Renn-aktive Clubfahrer (Signale 1971-5)

Die in Schleiz gestarteten WARTBURG 353 waren auf Hochleistung „frisierte" Gruppe-2- Spezialtourenwagen.

Automobilsport auf privater Ebene (II)

Es muß durchaus nicht ein Grand Prix sein, ganz abgesehen davon, daß dort die Formel-Rennwagen mit alltagstauglichen Automobilen und einer Übertragbarkeit technischer Fort­schritte absolut nichts mehr gemein haben.

Auch oder erst recht Rundstreckenrennen mit „zivilen" Automobilen können überaus faszi­nierend sein. Dabei kommt hinzu, daß die Zuschauer rings um die PS-Arena Wagen im Wettbewerb sehen, denen sie (mit gewissen Einschränkungen freilich, was spezielle Her­richtungen betrifft) ständig auch im Straßen­verkehr begegnen und die ein Teil von ihnen sogar selber in Gebrauch hat. Handfeste Be­weise für einschlägige Gedankenverbindungen und ein echtes Spannungserlebnis lieferten die diesjährigen Rennen mit Spezialtourenwagen auf dem schweren Schleizer Dreieckkurs.

Die Fahrer — um im Bild des Titel-Themas zu bleiben — waren ausschließlich „privat" gestartete Clubfahrer.

Die Erstplazierten von Schleiz, alle auf WART­BURG 353, nämlich K. P. Krause (MC Gotha) als Sieger mit einem Gesamtschnitt von 111,26 km/h sowie P. Erbe (MC Karl-Marx-Stadt) und W. Salomon (MC Eisenach) als Zweiter und Dritter, sind jedoch verschiedener automobilsportlicher Herkunft. So kommt K. P. Krause aus einem Rennfahrerlager, er wurde 1970 DDR-Meister in der Formel 3, während P. Erbe und W. Salomon ihre Sporen im Rallyesport ver­dienten und dort zu den besten Clubfahrern zählen. Zur Zeit sieht es fast so aus, als ob die „Rennsport-Spezialisten" bei den Touren­wagenrennen doch die tonangebendere Sparte auf der Piste ist. Diese Ansicht wird auch dadurch erhärtet, daß die schnellste Runde im Schleizer Rennen mit 113,28 km/h auf WARTBURG 353 von B. Zimmermann (MC Lockwitzgrund) gefahren wurde, den man zu der in und um Dresden stationierten und stark von dem Renn-Experten H. Melkus inspirierten Rennsport-Fahrergemeinde rechnen kann.

 

Titelbild:

Die in Schleiz gestarteten WARTBURG 353 waren auf Hochleistung „frisierte" Gruppe-2- Spezialtourenwagen. Was das heißt, darüber demnächst mal etwas mehr

 

Bild unten:

Die von H. Melkus in Dresden gebauten Rennsportwogen basieren ebenfalls auf Kon­struktionselementen des WARTBURG 353. Dieser RS 1000 wird ausgezeichnet pilotiert von einer Frau, von Helga Heinrich (MC Zwickau)

Melkus RS 1000