Pfadnavigation

Fahrtips für den Herbst (Signale 1971-5)

Fahrtips für den Herbst (Signale 1971-5)

Gespeichert von Stephan am Sa., 01.05.1971 - 11:20

Wenn Autofahren ohnehin schon keine ausgesprochene Erholung ist, die man lässig genießen kann (und einige Leute sind irrtümlich noch solcher Ansicht), sondern jede Sekunde volle Konzentration, Aufmerksamkeit und strenge Disziplin erfordert, so gilt das ganz besonders für die nächsten Wochen.

 

Nebelbänke, Nieselregen und längere Dun­kelheit kündigten an, daß es für geraume Zeit vorbei ist mit immerhin erleichterten Fahrbe­dingungen.

Der warnende Zeigefinger kann da nicht früh genug erhoben werden.

Das geschieht nicht, um Angst einzujagen. Angst macht schlechte Fahrer. Andererseits rächt sich der geringste Leichtsinn, eine ver­suchte törichte Traumtänzerei oder ein unsinniger Mut, der bloß Dummheit ist — etwa mit unvermindertem Gas in eine Nebelwand hineinzustechen oder die Glitschigkeit einer von Rübenernte schmierigen Landstraße zu mißachten —, viel eher und bitterer denn je. Menschliches Versagen ist fast ausschließlich die Ursache aller Unfälle; daher sind Unfälle vermeidbar durch menschliche Vernunft!

Solche Vernunft gebietet jetzt äußerste Vor­sicht, wirklich rationales und vorsichtiges Fahren. Der kleinste Fahrfehler, ob 2 km/h zuviel in der Kurve oder eine falsche Bremswegkalkulation, kann schlimmste Folgen haben.

Also keinerlei Risiko eingehen, beim geringsten Zweifel das Vorhaben unterlassen, etwa das Überholen oder ein Noch-über-die-Vorfahrt-Kreuzung-kommen. Die Technik, zumal sie ja beim WARTBURG 353 auf höchste Sicherheit ausgelegt ist, ist unter Kontrolle zu behalten und zu nutzen. Das bedeutet Überprüfung besonders von Lenkung, Bremsen, Stoßdämpfern, Reifenprofil und -luftdruck und Ladezustand der jetzt hochbeanspruchten Batterie. Aber auch, daß die durch große Scheiben geschaffenen „Vor- und Rücksichtsverhältnisse" nicht durch Schmutz getrübt sind, daß bei Nebel auch am Tag mit Abblendlicht gefahren wird, daß die Scheinwerfer so eingestellt sind, daß sie, abgeblendet, nicht gefährdend blenden.

Und bei Terminen ein von Vernunft und Vorsicht diktiertes Maß an Fahrzeitreserve einberechnen. Wer früh aufsteht, braucht nicht zu rennen — symbolisch gemeint; denn Rennerei kommt im Straßenverkehr überhaupt nicht in Frage!