungen, und 1971 wurden schon viermal so viel WARTBURG 353 wie 1967 in die SFR Jugoslawien eingeführt. 1972 erfolgte abermals eine beträchtliche Erhöhung der Importe. Dieses Vorjahresresultat jedoch wird, legt man die vereinbarten Export/Import-Zahlen und die schon vom VEB Automobilwerk Eisenach erfüllten Lieferungen zugrunde, 1973 erneut übertroffen. In diesem Jahr betragen die über die jugoslawischen Unternehmen lnterimpex und Auto-Hravatska abgewickelten Einfuhren an WARTBURG 353 aus der DDR ein Vielfaches der Importziffer von 1966.

 

Barometer klarer Konkurrenzfähigkeit

Diese eindrucksvollen Wachstumsquoten sind tatsächlich ein Gradmesser dafür, wie ausgezeichnet der WARTBURG 353 bei internationalen Kennwertvergleichen abschneidet.

Denn selbstverständlich sind auch in der SFR Jugoslawien die Vorteile individueller Motorisierung längst erkannt, und es besteht auf diesem Gebiet ein starker Trend. Unter solchen Aspekten entstand eine eigene Automobilindustrie, die Lizenzmodelle herstellt. Daneben haben auch viele westeuropäische Kraftwagenwerke sehr großes Interesse am jugoslawischen Markt, um hier, abgesehen von der Erschließung eines neuen aufnahmefähigen Absatzgebietes, einen Service für ihre Kunden in diesem prominenten Reiseland zu stationieren.

 

AWE-Betriebsdirektor Hellbach übergibt persönlich den Export-Jubiläumswagen an Generaldirektor Jovanic von Auto-Hravatska.Alles in allem bedeutet das einen ausgedehnten internationalen Wettbewerb auf heute ausschlaggebenden Automobil-Sektoren von moderner Fahrzeugkonstruktion bis zum funktionstüchtigen Kundendienst. Genau auf dieser ganzen Skale behauptet sich, wie es die gesamte Export- bzw. Importentwicklung bestätigt, der WARTBURG 353 hervorragend. Auch die jugoslawischen Interessenten und Käufer bevorzugen für ihre persönliche Automobilisierung vernünftigerweise vornehmlich Wagen, die bei großer Gesamtwirtschaftlichkeit über gute Leistung, tadellose Fahreigenschaften und ein hohes Maß an Verschleißfestigkeit verfügen. Daß in diesem Rahmen der moderne 1000-cm³-Frontantriebswagen WARTBURG 353 außerdem markante Pluspunkte an Komfort, Sicherheitsmerkmalen und minimalem Wartungsbedarf aufweist, hat ihm die große Beliebtheit auch in der SFR Jugoslawien eingetragen.

 

Die erlangte Popularität stützt sich nachhaltig auf direkte WARTBURG-Beweisführung für so kennzeichnende Merkmale wie insbesondere Leistungsvermögen, Fahrwerksqualitäten und Zuverlässigkeit, dargelegt durch automobilsportliche Demonstrationen in den schweren jugoslawischen Rallyes. Das geschah, wie früher, ebenfalls 1973, wo im Europameisterschaftslauf zur 7. Jugoslawien-Rallye auf WARTBURG 353 der Klassensieg, der 2. Platz im Gesamtklassement und der Sieg in der Wertung der Nationalmannschaften errungen wurde.

 

Eine weitere Grundlage jener respektablen Einfuhrentwicklung entstand mit dem Ausbau des Handels- und Kundendienstnetzes. Hier waren anfangs erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden, da aus den vorhin erwähnten Gründen zunächst Anschlüsse an vorhandene Werkstattkapazitäten kompliziert herzustellen waren. Trotzdem konnte vom Werk aus und durch die Aktivitäten, Einsätze und das Engagement seitens der jugoslawischen Import- und Generalvertretungsunternehmen binnen kurzer Zeit ein gut arbeitendes Kundendienstnetz errichtet werden. Über Resultate und fortgesetzte Maßnahmen in diesem Bereich informiert ergänzend noch unsere Service-Seite. Die Lieferung des 30 000sten Wagens aus dem VEB Automobilwerk Eisenach in die SFR Jugoslawien und der absolute Importrekord WARTBURG 353 in diesem Jahr repräsentieren für alle Beteiligten und Partner ausgezeichnete Zwischenergebnisse. Davon ausgehend erfolgen weitere Schritte, um die erlangten Positionen planmäßig und zielstrebig auszubauen. Das gilt in jeder Hinsicht der Weiterentwicklung, für die Steigerung der Eisenacher Automobilproduktion wie für den Wagen selbst — als den beiden entscheidendsten Faktoren zur Exportintensivierung.

 

Kontinuität auch im Hinblick auf die künftigen SFRJ-Importe zeichnet sich sogar schon langfristig ab: Bereits 1972 wurde ein Vertrag paraphiert und dann in Zagreb unterzeichnet, der die Lieferung von WARTBURG-Automobilen nicht nur für die nächsten zwei oder drei Jahre beinhaltet, sondern bis 1980.

 


Titelbild: Feierliche Übergabe des 30.000sten Wartburg an die SFRJ

 

Bild unten: AWE-Betriebsdirektor Hellbach übergibt persönlich den Export-Jubiläumswagen an Generaldirektor Jovanic von Auto-Hravatska.