Dornröschenschlaf N°4 (Signale 61-82)

Hier fällt nichts aus dem Rahmen...

Die Restaurierung von Torstens „Dornröschen“ geht weiter

Noch vor dem Redaktionsschluss der Herbstausgabe unseres Magazins sandte Torsten uns den vierten Teil seiner Restaurationserlebnisse zu.

Das wollen wir unseren Lesern natürlich nicht vorenthalten.

 

"Reality leaves a lot to the imagination."

JOHN LENNON

 

87 Jahre helfen 64 Jahren bei 57jährigem 311.

Mein Vater, im wahrsten Sinne des Wortes: wieder aufgestanden, war seiner 3monatigen, gesundheitlich erzwungenen Untätigkeit arg überdrüssig und sagte rigoros, dass er nur zu mir käme, wenn auch für ihn Arbeit da sei.

Ich konnte bedenkenlos zusagen.

Die Terrasse bot sich als Arbeitsplatz geradezu an und so erhielten alle abgebauten Blechteile, Türen und Kleinteile eine händische etappenweise Reinigung und Entrostung; sogar die Stoßstangen zeigten wieder Chrom.

Mir liegt auch schon seine Bewerbung für das Ausbessern der Schadstellen mit zweimaligem Anstrich Brantho Korrux 3in1 vor! Meine Zustimmung gilt als sicher …

 

Nachdem ich das Fahrwerk grob gesäubert hatte, machte mich vor allem der Rahmen im Bereich der Pedalhebelwelle nachdenklich. Warum ausgerechnet auf der Fahrerseite und gerade diese Stelle so angerostet ist – vielleicht kann mir das jemand gelegentlich erklären. Ich hätte eher die Straßenrandseite als rostgeschädigt vermutet.

So kapitulierten wir gemeinschaftlich bei Entrostungsversuchen und es blieb nur eine sinnvolle Entscheidung: Alles vom Rahmen abzubauen und Rahmen sandstrahlen lassen.

Wenigstens einen Trost habe ich dabei, während meiner Restlaufzeit werde ich wohl nicht mehr Karosse von Rahmen trennen müssen.

Die Lieferung der Abdrücker für die Spurstangenköpfe und die Lenkerstangen aus dem Internet erfolgte schnell. Als großes Problem erwies sich dann allerdings für mich das "Ausfädeln" des Getriebes aus dem Rahmen. Wie ich auch gekippt und gekantet hatte, da war die Schaltwelle immer wieder im Wege; es war wohl eher Zufall, dass das Getriebe plötzlich nach vorn heraus ging.

Das Tavern Puzzles "Tanker Bell" zu lösen ist einfacher.

 

Ihr wisst, wie ein nackter 311-Rahmen aussieht? Oder doch nicht oder nicht mehr?

Den Rahmen konnte ich nach einer Woche blitzeblank abholen und der holzbefreite Carport war jetzt der perfekte Arbeitsplatz.

6 alte DDR-Bergsteiger-Karabiner und 3 Seile ermöglichten eine vielfältige, überaus bequeme Arbeitsplatzgestaltung zum Streichen.

Konsequenterweise möchte ich die Hinterachse ebenso sandstrahlen lassen.

Ach ja, beim Demontieren und nach Grobreinigung entdeckte ich diverse Nummern.

Hier ein kleiner Service für die NSA:

Zwei allgemeine Dinge möchte ich an dieser Stelle noch loswerden:

Zum einen bitte ich um Entschuldigung für eventuell falsch gebrauchte Fachbegriffe.

Mittels Reparaturhandbuch und Wikipedia gebe ich mir größte Mühe, versprochen.

Ich hoffe sehr, dass jeder aus dem Zusammenhang bzw. mit den Fotos erkennt, was ich meine.

 

Zum anderen, mancher mag sich fragen, ob ich ein Fan von JOHN LENNON bin (mein Englisch ist übrigens extrem miserabel).

Es war einfach so:

Jenes bekannte Zitat von JOHN LENNON, dass ich in Dornröschenschlaf

N° 1  "Life is what happens while you are busy making other plans."

verwendete, passte haargenau zu der damaligen Situation.

Ja und dann suchte ich einfach mal nach weiteren Zitaten von JOHN LENNON.

N° 2  "I get by with a little help from my friends."

und

N° 3  "Time you enjoy wasting, was not wasted."

sind durch die Artikel selbsterklärend.

N° 4  "Reality leaves a lot to the imagination."

Welche Phantasien (? = verrückte Ideen) hatte ich beim Demontieren?

 

In den 90ern hatte mir irgendjemand original weiße gebogene Sekurit-Dachscheiben angeboten – und ich hatte diese gekauft, warum auch immer, ich weiß es nicht mehr.

Die angedachte spätere Nutzung meines 311 (zum Beispiel angeln in MeckPom) brachte mich auf den Gedanken, dass "semilegal" im Wald und am Wasser mattschwarz das Auto besser tarnt (als das Weiß). Angefragt beim DEKRA-Oldtimer-Menschen erhielt ich die Antwort, dass auch mattschwarz einem H-Kennzeichen nicht im Wege stünde.

Ehe nun ein Shitstorm über mich hereinbricht, es war einfach eine Idee (die mir kam, als ich das viele Elaskon unter den Kotflügeln und am Unterboden sah) der ich ein wenig nachgegangen war.

Das Heft im Briefkasten, der Redaktionsschluss, der Einsendezeitpunkt des Beitrags – da ist naturgemäß ein Zeitunterschied; was Ihr hier lest, war Stand Mitte Juli 2014.

Torsten Lucas