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Zwischen Vierteljahresbilanz... (Signale 1973-3)

Zwischen Vierteljahresbilanz... (Signale 1973-3)

Gespeichert von Stephan am Mo., 25.06.1973 - 21:27
AWE Kurbeltrieb-Montage

...und X.

 

Die Serienfertigung des modernen Personenkraftwagens WARTBURG 353 im VEB Automobilwerk Eisenach läuft, um eine oft verwendete und doch gerade hier genau zutreffende Bezeichnung zu gebrauchen, auf vollen Touren.

Dabei wird das vorgelegte Tempo an gesteigerter Effektivität bei Intensivierung der Produktion am wenigsten von Routine bestimmt. Maßgebende Triebkräfte sind vielmehr die innerhalb fortgesetzter Rationalisierung und sozialistischem Wettbewerb im Werk entwickelten persönlich– und kollektiv-schöpferischen Pläne, neue Initiativen und Aktionen der Automobilwerker mit dem „Kurs 73 - AWE“ auf die erhöhten Stückzahlen und Qualitätssteigerungen in der Eisenacher Automobilproduktion.

 

Von solch kennzeichnendem WARTBURG-Produktionsalltag gibt es nach Abschluß des I. Quartals 1973 und während der letzten Vorbereitungsetappe auf die X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin hervorragende Ergebnisse zu registrieren.

 

Ausgezeichnete Quartalsbilanz

DDR-Spitzensportler besuchen das AWEDie Eisenacher Automobilwerker arbeiten be­kanntlich nach der 73er AWE-Losung „Alle Reserven nutzen, Wettbewerb nach Maß, Ein Prozent über den Plan!" und haben sich in ihrem Gegenplan die Aufgabe gestellt, 500 Personenkraftwagen WARTBURG 353 und für 2 Millionen Mark Ersatzteile zusätzlich zu lie­fern. Hierzu wurden von den Werktätigen des Betriebes 5375 Verpflichtungen übernommen, und 1945 arbeiten nach schöpferischen Plänen zur Steigerung der Arbeitsproduktivität.

 

Einzelbeispiele von so vielen anderen sind, daß die Kollegin Pillich im Getriebebau zu den ersten gehörte, die sich einen persönlichen Plan erarbeitete, der u. a. eine Steigerung der Arbeitsproduktivität um 5 Prozent sowie eine Ausschußsenkung beim Fräsen der Kegelrad-welle um 50 Prozent vorsieht, oder daß im Fahrwerkbau die Arbeiter in der Abteilung 1170 sich in ihrem kollektiven Plan das Ziel stellten, pro Wagen 0,30 Minuten Arbeitszeit einzusparen.

 

Im Gesamtergebnis wurde der Plan der industriellen Warenproduktion vom Automobilwerk im ersten Quartal mit 26 Prozent zum Jahresplan erfüllt.

Diese Leistungen und Beiträge der WARTBURG-Automobilwerker im Kampf um die weitere Verwirklichung der Beschlüsse des VIII. Parteitages der SED prägten auch das Bild der Maidemonstration in Eisenach.

 

Am Vorabend des 1.Mai fand im Hotel Stadt Eisenach eine Veranstaltung statt, auf der die Bestarbeiter des VEB Automobilwerk Eisenach ausgezeichnet wurden. Dem Werkkollektiv wurde die Wanderfahne für den besten Betrieb der VVB Automobilbau im sozialistischen Wettbewerb verliehen.

 

Hervoragenden Anteil an den ausgezeichnetetn Ergebnissen haben solche Produktionsbereiche wie die Halle der sozialistischen Jugend, Motorenbau, Schmiede, Fahrwerkbau und Getriebebau.

 

Ebenfalls am Vorabend des 1. Mai stellte das Kulturensemble des Betriebes sein Programm für die X. Weltfestspiele vor.

 

Im Blick auf das Festival

Bereits im November 1972 vollbrachten die Jugendlichen gemeinsam mit allen anderen Werktätigen des VEB Automobilwerk Eisenach und in Kooperation mit den 35 wichtigsten Zulieferbetrieben eine beispielgebende Leistung im Rahmen der Vorbereitung der X. Weltfestspiele. Fünf WARTBURG 353 wurden in freiwilliger unbezahlter Arbeit produziert und dem Nationalen Festkomitee der DDR zur Lösung bei den Vorarbeiten zur Verfügung gestellt.

 

Inzwischen hat die Vorbereitung der X. Weltfestspiele viele weitere Initiativen und Taten nicht nur der Jugendlichen, sondern aller Automobilbauer im Werk ausgelöst. Ein Beispiel wurde u. a. im Produktionsbereich Karosseriebau geliefert, als in der Abteilung Aufbau Schweißteile die Angestellten, Meister, Technologen, Lehrschweißer, Betriebsingenieure, APO-Sekretär und AGL-Vorsitzender eine Sondernachtschicht fuhren und 25 Karossen zusammensetzten. Der erarbeitete Lohn dafür ging, wie ganz oder teilweise auch bei einem Subbotnik der Karosseriebauer, auf das Festivalkonto.

 

 „Die X. Weltfestspiele gaben für uns den Anstoß zu überprüfen, welchen Beitrag wir am Achsmontageband in der Aktion Sekunde leisten können." Diese einzelne Aussage mag als weiteres Beispiel schließlich konkretisieren, wie Realisierung ökonomischer Aufgaben im sozialistischen Wettbewerb als Kernstück des Festivalaufgebotes begriffen wird und daß sich auf diese Weise persönliche und kollektive Aktionen im Werk zusammenhängend und fortgesetzt auswirken in gesteigerter Produktionseffektivität WARTBURG 353.

 


Titelbild: Enge Teiletoleranzen und höchste Präzision im Zusammenbau des gesamten Kurbeltriebs, von Kurbelwelle, Hub-scheiben, Hub- und Kurbelzapfen sowie Pleuelstangen und Lagern, sind wesentliche Voraussetzungen für ruhigen und störungsfreien Motorlauf. In der WARTBURG-Produktion erfolgt darüberhinaus an der komplett montierten Kurbelwelle mit Schwungscheibe und Drehschwingungsdämpfer automatisch eine zusätzliche dynamische Vollauswuchtung.

 

Bild unten: Ein Bild vom „Treffpunkt Olympia" im Werk, wo 36 erfolgreiche Spitzensportler der DDR gemeinsam mit den Automobilbauern in den Bereichen des Betriebes den Stand der Vorbereitungen der X. Weltfestspiele berieten:

Während im Hintergrund diskutiert wird, nehmen Gabi Rüger-Seifert, Anett Pötzsch, Roland Matthes und Hannelore Putz Einblick in die WARTBURG-Karosserie auf dem Fertigungsband.