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Zitat zur Sache (Signale 1971-6)

Zitat zur Sache (Signale 1971-6)

Gespeichert von Stephan am Di., 01.06.1971 - 00:00

Um die Jahrhundertwende galt Autobesitz als Privileg der Reichen, und gerade die bestrenommierten Wagen aus Eisenach fuhren „standesgemäß" Angehörige des Hochadels, reiche Fabrikanten, vornehme Prominenz sogenannter feiner Gesellschaftskreise.

Nun, die Verhältnisse sind heute andere. Verknüpft sich aber trotzdem mit dem Gebrauchsgut Automobil nicht noch manche rückständige Denkweise, letztlich provoziert unter dem Aspekt Statussymbol? In der Wochenzeitschrift „Sonntag" standen unlängst folgende Sätze: „Wohlstand kann zu kleinbürgerlichem Prestigedenken führen, wenn er zugleich den einzelnen aus der Gemeinschaft entführt ... Das Auto gehört immer mehr zum Lebensstandard, auch wenn es noch nicht jeder hat ... Wohlstand und Sozialismus sind jedoch kein Widerspruch ... Aber wie für Wohlstand in der materiellen Produktion Voraussetzungen geschaffen werden, so bringt sozialistisches Eigentümerbewußtsein neue moralische Haltungen hervor."

Wir meinen, diese Worte sind gewiß eingehend und des persönlichen Nachsinnens wert — nicht nur am Sonntag.