20 Jahre (Signale 61-82)

Urkunde des AME für 20 Jahre Mitgliedschaft im AME e.V.

Der AME bedankt sich für unsere Mitgliedschaft

Eisenach im September 2014 Eine Ehrenurkunde mit Begleitschreiben auf Pergament. Verwundert halte ich Beides in den Händen. Mein erster Gedanke: Wie kommen die denn auf die Idee? Ehrenurkunde... Bekamen das nicht früher verdiente Aktivisten, die für eine Geldprämie nicht gut genug waren?

Der Verein Automobilbaumuseum Eisenach bedankt sich bei mir, Martin Völz, für 20 jährige Mitgliedschaft. Das ist mir etwas peinlich. Denn ich bin nie persönliches Mitglied im AME geworden und habe auch nicht 21 Jahre Beitrag gezahlt, wofür man sich im Schreiben auf Pergament bedankt.

Dieser Dank muss dem Ersten Deutschen Wartburg Fahrer Club gelten, der im Laufe seines Bestehens erst später eingetragener Verein wurde. Bisher hatte ich es als logisch hingenommen, dass die Post an den EDWFC e.V. an mich als Vorsitzenden geht. Dass ich als langjähriges Mitglied unter meinem Namen geführt werde, war mir bisher nicht bekannt. Nun ja, das wird zu klären sein.

Ich nehme diese Ehrenurkunde als gutes Zeichen. Seit etwa drei Jahren stellt sich der AME neu auf. Ich habe nur ganz am Rande mitbekommen, dass es über das gesamte Bestehen des Vereins wohl sehr viele Tiefen gab. Viele Ziele konnten nicht erreicht werden. Die Historie des Automobils Wartburg stand wohl eher im Schatten der Luther- und Bach-Stadt mit der historischen Wartburg. Vermutlich braucht aber alles seine Zeit. Man musste erst lernen mit der Freiheit umzugehen und neue Strukturen nach 1990 zu nutzen. Zu hoch waren die Emotionen noch Jahre nach der Schließung und dem Abriss des Werkes. Von Hundert auf Null, das war für viele kaum verkraftbar, auch wenn man um die Unzulänglichkeiten des Produktes Wartburg wusste. Schließlich brauchte es auch seine Zeit, bis sich eine große und stabile Oldtimerszene rund um den Wartburg entwickelte, auf die man sich stützen konnte. Im Osten funktioniert das Hobbyleben vieler Menschen eher unorganisiert, man will sich nicht der Vereinsmeierei unterwerfen. Nachteil ist, dass daher auch nur wenig organisierte Unterstützung zentraler Aktivität möglich ist. Bei der Eröffnung des Museums im O2, zu der ich gefahren war, zeigte sich das deutlich.

Um so schöner finde ich es, dass der EDWFC schon seit 1991 besteht. Aus Neugier am Produkt im Ruhrgebiet gegründet und nach und nach mit Mitgliedern aus den Alten und Neuen Bundesländern anwachsend, ebenfalls durch ein paar tiefe Täler gehend, haben sich Mitgliedschaft und Aktivitäten seit 2001 stabilisiert. Wir sind ein guter Freundeskreis geworden.

Die Urkunde noch in den Händen fragte ich mich: wie war das eigentlich damals? Ich war dabei und kann mich deutlich erinnern, dass Michael Stück den ersten Jahresbeitrag des EDWFC beim AME persönlich übernahm und den 100 DM-Schein auf den Tisch blätterte. Mehr gab meine Erinnerung nicht her. Doch wohl dem, der nicht nur jeden alten Schrott aufhebt, sondern auch so manches Stück Papier, das ja damals noch reichlich beschrieben wurde. Unter Federführung von Helmut Neumann und Mithilfe von Jürgen Wollhofer erschien in den ersten Jahren eine "Zwischeninfo" zur Information der EDWFC-Mitglieder. Im August 1993 heißt es im 5. Absatz: "Seit unserem Treffen in Eisenach ist der E.D.W.F.C. als juristische Person Mitglied des Automobilbaumuseums Eisenach e.V. Der Mitgliedsbeitrag beträgt für uns 100,- DM pro Jahr. Dieser wurde für das Jahr 1993 durch Spenden, insbesondere eines Ehrenmitglieds sowie durch Spenden der Eisenachteilnehmern aufgebracht. Es wurde mehrheitlich für die Mitgliedschaft abgestimmt“. Das Treffen hatte vom 20.05- 22.05.1993 stattgefunden. Für mich war es meine erste Teilnahme und erste persönliche Begegnung mit EDWFC Mitgliedern, die auch heute noch dabei sind. Ein orangefarbener Wartburg Melkus im Originalzustand ist mir noch in Erinnerung.

Die Verteilung von Urkunden war mir aus der DDR Zeit leider negativ in Erinnerung geblieben. Es gab davon zu viele bei zu vielen, vor allem Verbands- und Parteipolitischen, Gelegenheiten. Mit Abstand betrachtet ist eine (Ehren-)Urkunde eine Wertschätzung desjenigen, an den sie gerichtet ist. Ähnlich einer Gratulation zum Geburtstag. So nehme ich denn diese Ehrenurkunde als Wertschätzung des AME e.V. an den EDWFC e.V. für 20 Jahre gemeinsames Wirken für das gemeinsame Anliegen, die Geschichte des Automobilbaus in Eisenach unvergesslich zu machen. Wir bedanken uns herzlich und freuen uns, dass neben den gegenwärtigen Bemühungen um das Gebäude O5 und O1 Zeit für dieses Dankeschön geblieben ist.

 

Man sieht sich, Euer

Martin Völz