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Wartburg und der Wettbewerb (Signale 1972-2)

Wartburg und der Wettbewerb (Signale 1972-2)

Gespeichert von Stephan am Fr., 04.02.1972 - 14:42
Produktionsszene

Als moderner Personenkraftwagen aus dem VEB Automobilwerk Eisenach besitzt der WARTBURG 353 markante internationale Positionen, seine Produktion und sein Export sind bedeutende Faktoren in der Volkswirtschaft der DDR.

Entsprechend der Hauptaufgabe des Fünfjahrplans, die das wachsende Lebensniveau untrennbar mit erhöhter wirt­schaftlicher Effektivität verknüpft, berieten die Eisenacher Automobilwerker anläßlich der Gewerkschaftswahlen im Betrieb eingehend über die Durchsetzung weiterer Beiträge zur Effektivitätssteigerung und beschlossen in der 2. Vertrauensleute-Vollversammlung ein konkretes Programm für den sozialistischen Wettbewerb im Jahre 1972.

Gemäß den staatlichen Aufgaben wollen die Eisenacher Automobilwerker 1972 im Wettbewerb folgende Steigerungsraten gegenüber dem Plan 1971 erreichen: Industrielle Warenproduktion auf 104,8 Prozent, Ersatzteilproduktion steigt wiederum schneller als die Finalproduktion, Exportplan zu IAP auf 118,5 Prozent, 2, Arbeitsproduktivität auf Basis der industriellen Warenproduktion um 3,7 Prozent, Gesamtkostensenkung um 2,1 Prozent und Nettogewinn auf 113,2 Prozent.

Davon ausgehend richten sich wesentliche Auf‑
gaben des Wettbewerbs auf die weitere sozialistische Rationalisierung des Betriebes in Verbindung mit der weiteren Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Werktätigen. Ziel und Inhalt der Wettbewerbsführung bestehen vor allem in der

- Sicherung der Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Konsumgütern und Ersatzteilen durch kontinuierliche und allseitige Planerfüllung

- Weiterführung der sozialistischen Rationalisierung bei verstärkter Ausnutzung der wissenschaftlichen Arbeitsorganisation Sicherung und Steigerung der Qualität.

- Allseitige Erfüllung der inner- und außerbetrieblichen Zulieferverpflichtungen

- Durchsetzung strengster Sparsamkeit, vor allem bei der Verwendung von Grund und Hilfsmaterial sowie Energie zur weiteren Sen­kung der Selbstkosten

- Vertragsgerechte Erfüllung aller Exportver­pflichtungen in hoher Qualität.

Wesentliche Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Werktätigen im Be­trieb ergeben sich bei der Realisierung solcher Rationalisierungsvorhaben wie der Fertigstellung einer dritten Lagerhalle auf dem Westgrundstück des Werkes, der Rekonstruktion des Tauchraumes und des Trockenofens im Bau B Süd, der Ersatzinvestition Lackieranlage für Fahrwerkteile, der verbesserten Transporttechnologie in der Härterei und der Umstellung der Salzbadhärterei. Weitere Maßnahmen zur Erleichterung körperlich schwerer Arbeit: Beseitigung von Arbeitserschwernissen, Erhöhung der Arbeitssicherheit und Verbesserung der Arbeitshygiene werden mit einem Gesamtkostenaufwand von 1262,8 TM verwirklicht.

Schwerpunkte dabei sind u. a. die Ausstattung des Innenwerkverkehrs mit neuen Transportmitteln, die Rekonstruktion der gesamten Be­ und Entlüftung in der Galvanik, der Einsatz einer Absauganlage bei der Gußbearbeitung im Fahrwerkbau, sowie von Schalldämpfern an den Pressensicherheitsventilen in der Presserei und die Verbesserung der Warmwasserversorgung für die Waschräume in der Endmontage, Lackiererei und im Getriebebau.

Die sozialistische Rationalisierung im VEB Automobilwerk Eisenach erstreckt sich 1972 in ganzer Breite auf genau 174 Vorhaben mit dem Ziel einer Zeitsenkung von insgesamt 480 000 Stunden.

Daß von den Vorhaben zur Zeit bereits über 90 Prozent, mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr, mit entsprechenden Maßnahmen belegt sind, beweist die breit entfaltete kollektive Mitwirkung der Eisenacher Automobilwerker, die weiter vertiefte sozialistische Gemeinschaftsarbeit im Werk und der hohe Anteil der Neuererbewegung, in der 1972 nach der Wettbewerbskonzeption 58,6 Prozent der Gesamtselbstkostensenkung und 60,3 Prozent der Gesamtarbeitszeiteinsparung durch Neue­rerleistungen zu erreichen sind. In der Praxis zeigt sich, daß die sozialistische Rationalisierung im VEB Automobilwerk Eisenach als Sache des gesamten Betriebskollektivs begriffen wird, die mit den Menschen für den Menschen erfolgt. Jeder Arbeitervorschlag findet offene Ohren. Er wird zuerst im Neuererkollektiv durchgesprochen, vielleicht ergänzt und genauer formuliert. Dann entscheiden die Ra­tionalisierungskollektive, die in ihrem Bereich in enger Zusammenarbeit mit den Neuereraktivs die Rationalisierung leiten, wie dieser Vorschlag verwirklicht werden kann. Aus vielen Denkanstößen direkt am Arbeitsplatz resultiert so ständig wachsende Produktion ohne erweiterte Produktionsfläche, ohne große Investitionen und ohne zusätzliche Arbeitskräfte. Die Eisenacher Automobilwerker demonstrieren auf diese Weise beispielhaft, wie sie unter Führung der Betriebsparteiorganisation die Intensivierung betreiben und in sozialistischer Gemeinschaftsarbeit die Einheit von sozialistischer Rationalisierung und Wettbewerb und Neuererbewegung als entscheidend wirksamen Hebel ansetzen zu erhöhter Effektivität und damit zu weiter verstärkter Funktion des WARTBURG 353 in der Volkswirtschaft der DDR.

 

Titelbild: Diese Szene in der Produktion fotografierte ein Bildberichter aus der CSSR während eines Reportagebesuches im Werk