Helmut ist gegangen (Signale 61-82)

Helmut Neumann und sein Wartburg 1.3

Am 30. Oktober 2014 ist Helmut Neumann verstorben - Ein Nachruf

Essen, im November 2014 Mittlerweile sind etwa 25 Jahre vergangen, seitdem ich Helmut und Helga Neumann kennenlernte. Zuerst als Nachbarn, aber dann -auch wenn uns einige Jahre an Lebensalter trennten- als gute Freunde und als ein liebenswertes, miteinander glücklich lebendes Ehepaar.

Helga verstarb bereits im Dezember 1999, was Helmut immer sehr traurig und nachdenklich machte. Seine Helga fehlte ihm doch sehr. Jetzt kann er wieder bei ihr sein; denn Helmut verstarb am 30.Oktober 2014 im Alter von 79 Jahren doch recht unerwartet.

Am 3.September konnte Helmut noch seinen Geburtstag feiern.

Wenngleich er als Bewohner eines Altenpflegeheimes, in das er vor etwas über einem Jahr einziehen musste, mit seiner Situation nicht ganz zufrieden war, wirkte er an diesem Tag fröhlich und genoss es, in einer kleinen Runde vor einem Café bei Kaffee und Kuchen im Mittelpunkt zu stehen.

Trotz einiger gesundheitlicher Lasten sah er an diesem Tag richtig gut aus und machte selbst Späße darüber, dass er immer runder würde, obwohl das Essen im Pflegeheim nicht so gut sei.

 

Helmut kaufte durch einen (mehr oder weniger) glücklichen Umstand Anfang 1991 einen 1.3er Wartburg, welcher von Helga sogleich auf den Namen „Martin“ getauft wurde. Um diese Zeit gründeten Helmut und ich auch unseren Club. Helmuts Freude damals über alles Mögliche, was mit Wartburg zu tun hatte, war immer sehr groß. Zu unser beider Freude wuchs unser Club und wir staunten eigentlich bei jedem, der sich uns anschloss, dass noch mehr solche „Verrückte“ unser Hobby Wartburg teilten.

 

Im Gedächtnis geblieben ist mir eine Ersatzteiltour zusammen mit Helmut nach Mecklenburg-Vorpommern. Helmut schüttelte auf diversen Schrottplätzen häufig den Kopf ob der vielen Wartburg, Trabant, Skoda und anderer „Ost“-Produkte, die dort auf ihre Verwertung harrten. Ein weißer 353 mit blauer Innenausstattung, jedoch schon ohne Sitze stand dort; der Schlüssel steckte. Helmut drehte ihn um und der 353 sprang sofort an !

 

Auch erinnere ich mich an seine Fröhlichkeit, seinen Witz und an seine tiefe Liebe zu seiner Helga.

 

Seit einigen Jahren aber zog sich Helmut immer mehr aus dem Clubleben und auch von dem doch geliebten Standdienst auf dem TC-Stand der OFE zurück, welcher einst Ausschlag dafür war, dass wir uns auf der TC präsentieren.

Schließlich zog er sich auch aus dem Leben selbst zurück, verließ seine Wohnung nicht mehr und ließ auch niemanden an sich ran.

Nicht nur mir kam das so vor, als habe er mit dem Leben abgeschlossen und wolle nun endlich wieder mit seiner Helga vereint sein.

 

Mit sanftem, aber doch einigem Druck wurde Helmut von Freunden aus seiner Wohnung geholt und ins Krankenhaus gebracht. Hier wurde schnell klar, dass er nicht wieder in seine Wohnung zurückkehren konnte. Darum verbrachte er seine letzte Zeit in einem Altenpflegeheim.

 

Helmut, du bist gegangen. Deine Freunde können nicht mehr um dich sein. Aber ich bin sicher, dass deine liebe Helga dich im Himmel schon erwartet hat.

Mach´s gut; es war schön, dich kennengelernt zu haben! Danke für viele schöne Erinnerungen.

Dirk Ekhard Köhne