Eisenacher Oldtimer (Signale 1972-1)

BMW 328

Als während der dreißiger Jahre die Verbrei­tung des Automobils zunahm, erlangte es auch erhebliche Bedeutung für sportlich interessierte Privatfahrer. Europäische Werke bezogen des­halb bereits häufig Sportwagen in ihre Modellprogramme ein. In dieses Konkurrenzaufgebot, teils aus nur sportlich aussehenden Wagen bestehend oder aber aus hochgezüchteten Spezialfahrzeugen, plazierte der Eisenacher Automobilbau 1936/37 gleichsam als Perfek­tion den Typ 328 (Bild oben).

Dieser Eisenacher Sportwagen wurde binnen kurzer Zeit weltberühmt. Er war der wohl erste Seriensportwagen Deutschlands überhaupt, tauglich für Tourenfahrten wie für den Wett­bewerbseinsatz, und galt als unschlagbar in der Zweiliter-Klasse, wo unzählige Rennsiege auf sein Konto kamen.Eisenacher Oldtimer

Gravierendstes Technik-Merkmal des 328 war sein Motor, der zwar auf dem damaligen Eisenacher Sechszylinder-Serientriebwerk be­ruhte, aber einen geradezu genial konstruier­ten Hochleistungs-Zylinderkopf aufwies. Von der unverändert untenliegenden Nockenwelle aus wurden über ein völlig neuartiges System die v-förmig hängenden Ventile gesteuert. Bei Verdichtung 7,5 und Ausrüstung mit drei Fallstromvergasern leistete der 328er Motor 80 PS bei 4500 U/min. Die katalogmäßige Höchst­geschwindigkeit des offenen Zweisitzer-Sport­wagens betrug 150 km/h.

Höhepunkt dieser Sportwagenkarriere war — schon im Schatten des zweiten Weltkrieges — der 1940 unter v. Hanstein/Bäumer erzielte Gesamtsieg bei der Mille Miglia mit einem Gesamtdurchschnitt des als Sportlimousine karossierten 328 von 166,7 km/h. Nach Kriegsende diente der Eisenacher 328 vielfach als aussichtsreichste Vorlage für neue Rennwagen, z. B. von Greifzu/Suhl, Veritas in Westdeutschland und Bristol in England.