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Eisenacher Automobile (1973-1)

Eisenacher Automobile (1973-1)

Gespeichert von Stephan am Mi., 24.01.1973 - 22:04
Dixi-Rallye-Logo, MC Post Berlin im ADMV

...einst und heute

Eine bemerkenswerte Bilanz für 1972 hatte die ständige Ausstellung Eisenacher Auto­mobile in der Wartburgstadt zu verzeichnen. Etwa 100 000 Besucher aus der DDR und dem Ausland besichtigten die Schaustücke, die Zeugen sind von einer markanten Automobilentwicklung.

Am meisten beachtet wird immer wieder der Wartburg-Motorwagen von 1899, aber die Auf­merksamkeit reicht ungeteilt bis zum jüngsten Exponat der Typenreihe WARTBURG 353.

 

Autoveteranen erfreuen sich jetzt, da die Mo­torisierung mit modernen Personenkraftwagen weite Kreise zieht, größerer Beliebtheit als je zuvor. Sicher ist die Erhaltung und Pflege von PS-Oldtimern ein reizvolles Hobby, aber mehr noch steckt dahinter. Begegnungen mit jenen Gefährten, die vor Jahrzehnten keineswegs bloß schlecht und recht über die Landstraßen rollten, sind ebenso attraktive wie lehrreiche Darstellungen von Stationen der Kraftfahrzeugtechnik, von denen immerhin auch die Vervollkommnung derzeitiger Automobile einmal ausging.

 

Dergleichen bekundete beispielsweise eben­falls die vom MC Post Berlin veranstaltete Dixi-Rallye, die im vorigen Jahr zum zweiten Mal stattfand und Fahrer mit Eisenacher Automobilen der Baujahre bis 1940 versammelte.

 

Ein halbes hundert Teilnehmer, darunter J. Walor aus der VR Polen und der ein BMW­DA-2-Landaulet chauffierende F. Sedlacek aus der CSSR, stellte sich auf der Berlin-Köpe­nicker Schloßinsel rund 6000 Zuschauern vor. Vielbestaunte Rarität war ein ganz seltener Dixi Cyclon 9 40 PS von 1926. Das Hauptkon­tingent an Fahrzeugen stellte allerdings der 750-cm3-Dixi-Kleinwagen, der 1928 in Eisenach erschienen war und mit dem ein Jahr später die Eisenacher BMW-Markenentwicklung begann.

 

Die Rallye bestand selbstverständlich nicht nur in einer Stehparade der vielen schmucken Exemplare, sondern enthielt ein Geschicklich­keitsturnier und neben der Einlage eines 100- m-Wettschiebens dann eine Start- und Brems­prüfung sowie die 70-km-Zuverlässigkeitsfahrt von der Rennbahn Hoppegarten zum Alexanderplatz in Berlin und von dort wieder zurück nach Köpenick. Dabei zeigten die flotten Eisenacher Autoveteranen, wie sie noch sind. Teilnehmer-Gesamtsieger wurde P. Scheve aus Sondershausen. Daß nicht nur beim abendlichen „Dixi-Palaver" wertvolle Erfahrungen ausgetauscht und überhaupt viel „Benzin" geredet wurde, versteht sich wohl von selbst.

Alsdann wäre noch zu wünschen: „Kurbelwellen- und Achsenbruch!" den automobilen Oldtimern — bis zum nächsten Treffen.